Mutmacher fürs Alter
Wahlen und Berichte bei der Seniorenunion im Kurhaus Gemünd – Abgeordnete Seif und Voussem gaben Auskunft über Tihange, A 1 und „Ehe für alle“ – Platt-Kolumnist Manni Lang legte sich als Gastredner mit Statistikern und Politikern an: „Nicht die Alten sind das Problem, sondern die einseitige Finanzierung der Sozialsysteme durch die Arbeitnehmer“
Gemünd/Kreis Euskirchen – Bert Henn aus Weilerswist ist neuer Schatzmeister der Seniorenunion im Kreis Euskirchen. Er löst den verstorbenen Matthias Mohr ab. Hubert Dobers aus Euskirchen vertritt die insgesamt 256 Mitglieder der CDU-Seniorenorganisation künftig bei Parteitagen. Das beschlossen 45 der über 60jährigen in der Seniorenunion zusammengeschlossenen Kreisbürger am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung im Kleinen Kursaal in Gemünd. Und zwar jeweils mit großer Mehrheit.
Der übrige Vorstand blieb in Amt und Würden. Das sind der Vorsitzende Hans-Josef Thelen, seine Stellvertreter Helga Behrend und Karl-Heinz Niemeyer, die Schriftführerin Waltraud Mohr sowie die Beisitzer Margret Bonk, Hubert Dobers, Arno Hesse, Ernst Jany, Karl Küpper, Michael Maiworm, Irmgard Pütz, Dietrich Rönck, Carl Schlesinger, Vera Schmitz und Gusti Seidel.
MdB Detlef Seif und MdL Klaus Voussem waren in die Versammlung gekommen, um Auskunft über ihre parlamentarische Arbeit in Berlin und Düsseldorf zu geben. Die Senioren gaben zum Teil die Themen vor, es ging um die Bedrohung durch die maroden belgischen Atomkraftwerke und Protestmaßnahmen der Region dagegen, um die seit über 40 Jahren mehr oder weniger auf Eis liegende A 1 und die „Ehe für alle“.
„Soll ich mich vor Ihnen fürchten?“
Als eigentlichen Hauptredner dieser Mitgliederversammlung hatte Seniorenunions-Vorsitzender Hans-Josef Thelen den Redakteur und Diakon Manfred Lang eingeladen. Doch statt des von vielen Zuhörern offenbar erwarteten humorvollen Streifzugs des „Manni-kallt-Platt-Kolumnisten“ im Schleidener und Euskirchener Wochenspiegel gab sich der Lückerather diesmal ausgesprochen ernst und kämpferisch.
Lang ging mit der „Demografie-Lüge“ und dem seiner Meinung nach künstlich aufgebauschten Schreckgespenst einer überalterten Gesellschaft ins Gericht: „Ich lasse mir nicht einreden, dass ich mich vor Ihnen fürchten soll – und auch vor mir selbst nicht.“
Unter dem Titel „Von wegen „Altes Eisen“: Warum die Jungen die Alten brauchen“ zeichnete Lang das Bild einer sich keineswegs dramatisch von heute auf morgen, sondern einer allmählich verändernden Gesellschaft. In der seien nicht in erster Linie zu wenige Kinder und zu viele Alte das Problem, sondern die ungerechte Finanzierung der Sozialsysteme.
Das Knowhow, die Erfahrung, das Krisenmanagement, das Wohlhaben und die Weisheit der Alten seien für die Gesellschaft ein unverzichtbares Kapital: „Egal ob sie demnächst länger arbeiten müssen oder wollen, ob sie sich politisch, kirchlich, sozial oder als Bildung, Familie und Beruf jüngerer, aber unerfahrener Leute begleitende Mentoren engagieren.“
pp/Agentur ProfiPress