Käpt’n Blaubär und ein Königspaar

5000 besuchten legendäre Lückerather Kinderkirmes – Am Montag feierte das Dorf dann selber Kirchweih – Käpt’n Blaubär und Hein Blöd waren zu Gast – Teilerlös geht an die „Hilfsgruppe Eifel“

Hein Blöd und Co-Moderator Felix Lang inmitten Lückerather Kinderkirmesbesucher. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Lückerath –  Zweimal für sich selbst und den Sonntag dazwischen hauptsächlich für andere: So feiert das 300-Seelen-Dörfchen Lückerath (Stadt Mechernich) seit 35 Jahren Kirmes. Der „Tag dazwischen“, also Kirmessonntag, steigt jeweils die mittlerweile legendäre „Lückerather Kinderkirmes“.

Bis zu 10.000 Menschen wurde da schon gezählt und bewirtet – vergangenen Sonntag schätzten Medienvertreter, waren es gut die Hälfte, also 5000 Menschen, 2000 bis 3000 davon Kinder und damit Vertreter aus der Hauptzielgruppe des Großevents.

„Wir haben eine Woche lang aufgebaut und hatten jeden Tag Regen”, berichtete Willi Greuel, der Vorsitzende der Hilfsgruppe Eifel, Wahl-Lückerather und einer der geistigen Väter der Kinderkirmes, dem Reporter Johannes Mager. Doch als es drauf ankam, am Tag der Lückerather Kinderkirmes, blieb es trocken und es zeigte sich sogar die Sonne.

Trübes Wetter, heitere Stimmung

Montags war es eher etwas trübe, als die Lückerather unter sich weiterfeierten. Und beim Hahnenzug durchs Dorf öffneten sich sogar die Regenschleusen. Aber der guten Laune konnte das keinen Abbruch tun. Hatten sich mit Jan Lang und Thomas Schick doch zwei feierfreudige wie trinkfeste „Männ“ aus den Reihen des Kirmesreigens zum nicht gerade alltäglichen Hahnenkönigspaar zusammengetan. Aus Jux und Tollerei, und die Freundinnen schüttelten ihre jungen Häupter.

Am Eingang zur Kirmes an Hochstraße und Schoßbachstraße erhielten die Kinder am Kirmessonntag für zwei Euro eine Spielkarte und durften mit ihr acht Attraktionen besuchen. „Das Schöne ist, dass man die Kinder auch noch mit einfachen Dingen begeistern kann”, sagte Willi Greuel den Medien. Sieht man einmal von der „Flitsch“ ab – ein eisenbahnähnliches Treckergespann zum Mitfahren -, dann verzichtet die Lückerather Kinderkirmes ganz auf schnelle Fahrgeschäfte.

Eine der Attraktionen, die die Kinder in Lückerath erfreute, kann auch weiterhin dort genutzt werden. Denn im Rahmen der Kinderkirmes segnete Diakon Manfred Lang, selbst Lückerather, den neuen in Eigenregie und mit Unterstützung der Aktion „RWE vor Ort“ geschaffenen Spielplatz ein.

Zur Kinderkirmes konnte die Hilfsgruppe Eifel mit „Käpt’n Blaubär” und „Hein Blöd” zwei besondere Gäste begrüßen. Auch wenn der Schoßbach unmittelbar „durch die Kirmes hindurch” fließt, waren die beiden Seeleute nicht mit ihrem Kutter gekommen. Standesgemäß wurden die beiden Fernsehstars von Kinderliedermacher Uwe Reetz mit einem Piratenlied begrüßt. „Hein Blöd” und „Käpt’n Blaubär” blieben den ganzen Tag über in Lückerath und ließen sich gegen einen Obolus von drei Euro gerne mit den Kindern ablichten. Das Geld kommt der Hilfsgruppe Eifel zu Gute. Schon vor der Ankunft des Käpt’ns und seines Leichtmatrosen hatte Reetz mit den Kindern gesungen, war mit ihnen auf und ab gehüpft und hatte den Gang von Tieren imitiert.

120 Lückerather im Arbeitseinsatz

Insgesamt rund 120 Mitglieder der Hilfsgruppe sowie Einwohner Lückeraths waren während der Kinderkirmes im Arbeitseinsatz. Auch die Kinder des Dorfes – erkennbar an ihren roten T-Shirts mit der Aufschrift „Lückerather Pänz” – waren am Start und halfen mit. „Sonst geht das alles gar nicht”, sagte Willi Greuel. „Die Lückerather sind ein bisschen stolz auf das Fest.”

Erstmals moderierte Rolf Meyer die Kinderkirmes mit. „Es ist beeindruckend: Das ganze Dorf steht hinter der Kirmes. Auch wenn die Leute selbst von der Kirmes heute nichts haben”, zollte der Kirmes-Moderator seinen Respekt vor dem Einsatz der Helfer.

Dass die Kinder im Mittelpunkt standen, wurde an allen Ecken der Kirmes deutlich. So wurden zuckersüße Lutscher ganz nach individuellen Wünschen der Kinder hergestellt. Wenige Meter weiter schnitten die Mitarbeiter von Friseur „Karwan Mohammed“ den Pänz für wenig Geld die Haare. Auch der Erlös dieser Aktion geht an die Hilfsgruppe Eifel.

Für große Kinderaugen sorgten zahlreiche Stofftiere auf einem Anhänger. Das Energieunternehmen RWE überreichte sie an die „Hilfsgruppe Eifel”. Die Stofftiere werden von der Hilfsgruppe nach Rumänien befördert. „Dort sollen sie an Waisenhäuser und Kinderheime verteilt werden”, sagte Greuel. Fernsehstars mit Piratenlied begrüßt

Big Band und Rockband vom Turmhof in Concert

Eine der musikalischen Attraktionen der Kinderkirmes war auch in diesem Jahr die Big Band und Rock-AG des Mechernicher Gymnasiums am Turmhof. Bei sonnigem Wetter bot die Band Swing- und Big-Band-Klassiker dar, die beim Publikum für gute Laune sorgten. Auch Band-Leader Michael Schmitz zeigte sich erfreut über die Resonanz des Publikums und betonte, dass es immer wieder Spaß mache, auf dem Volksfest aufzutreten: „Organisation und Bühne sind perfekt, Atmosphäre und Publikum sehr angenehm.“ Musikalische Unterstützung erhielt die Big Band des Gymnasiums Am Turmhof (GAT) dabei von einigen
Ehemaligen.

Die jungen Musiker präsentierten dem Lückerather Publikum die Stücke des diesjährigen Sommerkonzerts. Parallel arbeiten die zahlreichen Band-Mitglieder jedoch bereits an einem neuen Programm. Die neuen Stücke stellt die Big Band am Tag der offenen Tür am GAT vor. Dieser findet am Samstag, 23. November, statt.

Auch die im Frühjahr neu gegründete Rockband des GAT mit dem Namen „Gat it!“ gab ein musikalisches Stelldichein auf dem Lückerather Volksfest. Die fünf Mittelstufenschüler heizten dem Publikum mit ihren rockigen Stücken ordentlich ein. „Spätestens da verflüchtigten sich auch beim letzten Zuhörer trübsinnige herbstliche Gedanken“, so GAT-Lehrer und Musiker Bernhard Karst.

pp/Agentur ProfiPress