Gemeinde hat erste Nationalpark-Kita

Der Kindergarten Golbach hat den Zertifizierungs-Vorgang erfolgreich abgeschlossen – Kinder haben in den vergangenen zwei Jahren den Wald kennen- und lieben gelernt

Kall-Golbach – Große Freude bei Monika Müller und ihrem Team: Der Kindergarten Golbach ist jetzt zertifizierte Nationalpark-Kita – und zwar die erste im Gemeindegebiet Kall. Michael Heller, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, und Nina Pützer, die in der Gemeinde für die Kindergärten zuständig ist, gratulierten.

2018 hatte sich der Kindergarten für die Zertifizierung beworben. „Wir haben ein kleines Außengelände, weitere Spielgeräte nehmen Platz weg, deshalb wollten wir unser bisheriges Außengelände in Szene setzen und mit dem, was wir haben, arbeiten“, erklärt die Leiterin, Monika Müller, die Grundidee.

Kindergarten-Leiterin Monika Müller (r.) zeigt Nina Pützer von der Gemeinde Kall stolz das Zertifikat: Der Golbacher Kindergarten ist als erste Einrichtung im Gemeindegebiet Nationalpark-Kita. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Gemeinde Kall als Träger wurde selbstverständlich mit ins Boot geholt. „Es ging darum, die vorhandene Fläche optimal auszunutzen und gleichzeitig die Kindergarten- und konzeptionelle Arbeit qualitativ zu entwickeln“, beschreibt Michael Heller. Als weiteres Ziel sah er aber auch die Kooperation, die Vernetzung und den gegenseitigen Austausch mit anderen Einrichtungen. „Man kann voneinander lernen“, so Heller.

Das Team wurde unter anderem kostenlos in der Wildniswerkstatt in Düttling ausgebildet. „Wir wurden fachlich gestärkt und gestützt“, fasst es Monika Müller zusammen. Unter dem Titel „Kosmos Wald“ initiierte das Team zwei Projekte: „Vom Waldspaziergang zum regelmäßigen Waldtag“ sowie „Vom Baumstamm zum Sitzmöbel“ – und die 21 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren waren mit Feuereifer bei der Sache.

„Die Zeit war immer zu kurz“

Im ersten Projekt ging es darum, den Wald zu entdecken. Obwohl diese „Draußenzeit“ nicht nur im Wald stattfand, sondern sich über den ganzen Ort verteilte. „Wie haben das situationsabhängig gemacht und waren oft den ganzen Tag mit den Kindern und unserem Bollerwagen draußen. Dabei haben die Kinder den Wald kennen- und lieben gelernt“, sagt Müller und ergänzt: „Die Zeit draußen war dennoch immer zu kurz.“

Nicht nur das Erleben des Waldes, sondern das der gesamten Natur stand bei der Zertifizierung im Vordergrund. Foto: Kindergarten Golbach/pp/Agentur ProfiPress

Natürlich wurden auch stets die Eltern mit einbezogen. Sie konnten mit den Kindern in einer Schreinerei zusammenarbeiten, es gab Familientage, Picknicke und der Abschluss fand am „Wilden Kermeter“ statt. Auch weitere Ziele hat Monika Müller schon ins Auge gefasst, etwa ein Besuch des Rundwegs bei Nettersheim.

Die Hilfe der Eltern war manchmal auch nötig, denn im zweiten Projekt sollten ja Sitzmöbel entstehen. Teilweise bekamen das die Pänz aber auch ganz alleine hin. „In einem Loch am Sportplatz wurde mit Steinchen und Ästen ein Waldsofa errichtet“, erzählt Monika Müller. Die Fantasie der Kinder wurde dort offenbar besonders stark angeregt, denn plötzlich gab es da auch noch eine Verkaufsstelle und eine Küche. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Auch die Familien wurden in den zwei Jahren mit eingebunden. Es gab unter anderem Ausflüge. Foto: Kindergarten Golbach/pp/Agentur ProfiPress

Die Kiga-Leiterin ist sehr zufrieden, wie die vergangenen zwei Jahre abgelaufen sind. „Die Kinder sehen, hören und erleben den Wald nun ganz anders“, erzählt sie. Und nicht nur sie: Auch das Team des Kindergartens lernte in den Fortbildungen immer etwas Neues. So hat Monika Müller besonders ein Waldspaziergang beeindruckt, bei dem sie einen Spiegel vor sich halten musste und so beobachten konnte, was in den Bäumen über ihr alles passiert.

Stillstand herrscht mit der Zertifikatsübergabe aber nicht. Im Gegenteil. In Absprache mit der Gemeinde wurde die Rezertifizierung beantragt. Für Kall ist es etwas Neues – neben Familienzentren, Bewegungskindergarten und Kitas, die als Haus der kleinen Forscher gelten, hat die Gemeinde nun eben auch eine Nationalpark-Kita. „Für mich ist es wichtig, dass ein solches Zertifikat auch zum Arbeitskonzept eines Kindergartens passt“, erklärt Michael Heller. Aus diesem Grund tauschen sich die Kita-Leiterinnen in Kall auch regelmäßig aus.

pp/Agentur ProfiPress