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Dank Nationalpark kommt ein neuer Touristen-Typ in die Eifel

Ersten umfassenden Bericht über die Entwicklungen im Nationalpark Eifel veröffentlicht – Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick vertrat bei der Präsentation der Ergebnisse die Anrainer-Kommunen 

Kall-Urft – Wie viele Besucher hat der Nationalpark Eifel? Gibt er der Region wirtschaftliche Impulse? Wirken sich Naturerlebnisangebote im Park negativ auf die sensible Natur aus? Antworten auf diese und andere Fragen gibt das so genannte Sozioökonomische Monitoring (SÖM), eine mehrjährige Untersuchung, bei der die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur unter die Lupe genommen werden. Die Ergebnisse präsentierten Michael Lammertz und Henning Walter von der Nationalpark-Verwaltung, Andreas Wiebe vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick als Vorsitzender des Kommunalen Nationalparkausschusses und Vertreter der Anrainer-Kommunen sowie Klaus Schäfer von der Eifel Tourismus GmbH nun erstmals im Rahmen einer Pressekonferenz im Jugendwaldheim in Urft.

„Für die positive Entwicklung des bislang einzigen Nationalparks Nordrhein-Westfalen ist das SÖM von großer Bedeutung. Ohne die stetige Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit wüssten wir nicht, ob unsere Naturerlebnisangebote die Menschen für den Nationalpark begeistern  und wir Aufgaben und Ziele des Nationalparks verständlich vermitteln”, sagte Andreas Wiebe.

Der Bericht zeigt beispielsweise auf, dass Rangerführungen Spaß machen und Wissen zum Nationalpark vermitteln. Nationalpark-Gäste fühlen sich in den Nationalpark-Toren gut beraten und schätzen die Ausstellungen. Die Anzahl der festgestellten Verstöße gegen die Ge- und Verbote im Nationalpark geht zurück – die ergriffenen Maßnahmen zur Besucherlenkung wie Infotafeln, Beschilderung der Wege und gezielte Präsenz der Ranger scheinen Früchte zu tragen.

Positiv steht laut SÖM-Bericht auch die einheimische Bevölkerung dem Nationalpark gegenüber. Das freute Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick als Sprecher der Anrainer-Kommunen.  „Die Akzeptanz des Schutzgebiets bei Anwohnern und Gästen ist erfreulich. Dass der Nationalpark für fast 90% der Gäste wichtig ist und sich die Anwohner mit den Ge- und Verboten überwiegend einverstanden erklären, weist auf entsprechend gute Aufklärung hin”, sagte er. Die Gründung des Nationalparks sei „für die Region eine sehr gute und weise Entscheidung gewesen“, zitiert ihn der Journalist David Dreimüller in der „Kölnischen Rundschau“. Davon ist nicht nur das Mechernicher Stadtoberhaupt überzeugt. Wie der Redakteur F.A. Heinen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, hätten sich die Anrainer laut Schick überwiegend klar für den Fortbestand des Nationalparks ausgesprochen. Leidglich 17,5 Prozent lehnten ihn ab.

Für den Tourismus in der Region ist ein ganz anderer Aspekt des Berichtes bemerkenswert: Der Nationalpark hat der Region neue Zielgruppen beschert. Die eigens für den Nationalpark angereisten Touristen verbleiben länger in der Region, geben mehr Geld aus und sind umweltbewusster als der durchschnittliche Besucher. Besonders beliebt ist das Premium-Angebot „Wildnis-Trail”: Die 2.500 Buchungen seit 2007 machen 9.000 zusätzliche Übernachtungen und rund eine halbe Million Euro Umsatz aus, so Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH. Kapital des Nationalparks seien die mehr als 6.200 Tier- und Pflanzenarten.

Die vielen Millionen Steuergelder, die für das Prestigeprojekt Nationalpark ausgegeben würden, kämen der Region unmittelbar zugute, schreibt Heinen in seinem Kommentar zu den SÖM-Ergebnissen. Jenseits von Euro und Cent, so der Journalist, dürfe man als Hauptgewinner die Natur sehen, deren Artenvielfalt im wiedererlangten natürlichen Zustand exponentiell zu genommen habe. „Das ist das Geschenk der Eifel an die Welt“, so Heinen.

pp/Agentur ProfiPress