“Auf einem guten Weg!”

“Auf einem guten Weg!”
Blau-Gold-Vorsitzender Hans Walter Wein spricht im Interview von einem guten Gesamtklima im Kommerner Tennis-Club: “2011 als vorläufiger Höhepunkt einer erfolgreichen Neuausrichtung!” – Von 186 wieder auf 281 Mitglieder – Erhebliche Verbesserungen – Superverhältnis untereinander und auch zur Stadt Mechernich
Kommern – Beim Tennis-Club (TC) Blau-Gold Kommern geht es aufwärts. Und zwar nach Überwindung einer Talsohle mit nur noch 186 Mitglieder Ende 2007 kontinuierlich. 2011 hat die seither einsetzende positive Entwicklung mit 74 (!) neu aufgenommenen Mitgliedern ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Insgesamt hat der Verein damit wieder 281 Frauen, Männer und Jugendliche in seinen Reihen. Das entspricht dem Stand der Saison 2002/2003.
“Der TC Blau-Gold konnte seinen Bekanntheitsgrad enorm steigern”, sagte TC-Vorsitzender Hans Walter Wein im Interview mit dem Journalisten Bernd Born. Wein sieht seine “Blau-Gold-Familie” in allen Bereichen auf einem guten Weg. Hier das Interview aus den Vereinsnachrichten des TC Blau-Gold im Wortlaut:
Das Jahr 2011 war das vorläufig erfolgreichste Jahr der Clubgeschichte. Wie lassen sich mit ein bisschen Abstand die Negativtendenzen von 2003 bis 2006 begründen?
Hans Walter Wein: “Mit diesen Negativtendenzen hatte ja nicht nur unser TC Blau-Gold zu kämpfen. Der große Tennis-Boom war zu Ende, was sich natürlich auch bei den Mitgliederzahlen bemerkbar machte. Doch man darf auch nicht verhehlen, dass das Klima im Club immer schlechter wurde. Gewisse Spannungen und Unzufriedenheiten führten zur Grüppchenbildung – kurzum: Man hat aneinander vorbei gelebt. Daraus resultierte eine gewisse Isolation in Kommern-Süd, so dass wir weder im Vereinsleben noch generell in der Gesellschaft integriert waren. Man muss es so klar sagen: Zu dieser Zeit eilte uns ein schlechter Ruf voraus.”
Hatte dieses schlechte Klima im Club auch Auswirkungen auf die Finanzen?
Hans Walter Wein: “Natürlich. Fehlende Mitgliedsbeiträge summierten sich schnell zu einem satten Minus von über den Daumen gerechnet 20.000 Euro. Der finanzielle Handlungsspielraum war stark eingeschränkt, notwendige Investitionen mussten verschoben werden. Ein idealer Nährboden für Unzufriedenheit und eine gewisse Resignation.”
Wir springen ins Jahr 2007 – aus Ihrer Sicht eine Art “Neubeginn” bzw. das Impulsjahr für die Neuausrichtung des TC Blau-Gold Kommern?
Hans Walter Wein: “Mit dem damaligen Vorstandswechsel wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Erste Erfolge ließen nicht auf sich warten: Neue Trainer, eine Verbesserung der finanziellen Situation durch Einsparungen auf dem Energiesektor von bis zu 30 Prozent und – ganz wichtig – wieder Fortschritte bei der Mitgliedergewinnung.”
Wie konnte der positive Trend fortgesetzt werden?
Hans Walter Wein: “Die Forcierung der Pressearbeit war ein wichtiger Baustein. Dazu erhielt der Club eine neue Marketing-Identität (Corporate Identity). Ein einheitliches Auftreten in Sachen Schriftverkehr, Plakate, Flyer aber auch bei gezielten Aktionen oder zum Beispiel beim Tag der offenen Tür war wieder gewährleistet. Zudem haben sich der Club und seine Mitglieder wieder aktiv am Kommerner Vereinsgeschehen beteiligt.”
Welchen Part übernahm der Förderverein bei der “Neuorientierung”?
Hans Walter Wein: “Eine enorm wichtige Rolle, vor allem im Bereich der Jugendarbeit. Mit dem Jahr 2008 konnte sich der TC Blau-Gold auch wieder gesellschaftlichen Aufgaben widmen und insgesamt sechs Tennis-AGs in Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet Mechernich anbieten. Daraus resultierten als nette Begleiterscheinung neue Mitglieder für unseren Club – letztendlich war dieses Engagement aber nur durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins möglich. 10.000 Euro werden uns jährlich für die Nachwuchsförderung zur Verfügung gestellt, die den Club-Etat wesentlich entlasten. Die dadurch frei gewordenen Mittel gewähren uns einen gewissen finanziellen Spielraum.”
In welche Maßnahmen wurde investiert?
Hans Walter Wein: “Wir dürfen da auf keinen Fall die Stadt Mechernich vergessen, die immer wieder offene Ohren für unsere Belange hatte. Unter anderem aus Mitteln des Konjunkturpaketes II – kombiniert mit eigenen Geldern – ließen sich Maßnahmen in einem Gesamtvolumen von ca. 90.000 Euro (!) bewerkstelligen. Clubhaus, Parkplätze, Grundinstandsetzung der Tennisplätze, Vollisolierung Fenster und Türen… – in Sachen Infrastruktur hat sich einiges getan.”
Förderverein, Stadt Mechernich – konnten noch weitere Gelder akquiriert werden?
Hans Walter Wein: “Sie spielen auf unsere erfolgreiche Teilnahmen an den Wettbewerben des Deutschen Tennisbundes (DTB), des Tennisverbandes Mittelrhein (TVM) und beim KreisSportBund (KSB) an. Die Prämierung unserer im Jahr 2009 eingereichten Beiträge in den Segmenten Mitgliedergewinnung/-bindung, Energiesparmaßnahmen/Umwelt bzw. Jugendarbeit spülte sage und schreibe 8000 Euro in die Clubkasse. Für uns waren diese Preise auch eine Art Bestätigung, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Wir konnten unseren Bekanntheitsgrad steigern und an Akzeptanz gewinnen. Damit sind wir sozusagen aus der eingangs erwähnten Isolation ausgebrochen.”
Blau-Gold Kommern als innovativ ausgerichteter Tennisklub: Warum genau war 2011 der vorläufige Höhepunkt dieser erfreulichen Entwicklung?
Hans Walter Wein: “Auf allen Gebieten war es ein sehr, sehr gutes Jahr. Zunächst einmal macht es uns stolz, dass wir vom Tennisverband Mittelrhein für eine ‚vorbildliche Herangehensweise’ im Rahmen des Tages der offenen Tür zum Referenzverein gekürt worden sind. Allein an diesem Tag konnten wir 41 neue Mitglieder gewinnen. Attraktive Pakete wie zum Beispiel die Schnuppermitgliedschaft oder unsere familienorientierte Ausrichtung haben unter anderem dazu geführt, dass wir einer Überalterung im Mitgliedsbereich erfolgreich gegensteuern konnten. Wir sind jetzt wieder in allen Altersschichten nahezu optimal besetzt.”
Zum Sportlichen: Welche Schwerpunkte verfolgt der TC Blau-Gold und wie schätzen Sie das momentane Leistungsvermögen der im Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften ein?
Hans Walter Wein: “Unsere sportliche Konzeption ist einerseits leistungsorientiert, basiert aber elementar auf dem Breitensportgedanken. Diese zwei Komponenten bekommen wir gut unter einen Hut. Die Zielsetzung für unsere im Spielbetrieb aktiven Mannschaften heißt “Bezirksliga”. Mit den Junioren und den sehr erfolgreichen ‚Damen 40’ konnte dieses Niveau (2. Bezirksliga) bereits realisiert werden, wobei bei den ‚Damen 40’ die Tendenz klar zur 1. Bezirksliga geht. Fünf weitere Mannschaften spielen zurzeit in der Kreisliga (dazu noch die freie Spielrunde 55), nähern sich aber kontinuierlich dem anvisierten Bezirksliga-Niveau an. Ein Kompliment gebührt diesbezüglich unserem Trainerteam um Marion und Stefan Cziska. Modernste Trainingsmethoden sorgen für eine stetige Entwicklung in allen Blau-Gold-Teams. Um mehr Spielpraxis zu erlangen, haben sich einige Mannschaften auch für die Medenspiele im Winter angemeldet, wohl wissend, dass für Training und auch Spiele (in Embken, Anm. d.Red.) längere Anfahrtszeiten in Kauf genommen werden müssen.”
Reichen die Platzkapazitäten für Leistungs- und Breitensport aus?
Hans Walter Wein: “Ja und das ist uns ganz wichtig! Bei sieben zur Verfügung stehenden Freiluftplätzen kommt jeder Spieler, egal welcher Ausrichtung, ohne größere Wartezeiten bei der Platzbelegung zum Zuge. Darüber hinaus können wir an den Wochenenden noch Spezialkurse für Einsteiger und Fortgeschrittene anbieten.”
Ein Tennisclub wie Blau-Gold lebt ja nicht zuletzt auch vom gemeinschaftlichen Engagement. Kurz und knapp: Gibt es genügend helfende Hände?
Hans Walter Wein: “Das Engagement zur Unterstützung der Vereinsführung hat sich gebessert, ist aber noch ausbaufähig. Für Clubmitglieder ab 14 Jahre gibt es den sogenannten Hand- und Spanndienst. Dabei handelt es sich um zu leistende Arbeitsstunden zum Gemeinwohl – andernfalls ist eine geringe Ausfall-Gebühr zu entrichten.”
Deutliche Mitgliederzuwächse, eine gelungene Integration der “Neuen” – was macht den TC Blau-Gold derzeit aus und wie lautet die grobe Zielsetzung für 2012?
Hans Walter Wein: “Das Gesamtklima im Club hat sich deutlich verbessert; momentan könnte man es sogar als uneingeschränkt gut bezeichnen. Das sieht man schon daran, dass während der Freiluftsaison schon samstags und sonntags ab 10 Uhr alle Plätze belegt waren. Die Kommunikation stimmt wieder. Für das Jahr 2012 haben wir uns vorgenommen, weiter am jetzt positiven Erscheinungsbild des TC Blau-Gold zu arbeiten. Dazu gehören auch Themenbereiche wie die Neuen Medien (Social Media), an die wir uns gezielt herantrauen wollen. Auch in Sachen Infrastruktur gibt es noch genügend ‚Baustellen’ – von der Grundüberholung der Wasserversorgung (Pumpanlage zur Platzbewässerung, d.Red.) über eine automatische Bewässerungsanlage für die Plätze 1 bis 3 bis hin zu Renovierungen im Bereich des Clubhauses und hier speziell bei den Sanitäranlagen. Abschließend bin ich aber sehr zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam diese Herausforderungen gemeistert bekommen und der Tennis-Club Blau-Gold Kommern weiterhin ein verlässlicher Partner für alle Tennissportbegeisterten sein wird.
Interview: Bernd Born/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

14.12.2011