Verdienstkreuz für Jürgen Sauer

Wißkirchener engagiert sich unter anderem für das Hospiz „Stella Maris“ der Communio in Christo in Mechernich – Jugend und Sport liegen ihm ebenso am Herzen – Betriebssportgruppe der AOK gegründet 

Landrat Günter Rosenke (l.) erklärte Jürgen Sauer und seiner Frau Anneliese, wie das Bundesverdienstkreuz zu tragen ist. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Euskirchen – Dass Landrat Günter Rosenke nicht alle Aktivitäten aufzählen konnte, die Jürgen Sauer ehrenamtlich verfolgt, hätte er kaum erwähnen müssen. Diejenigen, die den 69-Jährigen kennen, wissen das schließlich am besten. Denn vielen seiner Bekannten ist er durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten verbunden. Dieses Engagement wurde nun durch die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, kurz das Bundesverdienstkreuz, gewürdigt. Auch die Glückwünsche von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken konnte Rosenke übermitteln. Neben seinem großen Einsatz im sportlichen Bereich engagiert sich Sauer auch sozial, so etwa für das Hospiz „Stella Maris“ der Communio in Christo in Mechernich. Seit 2004 ist er der Vorsitzende des Fördervereins. In dieser Funktion  kümmere er sich darum, „die notwendigen Finanzen für den zehnprozentigen Eigenanteil zu beschaffen“, so Landrat Rosenke.

Gerne erinnere er sich an den „brechend vollen“ Raum, wenn der Förderverein sein traditionelles Benefizkonzert mit Johannes Kalpers veranstalte, so der Landrat. Der Startenor und „Stella Maris“-Schirmherr selbst sei hinterher regelmäßig voll des Lobes, wusste er zu berichten. Auch dem Senioren- und Pflegeheim „Falkenhorst“ Mechernich sowie dem Alten- und Pflegeheim „Sonnenhof“ Kommern steht er – ehemaliger AOK-Regionaldirektor – als „AOK-Pate“ zur Seite. Dennoch sei Jürgen Sauer regelrecht erschrocken gewesen, als Rosenke ihn anrief, da er keine öffentliche Würdigung seines Engagements wollte, erzählte er weiter. Er habe zunächst überzeugt werden müssen, wie wichtig dies auch für die Öffentlichkeit sei. Denn: „Wir brauchen Nachahmer dringend.“

Jürgen Sauer wohnt mit seiner Frau Anneliese in Wißkirchen, ist Vater von zwei Söhnen und einer Tochter sowie Opa von sechs Enkeln. Trotz seiner zahlreichen Aktivitäten gehe die Familie vor, so Günter Rosenke in seiner Laudatio. Sein starkes Engagement für andere Menschen begann in den sechziger Jahren bei seinem Arbeitgeber, der AOK in Euskirchen. Gemeinsam mit Kollegen gründete er die Betriebssportgemeinschaft „AOK Euskirchen e.V.“, deren Geschäftsführer er später wurde. Seinen langjährigen Einsatz würdigte die AOK mit der Goldenen Ehrennadel der BSG der AOK, die laut Rosenke bislang nur elfmal vergeben worden sei. Auch als Personalratsvorsitzenden konnten sich die AOK-Mitarbeiter auf ihn verlassen. Bis zu seinem Ruhestand 2006 war Jürgen Sauer schließlich als Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg tätig.

Vier Jahre lang leitete der Träger des Bundesverdienstkreuzes den Betriebssport-Kreisverband Euskirchen, an dessen Gründung er beteiligt war. Insbesondere aber hängt sein Herz am SC Wißkirchen 1925. Im stand Sauer von 1994 bis 2004 vor und leitete den Bau des Sportlerheims maßgeblich in die Wege. Inzwischen ist er Ehrenvorsitzender des SC, darüber hinaus zeichnete ihn der Fußballverband Mittelrhein mit der Goldenen Vereinsnadel aus.

Auch dem Euskirchener Stadtsportverband gehörte er zeitweise als Vorsitzender an. Seit mittlerweile neun Jahren organisiert er das Prominenten-Torwandschießen des SC, dessen Erlös kranken Kindern zugutekommt. Auch seine Aktivität als stellvertretender Vorsitzender der „Elterninitiative herzkranker Kinder und Jugendlicher Bonn“ seit 2007 zeugt von seinem Engagement für die Jüngsten der Gesellschaft.

Politisch aktiv war Jürgen Sauer ebenfalls – natürlich in Sachen Sport und Jugend. Von 1989 bis 1994 gehörte er dem Ausschuss für Jugend und Soziales der Stadt Euskirchen an, von 1994 bis 2009 dem damaligen Sportausschuss.

„Dafür, dass Sie Ihren Mann bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit über Jahrzehnte hinweg unterstützt haben, gebührt auch Ihnen Anerkennung und Dank“, betonte der Landrat gegenüber Anneliese Sauer. „Ich glaube, das Maß zwischen Anwesenheit daheim und Abwesenheit gleicht sich aus“, scherzte Sauer. Die Auszeichnung wolle er stellvertretend für die Vereine und Selbsthilfegruppen verstanden wissen, in denen er tätig sei. „Die Auszeichnung hätten andere, die ich bei meinen Tätigkeiten kennengelernt habe, genauso verdient. Ich könnte sofort fünf bis zehn Menschen aufzählen.“ Stillstand sei seine Sache nicht, erklärte Sauer. „Ideen zu entwickeln, umzusetzen und zu gestalten heißt die Devise.“

pp/Agentur ProfiPress