Tierisch jecker Kinderzoch
Kommern feiert wieder seine Pänz – Beste Stimmung, strahlende Gesichter und wunderschöne Kostüme – Schildkröten, Mäuse, Erdmännchen und Co. schmissen reichlich Kamelle unters närrische Volk
Mechernich-Kommern – Entschuldigung, bin ich hier im Kölner Zoo? Nein, im Kommerner Kinderzoch. Aber der war diesmal so tierisch jeck, dass man wirklich hätte denken können, der Zoo aus der Domstadt hätte einen Betriebsausflug in die Eifel gemacht.

Es gab wunderschön geschminkte Erdmännchen zu bewundern, die wirklich alles im Blick hatten. Die Schildkröten der Klasse 1a waren richtig auf Zack und schmissen fleißig Kamelle. Auch süße Mäuse wuselten durch Kommerns Straßen, genauso wie die schlauen Füchse, die reichlich Kamelle unters närrische Volk brachten.

Doch das war noch längst nicht alles an wilden und nicht ganz so wilden Tieren. Die Schüler der Klasse 6a der Gesamtschule hatten sich in fleißige Bienen verwandelt und summten über den Zugweg. Die Kinder der Klasse 5b flatterten als Fledermäuse umher. Zwei Freunde waren in übergroßen Dinosaurier- und Krokodil-Kostümen unterwegs. Auch Wölfe wurden gesichtet, vor denen sich allerdings niemand zu fürchten brauchte – die wollten doch nur Kamelle werfen.
Freude bei Prinz Bit I.
Für Prinz Bit I. (Wilhelm Draht) und sein Gefolge ein herrlicher Anblick. „Das Wetter spielt mit, die Leute sind super gelaunt und für die Kinder ist das einfach einmalig“, schwärmte seine Tollität, die sich auch schon auf den Rosenmontagszug freut. Doch jetzt gab es erst einmal ein Gruppenfoto mit den Bauernhof-Tieren der Klasse 2a der Katholischen Grundschule Kommern.

Deren Kinderzug gibt es seit nunmehr 20 Jahren und es war eine Freude zu sehen, wie die Kinder und Erwachsenen im und am Zug dieses Ereignis nach zwei Jahren Corona-Pause endlich wieder genießen konnten. Neben den Tierkostümen gab es ganz viele kreative Verkleidungen zu bestaunen. Die große Gruppe der AWO-Kita war als „Piraten, wild und frei“ verkleidet. Die 4b bestand aus einem himmlisch schönen Engel und ganz vielen, höllisch guten Teufeln.

Als absolut jecke Fußballmannschaft lief die Klasse 4a auf. Hier spielten Kicker in den Trikots Deutschlands, Argentiniens, von Dortmund, Bayern oder dem 1. FC Köln gemeinsam in einem Team – das schafft nur der Karneval. Das galt auch für die Gangster der Klasse 4c, die sich offenbar mit den Polizisten in ihrer Gruppe ganz gut verstanden. In der mitgeführten Gefängniszelle war dann auch lediglich das Wurfmaterial weggesperrt.
Vogelscheuchen und Einhörner
Liebevoll kostümiert waren auch „die Bangmächer vun dä Klass 3b“. Die als Vogelscheuchen verkleideten Kinder machten auf ihrem Wagen die klare Ansage: „Wir scheuche de Raven vum Feld“. Zum Glück waren gar keine Raben in Sicht, sondern nur bunte Einhörner der Klasse 5a des Gymnasiums Am Turmhof – und die hatten keine Angst vor den Vogelscheuchen.

Das war auch bei den Dalmatinern so, die in ihren schwarz-weiß gepunkteten Kostümen so gar keine Angst vor ihrer Lehrerin hatten, obwohl die als böse Cruella verkleidet war, die sich in der Disney-Verfilmung ja eigentlich einen Mantel aus dem Fell der süßen Hunde fertigen lassen möchte. Was ihr im Film nicht gelingt, sollte ihr in Kommern erst recht nicht gelingen, denn hier ging es um Harmonie und Spaß an der Freud.

Das strahlten auch die Kinder aus, die als Sams verkleidet waren. In blauen Anzügen, mit grünen Flossen an den Füßen, Wunschpunkten im Gesicht und feuerroten Haaren machten sie mit Herrn Taschenbier eine wunderbare Figur im Zoch.

Der wurde angeführt von einem schicken alten Feuerwehr-Unimog, den Helmut Brose steuerte. Der hatte zur Verstärkung Feuerwehrfrau Julia Heimbach im Auto samt Enkelchen Moritz, der sozusagen als dritte Feuerwehr-Generation in den Startlöchern steckt. Und vorne auf dem Unimog hing ein Schild mit einem wunderschönen Spruch, der sich an diesem Weiberdonnerstag bewahrheiten sollte: „Kumm loss mer Karneval fiere he in Kummere und blend de Sorje der Welt för ne Aurebleck us! Alaaf!“















Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
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