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Eifel-Nobelpreis für Literatur

Eifel-Nobelpreis für Literatur
Zukunftsinitiative Eifel verleiht auf der Internationalen Touris-mus-Börse (ITB) in Berlin zum zweiten Mal den “Eifel-Award”, diesmal in den Sparten Kultur und Innovation: Empfänger sind Dr. Josef Zierdens legendäres Eifel-Literatur-Festival und das ostbelgische Discobus- “CYSTeam” von und für junge Leute – Literarischer Coup am Rande: Zierden holt Günter Grass in die Eifel – Landräte und Minister ehren Preisträger
Eifel/Berlin – Mit dem nach 2009 zum zweiten Mal verliehenen “Eifel-Award”, dem Preis der Zukunftsinitiative Eifel für herausragende eifeltypische Initiativen und Errungenschaften, wurden jetzt auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin das bekannte “Eifel-Literatur-Festival” und das “CYSTeam”, ein Discobus-System von und für junge Leute im zur Eifelregion zählenden deutschsprachigen Teil Belgiens, ausgezeichnet.
Rund 200 Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Tourismus aus der gesamten Eifel, darunter auch aus dem deutschsprachigen Raum Belgiens und Luxemburgs waren bei der Verleihung zugegen.
Die Preise nahmen Dr. Josef Zierden, der Erfinder und “Macher” des Eifel-Literatur-Festivals, und Alfred Lecerf, Bürgermeister der ostbelgi-schen Gemeinde Lontzen, aus den Händen der Laudatoren entgegen. Dies waren Dr. Sigfrid Gauch, Ministerialrat a. D. und bis 2010 Literaturreferent des Landes Rheinland-Pfalz, sowie Isabell Weykmans, Ministerin für Kultur, Medien und Tourismus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.
Die dazugehörenden Urkunden überreichten die Erste Kreisbeigeordnete Monika Fink in Vertretung des erkrankten Landrates Dr. Joachim Streit (Eifelkreis Bitburg-Prüm) an Zierden und Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, an Lecerf.
Die Zukunftsinitiative Eifel, die den Eifel-Award verleiht, ist eine Dach-marke der zehn Eifelkreise aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und acht Wirtschaftskammern.
Der Zusammenschluss versteht sich als Kommunikations- und Koordinationsplattform, um die Interessen der Eifel über Länder- und Staatsgrenzen hinweg voranzubringen. Sie hat sich vor allem fünf Handlungsfelder auf die Fahnen geheftet, die wahlweise auch für den Eifel-Award preiswürdig sein können: Kultur und Tourismus, Wald und Holz, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe sowie Technologie und Innovation.
Josef Zierdens 1994 aus der Taufe gehobenes Literaturfestival ist dem Bereich “Kultur und Tourismus” zuzuordnen, das 2001 erfundene und gegründete “CYSTeam” darf als innovativ gelten. Das Eifel-Literatur-Festival und sein Initiator und Organisator Josef Zierden hätten die Eifel über Grenzen hinweg bekannt und auch populär gemacht, sagte Laudator Dr. Sigfrid Gauch der ITB in Berlin.
Siegfried Lenz, Martin Walser und Mario Adorf lasen bereits bei den zuletzt 28 eifelweiten literarischen Veranstaltungen, zu denen 2010 insgesamt 15.000 Besucher kamen. Stargast war da Literatur-Nobelpreis-Trägerin Herta Müller. Dabei wird es nicht bleiben, denn bei der Preisverleihung sickerte eine sensationelle Neuigkeit durch: Bei dem ominösen “Unbekannten” von literarischem Weltrang, von dem Zierden in Hinsicht auf das Festprogramm 2012 bislang nur in Andeutungen gesprochen hatte, handelt es sich aller Voraussicht nach um Günter Grass.
Der Nobelpreisträger für Literatur von 1999 komme bereits im Herbst 2011 in die Eifel. Zum ersten Mal in der 17jährigen Geschichte des Festivals gebe es in diesem Jahr ein Special, so Zierden. Genaues will er allerdings erst auf der offiziellen Pressekonferenz am 7. April bekannt geben.
Zur Verleihung des “Eifel-Awards” gab Zierden, der zum Zeitpunkt der Verleihung auf historischem Berliner Boden wandelte, einen staatsmännischen Kommentar ab, der auf die deutsche Einheit anspielte: “Ich bin stolz, von Berlin auf die Eifel zu schauen, denn auch dort ist zusammengewachsen, was zusammengehört.”
Den zweiten Eifel-Award erhielt das ostbelgische “CSYTeam”. Das “Center Young Service Team” steht für ein Mobilitätsprojekt, das auf beispielhafte Art eine Lösung für die motorisierte Beweglichkeit junger Menschen im ländlichen Raum entwickelt hat. Es handelt sich dabei um einen Fahrdienst für Jugendliche, der von jungen Erwachsenen und Jugendlichen selbst organisiert und betrieben wird.
Eine Umfrage unter Jugendlichen der deutschsprachigen ostbelgischen Gemeinde Lontzen war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Jugend dieser ländlichen Gemeinde besonders an Wochenenden ein Mobilitätsproblem hatte. Es fand sich eine Gruppe Idealisten, die ein Projekt entwickelte, um den Jugendlichen eine Fahrgelegenheit von den Jugendtreffs der Gemeinde hin zu Veranstaltungen und von dort aus zu einem vereinbarten Zeitpunkt wieder nach Hause zu bieten.
Im März 2001 fiel der Startschuss. Heute befördert das 37-köpfige “CYSTeam” um die 1000 Jugendliche jährlich im zur Zukunftsinitiative Eifel zählenden Raum Eupen/Lontzen/Kelmis in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Seit 2010 gibt es erste gemeinsame Aktionen mit französischsprachigen Nachbargemeinden der Provinz Lüttich. Auf großes Interesse stieß das Projekt auch bei der Eifelkonferenz 2010 in Heimbach.
Dr. Angelica Schwall-Düren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenhei-ten, lobte das grenzüberschreitende Engagement der Zukunftsinitiative Eifel. Ein Tourismus, der über die Staatsgrenzen hinweg gemeinsam vermarktet werde, biete gute Zukunftsaussichten, sagte die Ministerin den Medienvertretern. Und eines versprach sie auch: “Ich werde mit Freunden und Bekannten noch in diesem Jahr die Eifel besuchen.”
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

11.03.2011