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Skurrile Verwachsungen

Wanderausstellung „Eisen im Holz“ im Freilichtmuseum: Wie kommt das Brückengeländer in den Baum?

Mechernich-Kommern – Rohre, Ketten, Hufeisen, Munitionsteile, ja sogar einen Basketball-Korb und ein ganzes Brückengeländer gehören zu den Gegenständen, die in einer neuen Ausstellung im LVR-Freilichtmuseum Kommern zu sehen sind. Das Skurrile an ihnen: Sie sind allesamt im Laufe von Jahren, meist Jahrzehnten, von Bäumen regelrecht umwachsen worden.

„Eisen im Holz“: Unter diesem Titel beinhaltet die vom Märkischen Forstmuseum und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald konzipierte eine hochinteressante Sammlung von gewachsenen Holz-Metall-Verbindungen, die in Wäldern entdeckt wurden. Meist sind es Gegenstände, die in Wäldern vergessen oder als Müll hinterlassen und dann regelrecht von wachsendem Holz überwallt wurden.

In der Natur zusammengewachsen sind dieses Brückengeländer und der Baum. Gefunden wurde die einmalige Verbindung auf dem Funkerberg im brandenburgischen Königs Wusterhausen. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress
In der Natur zusammengewachsen sind dieses Brückengeländer und der Baum. Gefunden wurde die einmalige Verbindung auf dem Funkerberg im brandenburgischen Königs Wusterhausen. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

In unserer Region erinnert aber auch das „Splitterholz“ an die Mengen von Munition, die während der Ardennenoffensive die Waldbestände trafen, dort in das Stammholz eindrangen oder später überwuchert wurden. Noch heute finden Waldbesitzer und Förster immer wieder Teile von Kampfmitteln, die in Bäume eingewachsen sind. Aber auch in Sägewerken kommen immer wieder beim Aufsägen der Stämme eingewachsene Metallgegenstände, darunter Munition, zutage. Das kann mitunter sehr gefährlich werden, Sägegatter beschädigen oder den Kampfmittelräumdienst auf den Plan rufen.

Die Ausstellung „Eisen im Holz“ ist bis zum 10. Juni im „Waldhaus“ des LVR-Freilichtmuseums Kommern zu sehen.

pp/Agentur ProfiPress