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Krimi im Bunker

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick eröffnete im ehemaligen Luftschutzdepot der Landeszentralbank unter der städtischen Förderschule im Veytal die Mechernicher Lesung im Zuge des Festivals „Nordeifel – Mordeifel“: Frank Marx und Kai Meyer bewiesen beim Lesen kriminelle Energie

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (stehend rechts) begrüßt die Lesungsgäste zum Festival "Nordeifel - Mordeifel" im Satzveyer LZB-Bunker. Im Türrahmen wartet der Schriftsteller Kai Meyer auf seinen Auftritt, am Lesetisch hat bereits der Kölner Krimiautor Frank Marx Platz genommen. Foto: Tom Steinicke/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Satzvey – Dafür dass er in den Jahrzehnten nach Ende des Kalten Krieges kaum mehr Beachtung geschenkt bekam, hat sich der frühere Atomschutzkeller der Landeszentralbank, ein unterirdisches Ungetüm aus 4000 Tonnen Beton und 630 Tonnen, in den vergangenen Wochen und Monaten zum skurrilen Anziehungspunkt für Menschen und Medien gemausert.

Jetzt fand eine Lesung im Zuge des erfolgreichen Krimifestivals „Nordeifel – Mordeifel“ in dem morbiden Kellergeschoss der europäischen Nachkriegsgeschichte statt. Es lasen Frank Marx und Kai Meyer, 60 gespannte Zuhörer lauschten den kriminellen Eskapaden der beiden bekannten Autoren. Und zwar im Speisesaal des Bunkers, in dem die LZB-Beamten im Fall eines heiß gewordenen kalten Krieges ihr Geld vor Verstrahlung in Sicherheit gebracht hätten.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick eröffnete die Autorenlesung im Satzveyr Bunker. Der Journalist Tim Steinicke schreibt in der „Kölnischen Rundschau“: „Eine grüne Lampe stand auf dem Tisch, der für die Lesung in den Speisesaal des Bunkers gestellt worden war. Mehr war da eigentlich nicht. Wenn da nicht der rote Motorradhelm ins Auge gefallen wäre, der ebenfalls auf dem Tisch lag. Ein Stück Drahtseil war für die Zuhörer eigentlich nicht zu erkennen – oder zumindest nicht für die, die in den hinteren Reihen saßen. Beides sind Utensilien, die in den Büchern von Frank Marx eine Rolle spielen. Der Kölner Autor las aus seiner Reihe um den Kölner Polizei-Kommissar Axel Schröder, der genau wie der Autor leidenschaftlicher Motorradfahrer ist.“

Kai Meyer las aus zwei Werken einer Fantasy-Trilogie, in denen es zwar ums Reich des Fantastischen ging, aber immerhin auch um Mord und Totschlag. Außerdem gab der bekannte Schriftsteller, der in Zülpich aufgewachsen ist, dem Journalisten Tom Steinicke ein Interview, Titel: „Der Wecker klingelt um 5.45 Uhr“.

Auf die Frage, wie man Fantasy-Autor wird, antwortete Meyer: „Ich habe mit elf Jahren »Herr der Ringe« gelesen und mir gedacht, dass ich das auch machen will. Dann habe ich auf der Reiseschreibmaschine das Buch neu geschrieben – auf zehn Seiten. Das Ergebnis war allerdings nicht ganz so gut“ (lacht).“ Dass er bereits um 5.45 Uhr aufsteht und anschließend schon am Schreibcomputer „in die Tasten haut“ bringt Meyer meist nur skeptisches Stirnrunzeln seiner Autorenkollegen ein. Er selbst ist morgens am kreativsten.

pp/Agentur ProfiPress