In Indien bei Freunden zu Hause

Delegation der Communio in Christo reiste nach Indien – Südlichster Bundesstaat Kerala beeindruckte durch üppige Vegetation und gastfreundliche Menschen – Besuche unter anderem beim Oberhaupt der Syro-Malankarischen Kirche Baselios Kardinal Cleemis Catholicos, der Generaloberin der Samaritan-Schwestern Schwester Rose Cornelia und Bischof Philipos Mar Stephanos

Sehr beeindruckt waren die Gäste aus Mechernich von der Arbeit und den sozialen Einrichtungen der Samaritan-Schwestern. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/ Südindien – Während sich die Eifel für den Winter rüstete, schwitzte eine kleine Gruppe Mechernicher bei tropischem Klima mit Temperaturen bis über 30 Grad im südindischen Kerala. Eine Delegation der Communio in Christo hatte sich auf die Reise gemacht, um – auch im Namen des aus gesundheitlichen Gründen zu Hause gebliebenen Generalsuperiors Karl-Heinz Haus – langjährige Freunde und Wegbegleiter im fernen Asien zu besuchen.

Nach gut 20 Stunden und einem Zwischenstopp in Dubai erreichten Father Jaison, Communio-Schwester Lidwina, Geschäftsführer Norbert Arnold, Heimleiterin Ulrike Müller und der Vorsitzende des Vereins Communio in Christo e.V. Günther Schulz den Flughafen in Trivandrum an der südlichsten Spitze des asiatischen Kontinentes. Schon hier griff die perfekte Organisation von Father Jaison, der auch die Reisleitung bei der Tour durch seine Heimat übernahm. Mit einem Bus wurde die Delegation zum Haus des Catholicos Baselios Mar Cleemis, dem Oberhaupt der Syro-Malankarischen Kirche, gebracht. Diese Gelegenheit nutzte die Delegation auch, um dem gerade ernannten Kardinal zu gratulieren. Mar Cleemis hatte die Communio zu den Feierlichkeiten nach Rom eingeladen. Eine Delegation war daraufhin bei seiner Einführung zum Kardinal anwesend, worüber er sich nach eigener Aussage sehr freute.

Von dort aus, wo die Gruppe die ersten zwei Nächte beherbergt wurde, startete eine Reise voller berührender, interessanter, aufwühlender und auch lustiger Erlebnisse, die wohl keiner der Mechernicher so schnell vergessen wird. Norbert Arnold: „Schon am ersten Tag verschaffte uns die Fahrt zum Mutterhaus der „Sisters of the Imitation of Christ“, einer der beiden Ordensgemeinschaften der Syro-Malankarischen Kirche, Eindrücke von Land und Leuten.“ Alles, so Arnold, sei „einfach völlig anders“ gewesen als das, was er kenne. Abgesehen vom Zustand der Straßen, die kaum mehr Tempo als 40 bis 60 Stundenkilometer zuließen, waren es insbesondere die Menschen, die bleibende Eindrücke hinterließen: „Da waren Kinder, die trotz des Verkehrs in aller Ruhe auf der Straße spielten, Männergrüppchen, die am Wegesrand standen und plauderten.“ Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm ein Mofafahrer: „Der trug Flip-Flops, auf dem Lenker transportierte er sein Kind, hinter ihm saß seine Frau mit einem Baby auf dem Arm…“ Auch ein Getränk, dass ihnen häufig angeboten wurde, vergisst er nicht: Saft aus gekühlten, mit einem Strohhalm versehenen Kokosnüssen.

Trotz der Armut, die in Kerala überall präsent war, sind sich die  fünf Mechernicher einig: „Die Menschen dort brauchen sich hinter uns keineswegs zu verstecken.“ Insbesondere die sozialen Einrichtungen wie das auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ ausgerichtete Sozialzentrum der Syro-Malankarischen Kirche oder die Einrichtungen der Samaritan Schwestern um Generaloberin Schwester Rose Cornelia haben die Deutschen sehr beeindruckt.

Die Schüler der „Snehadeepthy Special School“, einer Förderschule der Samaritan-Schwestern, bereiteten der Delegation mit ihrem eigenen Tambourcorps einen unglaublichen Empfang. „Die Kinder waren aufgeregt über unseren Besuch, aber freuten sich und strahlten die ganze Zeit“, berichtet Schwester Lidwina. Später folgte eine Aufführung mit Tänzen und Szenen. „Ich weiß aus Erfahrung, was für eine enorme Leistung das ist, mit geistig wie körperlich eingeschränkten Kindern ein solches Programm einzustudieren“, zeigt sich Communio-Heimleiterin Ulrike Müller tief beeindruckt. Norbert Arnold ergänzt: „Dabei herrschte die ganze Zeit eine sehr liebevolle, entspannte und humorvolle Atmosphäre.“ Überhaupt seien dies die Qualitäten, die das Miteinander der SamaritanSchwestern um Generaloberin Rose Cornelia prägen, berichtet Schwester Lidwina. Ulrike Müller: „Schwester Rose Cornelia hatte mich schon bei ihrem Besuch im Mechernicher Mutterhaus sehr beeindruckt – jetzt ist mein Respekt vor ihr und ihrer Arbeit noch größer.“ Die soziale Arbeit dort, so Norbert Arnold, könne sich in Qualität und Anzahl der betreuenden Personen absolut mit deutschen Verhältnissen messen.

Beeindruckt waren die fünf Communio-Delegierten auch bei ihrem Gegenbesuch bei Bischof Philipos Mar Stephanos, zu dem sie quer durch Kaffee-,  Tee- und Kardamomplantagen gelangten. Besonders gespannt waren die Mechernicher auf die landwirtschaftlichen Projekte des Bischofs, die aufgrund der Vermittlung der Communio mittlerweile auch von den Eifeler Politikern MdL Klaus Voussem und MdB Detlef Seif unterstützt werden. „Unter anderem gibt es dort ein Riesenstück Land mit Ziegen- und Kuhställen“, berichtet Günther Schulz. Die verschiedenen Projekte sollen dazu beitragen, den armen Familien vor Ort eine Existenz zu sichern. Beim Ziegenprojekt etwa erhält jeder Bauer ein bis zwei Ziegen. Er verpflichtet sich zugleich, die ersten beiden Jungtiere wieder abzugeben, anschließend können das Tier und seine Nachkommen der Bauernfamilie das Überleben sichern. Auch experimentiert Mar Stephanos mit Saatgut, unter anderem hat er Bohnen aus der Eifel gepflanzt, die gut gedeihen, in einer „Dunkelkammer“ wachsen Speisepilze.

Allem voran aber waren die Eifeler fasziniert von der unheimlichen Gastfreundschaft und Lebensfreude der Menschen. Auch derer, die es in ihrem Leben nicht immer einfach hatten und haben. Stellvertretend für alle Freundschaft und Herzlichkeit, die den Vertretern der Communio entgegengebracht wurde, sei hier Kardinal Mar Cleemis zitiert, der wie viele indische Priester auch gut Deutsch spricht: „Es ist schön, Freunde hier zu haben, die dem Herzen so nahe sind.“ Alle seine Priester, berichtete Mar Cleemis, die eine Weile mit der Communio in Mechernich lebten, kämen „frohen Herzens“ zurück. Einer von ihnen allerdings bleibt für mehrere Jahre bei der Communio, weil er von seinem Bischof dafür freigestellt wurde: Father Jaison, der zuvor als Sekretär bei Mar Cleemis  war und über den dieser sagt: „Ich habe euch einen meiner besten Männer geschickt.“ Für Father Jaison selbst war es eine besondere Freude, dass die Communio-Gruppe auch einen Besuch in seinem Elternhaus eingeplant hatte, wo die Besucher herzlich empfangen wurden.

Für Heimleiterin Ulrike Müller steht nach ihrem zweiten Indienbesuch fest: „Kerala ist ein wunderschönes, blühendes Land mit einer unglaublichen Farbenpracht.“ Die zeige sich nicht nur etwa in der Kleidung der indischen Frauen, sondern vor allem auch in der üppigen Vegetation. Ulrike Müller: „Riesige Engelstrompeten wachsen dort wie Unkraut am Wegesrand, und die bunten Wechselröschen bilden ganze Alleen.“

pp/Agentur ProfiPress