Ersatzparkplätze für Bahnhofsbergarbeiten

16,5 Millionen-Euro-Bau kommt langsam, aber sicher in Fahrt – Durchstich beginnt am 1. Februar – Vorher legen Landesbetrieb Straßen NRW und Stadt Mechernich Ersatzparkplätze rund um den Bahnhofsberg an – Auch die Bundeswehr hilft

Auf diesem Übersichtsplan des Landesbetriebs Straßen NRW sind die wegen der Baumaßnahme temporär wegfallenden Stellflächen auf dem P & R – Parkplatz Speuser (links) und vor der Deutschen Mechatronics (Mitte) zu sehen sowie die Ausgleichsparkfläche (grün) an der Einmündung Bahnstraße/Friedrich-Wilhelm-Straße. Absichtlich nicht abgebildet sind die Ausgleichsparkplätze in der Peterheide, weil sie nur für Mechatronics-Beschäftigte vorgesehen sind. Grafik: Andreas Groß/Landesbetrieb Straßen NRW/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Drei Jahre lang müssen sich Mechernich und der Durchgangsverkehr auf Verkehrsbehinderungen durch den straßenbautechnischen Durchstich des Bahnhofsberges einstellen. Dann sollen die werktäglich allein von 56 Personenzügen verursachten Schrankenschließungen und die damit verbundenen Wartezeiten von vier Stunden täglich der Vergangenheit angehören.

Als erste Vorzeichen des nahen Baubeginns am eigentlichen Durchstich verursachen der Bau von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie eines Regenüberlaufbeckens bereits seit zwei Monaten Verkehrsbeeinträchtigungen auf der B 477 und eine Totalsperrung der Kreisstraße 81 in Richtung Strempt/Roggendorf.

Sollte die Witterung es zulassen, legt die vom Landesbetrieb Straßen NRW mit dem Bau beauftragte Firma Weiland zum 1. Februar mit dem eigentlichen Bahnhofsbergdurchstich los. Das sagten Dirk Lorbach und Markus Pietsch von Weiland am Dienstag bei einem Ortstermin. Bis dahin sind noch eine Menge Vorarbeiten zu erledigen. Dazu gehören auch die Schließung von Parkplätzen im Baubereich und die Anlegung provisorischer Ersatzparkplätze in der Umgebung.

Peter Dierichsweiler, der Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung Mechernich, und sein Mitarbeiter Dennis Müller wiesen gemeinsam mit Vertretern der bauausführenden Firma und des Landesbetriebs Straßen NRW auf die entsprechenden Veränderungen hin. So wird voraussichtlich ab 15. Januar ein Drittel der Stellplätze auf dem Park & Ride-Parkplatz auf dem früheren Speuser-Gelände direkt auf dem Bahnhofsberg wegfallen.

Für diese rund 40 Stellplätze schaffen Landesbetrieb Straßen, Stadt und Baufirma Ausgleich in Form von einem 50 Stellplätze großen Parkplatz direkt an der Einmündung Bahnstraße in die Friedrich-Wilhelm-Straße zwischen Bahnübergang und Kreuserstift.

Auf dem Bahnhofsberggelände in Höhe der Deutschen Mechatronics fallen alle rund 150 Stellplätze rechts der dort verlaufenden Ladestraße weg, der Parkstreifen entlang des Firmengeländes links der Ladestraße bleibt erhalten. „Für die Firmenangehörigen schaffen wir für die Dauer der Arbeiten mit Hilfe der Bundeswehr Ersatzparkflächen in der Peterheide“, so Andreas Groß (Landesbetrieb Straßen NRW) und Peter Dierichsweiler (Stadtverwaltung Mechernich). Die sind ebenfalls in etwa 150 Stellplätze groß.

Wie Andreas Groß und Ferdi Esser vom Landesbetrieb Straßen NRW erklärten, ist der Ersatz-P&R-Parkplatz an der oberen Bahnstraße etwa 1000 Quadratmeter groß. Die Bundeswehr, so Ralf Schmitz und Rudi Keupgen vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, stellt dem Landesbetrieb Straßen NRW in der Peterheide mehr als doppelt so viel Parkraum zur Verfügung. Dirk Lorbach und Markus Pietsch von der Firma Weiland erklärten beim Ortstermin, sie würden noch diese Woche mit den Einrichtungsarbeiten der Ersatz-Parkplätze beginnen.

Für die Stadt Mechernich stellt der Durchstich Bahnhofsberg den städtebaulich und strukturpolitisch mutmaßlich größten Fortschritt seit Jahrzehnten dar. Das bevorstehende Jahrhundertbauwerk – es kostet voraussichtlich 16,5 Millionen Euro – hebt die Teilung Mechernichs durch die Bahnlinie nach 147 Jahren auf. Bis zu 12 000 Autos fahren täglich allein über den Bahnübergang Friedrich-Wilhelm-Straße (B 477).

Es gibt noch zwei weitere beschrankte Bahnübergänge an der Weierstraße und an der Turmhofstraße. Der Bahnhof Mechernich wird  werktäglich 56 Mal von Personenzügen passiert. Dadurch sind die Bahnübergänge täglich für insgesamt vier Stunden geschlossen. Verkehrsbehinderungen sind seit Jahrzehnten an der Tagesordnung.

pp/Agentur ProfiPress