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Alte Brunnenstube in neuem Glanz

Römische Brunnenstube bei Mechernich-Kallmuth am Römerkanalwanderweg wird für 60.000 Euro saniert – Dorfgemeinschaft trägt wesentlich zur Umsetzung bei – Dach wird derzeit komplett entfernt – Sicht ins Innere der römischen Anlage durch transparente Bauart – Auch Außenbereich wird neu gestaltet 

Teile des Gebäudes werden durch ein Gitter ersetzt, so dass das historische Gemäuer im Innenraum jederzeit besichtigt werden kann, aber gleichzeitig vor Vandalismus geschützt ist. Animation: Ingenieurgesellschaft Peter Sampels/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Im Mechernicher Stadtgebiet finden sich gleich mehrere beeindruckende Relikte der römischen Wasserleitung aus der Eifel nach Köln. Diese zu entdecken, dazu lädt auch der gerade touristisch aufgewertete Römerkanalwanderweg ein. Besonders herausragende Bauwerke der historischen „Eifelwasserleitung“ finden sich etwa in Eiserfey, Vussem und Vollem. Eine „Spur der Römer“ am Wegesrand ist auch die römische Brunnenstube mit der Quellfassung „Klausbrunnen“ in Kallmuth, die 1957 rekonstruiert wurde und bis vor kurzem Eigentum des Kreises Euskirchen war. Jetzt wurde das historische Bauwerk der Stadt Mechernich übertragen.

Um das recht marode Gebäude um die eigentliche römische Brunnenstube wieder sicher und zudem attraktiver zu gestalten, hat die Stadt umgehend mit Sanierungsarbeiten begonnen. Zum einen, so berichtet der Erste Beigeordnete Thomas Hambach, müsse das bisherige Flachdach erneuert werden. Sein Kollege Christof Marx ergänzt: „Bislang gab es in dem Gebäude keine Belüftung, weshalb sich Feuchtigkeit gebildet und mittlerweile die Dachkonstruktion sehr beschädigt hat.“

Die Mechernicher Ingenieurgesellschaft Peter Sampels hat eine neue Zeltdach-Konstruktion entworfen. Um diese aufsetzen zu können, wird das alte Dach derzeit komplett abgebaut. Anschließend sollen Teile des Gebäudes entfernt werden, damit das historische Gemäuer darin jederzeit für Wanderer und andere Besucher zu besichtigen ist. Eine Gitterwand soll Vandalismus vorbeugen und gleichzeitig die freie Sicht sowie Belüftung gewährleisten. Bislang war das Gebäude durch eine tagsüber aufgeschlossene Türe begehbar, beim Betreten des Gebäudes aktivierte ein Bewegungsmelder den Lichtschalter.  Schließlich soll auch der Außenbereich der 5,8 mal 3,5 Meter großen Römischen Brunnenstube neu gestaltet werden.

„Die Kosten belaufen sich auf rund 60.0000 Euro“, berichtet Hambach. Rund 50 Prozent Kosten, so der Erste Beigeordnete, würden über Fördermittel des Landes NRW finanziert. Die andere Hälfte, also immerhin noch 30.000 Euro werden über Eigenanteile der Stadt, Spenden und die Dorfgemeinschaft Kallmuth übernommen. Teils bestreiten die Kallmuther den Betrag aus der Vereinskasse, zu einem Großteil aber über Eigenleistung an der Baustelle. Bis Ende des Jahres, so verspricht die Stadt, soll die alte Brunnenstube in neuem Glanz erstrahlen.

pp/Agentur ProfiPress