„Verlorene“ Eifelheimat

Lückerather Autor und Journalist Manfred Lang stellt sein neues Buch vor – „Träumeland ist abgebrannt“ als Spurensuche – Geschichten, Anekdoten und Portraits zum Lachen, Fühlen, Nachdenken und Gruseln – Krimiautor Ralf Kramp legt neuen Kinderkrimi vor

 

Mal verschmitzt und heiter, mal nachdenklich oder schonungslos offen: In seinem neuen Buch „Träumeland ist abgebrannt“ geht der Lückerather Autor, Journalist und ständige Diakon Manfred Lang auf Spurensuche zum Begriff „Heimat“. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Lückerath – Es geht um die Suche nach der scheinbar verlorenen Heimat: In seinem neuen Buch „Träumeland ist abgebrannt“ wagt der Autor und Journalist Manfred „Manni“ Lang in insgesamt 67 Texten einen ehrlichen Blick auf die Eifel in ihren vielen Facetten.

Auf seine ganz eigene Art nimmt er den Leser mit auf einen teils autobiografischen Streifzug durch Geschichte, Geschichten und Gefühle – mal verschmitzt und heiter, mal mit leiser Melancholie oder schonungsloser Offenheit.

„Neue Eifel an alter Stelle“ lautet der Untertitel des neuen, 336 Seiten starken Langschen Werks, das der KBV-Verlag jetzt vorgestellt hat. Dabei hätte es kaum ein passenderes Ambiente geben können, als das alte Lückerather Fachwerkanwesen mit kleiner Landwirtschaft, in dem der Autor und Vater von drei Kindern mit seiner Familie lebt. Auf die Frage, ob es nicht überraschend ernst geworden sei, sein Buch, antwortet Lang schmunzelnd: „Es gibt durchaus auch heitere Geschichten.“

Aber es sei schon wahr: „Beim Schreiben ergab sich immer mehr die Auseinandersetzung mit dem Begriff »Heimat«.“ Und das sei auch gut so: „Ich möchte nicht als Eifeler Clown missverstanden werden“, so der der Autor, „diesmal geht es auch mal ums Eingemachte.“ Etwa, wenn Lang sich den dunklen Seiten der Eifeler Geschichte zuwendet. „Mit Idylle und Touristen-Schlaraffia hat das nichts zu tun“, sagt Lang und meint damit nicht nur den Nationalsozialismus, sondern auch beispielsweise die teils harten Bedingungen, unter denen Eifeler Männer im Bleiabbau gearbeitet haben.

 „Warum hat der aus Wollseifen vertriebene Karl Mey seine Heimat nicht verloren – ich aber schon?“, lautet eine der Fragen, mit der Manfred Lang sich auseinandersetzt. Der Begriff Heimat habe also ganz offensichtlich nicht nur mit Geographie, sondern mit der eigenen Biografie zu tun. „Da geht es auch um Philosophie und Religion, um etwas, das losgelöst ist von Zeit und Raum.“

Doch natürlich – Manfred Lang wäre nicht Manfred Lang, wenn seine Leser nicht auch einiges zum Schmunzeln bekämen. Etwa, in den insgesamt 27 „Verzällche“ im Kapitel „Su senn se“. Im Kapitel „Land unn Mensche“ kommt in zwölf Essayes auch die Eifel-Landschaft nicht zu kurz. Zum Schluss wird es sogar noch gruselig, denn das Buch endet mit acht Schauergeschichten und drei Kurzkrimis.

Auch Ralf Kramp, Freund und Verleger von Manfred Lang, stellte in Lückerath sein neues Buch vor. Der Kinderkrimi „Dem Vulkan-Magier auf der Spur“ ist der vierte Band in der Reihe „Das schwarze Kleeblatt“.

Wie kommt es, dass sich die Einbrüche immer dann häufen, wenn der Zirkus seine Zelte in der Eifel aufgeschlagen hat? Das fragen sich Steffi, Tim und Olli. Als dann in der Gärtnerei, in der Steffis Vater arbeitet, der Tresor aufgebrochen wird, ist klar: „Das schwarze Kleeblatt“ geht auf Spurensuche. Und das übrigens ganz ohne Handy und Internet.

„Ich hatte keine Lust auf CSI-Methoden“, sagt der Autor Ralf Kramp in Anspielung auf die amerikanische TV-Krimiserie, „die Ermittlungsarbeiten laufen ganz altmodisch ab.“ Der Erfolg der anderen „Kleeblatt“-Krimis zeigt, dass das der Spannung keinen Abbruch tut. Vielleicht auch gerade deshalb, weil Kramp beim Schreiben keine pädagogischen Ziele verfolgt: „Das Buch soll einfach Spaß machen und gut unterhalten.“

„Träumeland ist abgebrannt – Neue Eifel an alter Stelle“ (ISBN 978-3-942446-57-0), Hardcover, KBV-Verlag, Hillesheim, durchgängig mit über 80 historischen wie aktuellen Fotos bebildert, 67 Einzeltexte, 336 Seiten, 14,90 Euro.

 „Dem Vulkan-Magier auf der Spur“ (ISBN 978-3-940077-98-1), Taschenbuch, KBV-Verlag, Hillesheim, 128 Seiten, 6,50 Euro. (pp)

pp/Agentur ProfiPress