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Wildernde Haustiere

Besonders in der Urlaubszeit werden viele Tiere ausgesetzt – Einige machen Jagd auf heimische Wildtiere

Tiere auszusetzten bedeutet nicht nur eine Qual für die Haustiere selbst. Häufig stellen sie auch eine Gefahr für heimische Wildtiere dar, auf die sie Jagd machen. Foto: Harry Hautumm/pixelio.de/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-/ Kreis Euskirchen –  Jedes Jahr, so berichtet die Kreisjägerschaft Euskirchen, werden in Deutschland rund 500.000 Haustiere ausgesetzt – besonders viele von ihnen in der Ferienzeit. Herrchen oder Frauchen fahren in den Urlaub – und wissen nicht, wohin mit dem Tier. Das hat zum einen für die Tiere selbst fatale Folgen: Ohne den menschlichen „Dosenöffner“ verhungert ein großer Teil der ausgesetzten Haustiere qualvoll. Doch auch für die heimischen Wildtiere stellen die ausgesetzten Haustiere eine Gefahr dar. Einige nämlich besinnen sich in der Notsituation auf ihre Urinstinkte und gehen auf die Jagd.

Hunde machen Jagd auf Hasen und Rehe, reißen Kitze oder Muttertiere. Katzen bedienen sich vorzugsweise an Vögeln, Junghasen, Wildkaninchen, Eidechsen oder Fröschen. In der noch bis August dauernden Brut- und Aufzuchtzeit, so die Kreisjägerschaft, fressen allein die rund zwei Millionen streunenden Katzen in Deutschland durchschnittlich eine Millionen Kaninchen und Hasen sowie mehr als sechs Millionen Singvögel. Eine ernsthafte Gefahr, gerade für bedrohte Tierarten wie Feldlerche oder Rotschwanz.

Die Kreisjägerschaft Euskirchen appelliert deshalb an das Verantwortungsbewusstsein der Tierbesitzer: „Ein Haustier ist weder Weihnachts- noch Geburtstagsgeschenk. Eine Anschaffung muss gut überlegt sein.“ Im Notfall empfiehlt die Kreisjägerschaft sich an Tierärzte, -heime und -pensionen zu wenden: „Die helfen gerne weiter, wenn es um die Suche nach einer geeigneten Urlaubsbetreuung für Hund und Katze geht.“ Zum Thema finden Interessierte auf der Seite des DJV www.jagd-online.de unter der Rubrik „Unser Service“ – „Linkliste“, Stichwort „Haustier und Urlaub“ weiterführende Informationen.

pp/Agentur ProfiPress