Volles Haus beim „Brabbelfilm“

Ortskartell Kallmuth und Landschaftsverband Rheinland inszenierten rund um einen Dokumentarstreifen übers „Allerseelensingen“ einen sehr gelungenen „Heimatabend“, an dem unter anderem auch Musikverein und Kirchenchor Kallmuth, „Hausmannsköchin“ Franzsika Vossemer, die Junggesellen und Dr. Katrin Bauer vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte mitwirkten – Alte Filme und Karl Guthausens Bilder begeisterten vor voll besetzter alter Schule

Mechernich-Kallmuth – Altes Allerseelenbrauchtum und andere Sitten und Gebräuche vom Bleiberg waren Thema eines ganz außergewöhnlichen Heimatabends am Freitag in der alten Schule von Kallmuth. Robert Ohlerth, der Ortsvorsteher von Kallmuth und frühere stellvertretende Bürgermeister der Stadt Mechernich, freute sich bei der Begrüßung über ein voll besetztes Haus. Es sollte ein stimmungsvoller Abend werden.

Im Fokus stand zunächst das „Allerseelensingen“, ein besonderer historischer Brauch, der von Junggesellen am Abend des Allerheiligentages gepflegt wird. Jugendliche ziehen von Haus zu Haus und tragen Bittverse vor, um Spenden für karitative Zwecke zu sammeln.

Altes Allerseelenbrauchtum und andere Sitten und Gebräuche vom Bleiberg waren Thema eines ganz außergewöhnlichen Heimatabends in der alten Schule von Kallmuth. Organisator Robert Ohlerth  begrüßte ein voll besetztes Auditorium. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress
Altes Allerseelenbrauchtum und andere Sitten und Gebräuche vom Bleiberg waren Thema eines ganz außergewöhnlichen Heimatabends in der alten Schule von Kallmuth. Organisator Robert Ohlerth begrüßte ein voll besetztes Auditorium. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress

Das damalige Amt für rheinische Landeskunde, heute LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, hatte das historische „Brabbeln“, das es nur noch in wenigen Ortschaften der Eifel gibt, 1982 auf Zelluloid gebannt. Der Dokumentarfilm wurde am Freitag als historisches Dokument dörflicher Alltagskultur vorgeführt.

Freude am Lebenswerk Karl Guthausens

Der Abend, zu dem auch viele frühere Kallmuther gekommen waren, hatte aber noch eine Menge mehr zu bieten, als die im Vorfeld angekündigte Filmvorführung. Dr. Katrin Bauer vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte ging in einem Referat auf das Leben auf dem Lande und im Dorf ein und hob die Eigenart der Bräuche und Aktivitäten hervor.

Auch Kirchenchor und Musikverein Kallmuth wirkten beim Heimatabend in der fernsehbekannten alten Schule mit. Sie diente seinerzeit als Kulisse für das Kommissariat „Hängasch“ der ARD-Serie „Mord mit Aussicht“. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress
Auch Kirchenchor und Musikverein Kallmuth wirkten beim Heimatabend in der fernsehbekannten alten Schule mit. Sie diente seinerzeit als Kulisse für das Kommissariat „Hängasch“ der ARD-Serie „Mord mit Aussicht“. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress

Nach dem Tod des früheren Kallmuther Dorflehrers und Eifeler Regionalhistorikers Karl Guthausen hat die Familie Guthausen die gesammelten Bilder und Dias dem LVR-Institut zur Verfügung gestellt. Eine kleine Auswahl wurde am Freitag beim Heimatabend gezeigt. Robert Ohlerth: „Frau Guthausen und Familie freuten sich mit über die Präsentation des Lebenswerks von Karl Guthausen. Die Eheleute Guthausen haben beide über 20 Jahre lang die Schule in Kallmuth geprägt.

Es wurden aber nicht nur der Film übers „Allerseelensingen“ und Fotos aus dem alten Kallmuth gezeigt, die Junggesellen des Dorfes gaben den Besuchern am Freitag auch live einige Kostproben jener Verse, die wegen ihrer schwierigen Verständlichkeit auch „Brabbeln“ genannt werden. Auch der Musikverein und der Kirchenchor Kallmuth wirkten mit.

Die Besucher – viele ehemalige Kallmuther darunter – waren von dem Heimatabend begeistert, den Ortskartell und Landschaftsverband ge-meinsam organisiert hatten.  Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiP-ress
Die Besucher – viele ehemalige Kallmuther darunter – waren von dem Heimatabend begeistert, den Ortskartell und Landschaftsverband ge-meinsam organisiert hatten. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiP-ress

In der Pause gab es Eifeler Köstlichkeiten, die von Franziska Vossemer zubereitet wurden. Neben Kriegskuchen, Döppekuchen, Kartoffelküchlein, Kartoffelsuppe freuten sich die Gäste auch über Bratäpfel mit Karamellsoße.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde ein weiterer Film gezeigt. Er war im Jahre 2000 gedreht worden und zeigt fünf 85- bis 91jährige Bürger aus Kallmuth, Bergheim und Kalenberg beim Kaffeetrinken. In gemütlicher Runde unterhält sich das Quintett über den Kirchenbau, über die Schule und über das Dorf. Dabei kamen eine Reihe Anekdoten aufs Tapet, die die Betrachter auch heute noch amüsierten.

Dr. Katrin Bauer (r.) vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte und ihr Team unterstützten das veranstaltenden Ortskartell Kallmuth mit Infostand und Referat. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress
Dr. Katrin Bauer (r.) vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte und ihr Team unterstützten das veranstaltenden Ortskartell Kallmuth mit Infostand und Referat. Foto: Robert Ohlerth/pp/Agentur ProfiPress

Robert Ohlerth sagte der Presse nach dem gelungenen Heimatabend: „Das Ortskartell Kallmuth möchte im nächsten Jahr eine Fortführung dieser Veranstaltung mit dem Landschaftsverband Rheinland durchführen.“

pp/Agentur ProfiPress