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„Missionare ohne Habit“

Communio-Priester Dr. Romuald Szczodrowski beschäftigt sich in seinem neuesten Buch mit der Laienmission – Von Gott aus der Menge herausgerufen, um im Lebenskontext Zeugnis für Christus abzulegen – Generalsuperior Karl-Heinz Haus erinnert aus Anlass der Buchvorstellung an das außerordentliche Charisma Mutter Marie Thereses, das der Welt von heute Orientierung gibt

Mechernich/London/Pelplin – Seine Doktorarbeit hatte der Communio-Priester Romuald Szczodrowski 2006 der missionarischen Dimension der in Mechernich ansässigen Gemeinschaft Communio in Christo gewidmet. Seine Dissertation, so Generalsuperior Karl-Heinz Haus, war damals die erste wissenschaftlich theologische Arbeit über die Gründerin des Mechernicher Ordens, Mutter Marie Therese (Linssen) und ihr Werk.

Weitere Magister- und Doktorarbeiten über Mutter Marie Therese und die Communio sind inzwischen gefolgt, unter anderem hat auch Prälat Dr. Jozeph Zielonka über die Communio promoviert. Gemeinsam mit seinem Doktorvater Professor Stanislaw Urbanski hat Zielonka 2013 die spirituell-theologische Expertise „Charisma der Liebe“ über die außerordentliche Berufung Mutter Marie Thereses herausgebracht.

Unteressen hat Pfarrer Dr. Romuald Szczodrowski ganz aktuell im Sommer 2015 sein neuestes Buch „Missionare ohne Habit – die ausgewählten polnischen Laienmissionare im Porträt“ vorgelegt. Der polnische Originaltitel lautet „Misjonarze bez habitow“. Das Buch ist in der Reihe „Missionswissenschaftliche Studien und Materialien“ unter der Nummer 32 erschienen. Das Vorwort schrieb Ryszard Kasyna, der Bischof der Diözese Pelplin.

Der polnische Originaltitel des neuen Buches „Missionare ohne Habit“ von Communio-Priester Dr. Romuald Szczodrowski. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress
Der polnische Originaltitel des neuen Buches „Missionare ohne Habit“ von Communio-Priester Dr. Romuald Szczodrowski. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Der Getaufte ist aktiver Träger der Evangelisierung“

Kasyna spricht von einem „Buch, das ein Zeugnis von Menschen ist, die Christi Stimme wahrgenommen haben, hinausgegangen sind und nun der ganzen Welt das Evangelium verkünden (vgl. Mt 28.19).“ Der Bischof zitierte dazu das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus. Darin heißt es: „Der Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre.“

Die Laienmission in der polnischen Kirche, so der Oblate Jaroslaw Rozanski OMI (Orden Oblati Mariae Immaculata) in seiner Einführung in Romuald Szczodrowski neues Buch, gehe schon auf Königin Hedwig zurück, die sich für die Taufe Litauens einsetzte. Aber gerade seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts verzeichne man im Rahmen der Katholischen Aktion viele Aktivitäten im Bereich der Laienmission. Der Zweite Weltkrieg und die Zeit des Kommunismus drängten die Mission in Polen zwar stark zurück, aber seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, so Romuald Szczodrowkis Buch, verzeichne man eine Erneuerung der Mission der Laien in Polen.

Der Autor benennt und skizziert die Lebensgeschichte und Wirkung von polnischen Missionarinnen und Missionaren aus allen über 30 zurzeit in Polen bestehenden Diözesen und aus dem Ausland. Dokumente über ihre Arbeit fand er in vielen Archiven. Sie zu finden, sei nicht immer leicht gewesen, weil die Archive nicht ausreichend strukturiert seien.

Zwei Jahre nach der Weihe Vorbereitung auf Mission

Zahlreiche Unterlagen befänden sich auch in Ordensarchiven in Afrika, viele würden privat in Familien aufbewahrt. Die Arbeit von Romuald Szczodrowski sei schon alleine aus diesem Grund bewundernswert, schreibt Jaroslaw Rozanski: „Der Autor dieses Werkes war für diese Aufgabe sehr gut vorbereitet.“

Pfarrer Karl-Heinz Haus (l.), der Generalsuperior der Communio in Christo, mit Communio-Priester, Missionar und Buchautor Dr. Romuald Szczodrowski im Refektorium der Communio in Christo in Mechernich. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Pfarrer Karl-Heinz Haus (l.), der Generalsuperior der Communio in Christo, mit Communio-Priester, Missionar und Buchautor Dr. Romuald Szczodrowski im Refektorium der Communio in Christo in Mechernich. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

1993, schon zwei Jahre nach Romualds Priesterweihe, begann der Autor selbst mit seiner Vorbereitung auf die Missionsarbeit. In den Jahren 1994-2002 arbeitete er als Missionar in Sambia, zuerst in „St. Joseph´s Parish Mpanshya“ (1994-1995) und dann in „Mother oft he Church Parish Kazimva“ in Lusaka (1995-1998), danach in der „Holy Family Parish in Mandevu“.

Am 1. Mai 2002 nahm der spätere Doktor und Communio-Priester seine Arbeit am Institut der Laienmission in Warschau auf. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem die Koordination der Laienmission mit den diözesanen Strukturen des Päpstlichen Missionswerks. Diese Zeit nutzte Romuald auch, um an der Stephan-Kardinal-Wyszynski-Universität ein vierjähriges Promotionsstudium zu absolvieren und eine Dissertation zum Thema „Missionarische Dimension des Wirkens von Mutter Marie Therese und der Communio in Christo“ zu verfassen, die er am 8. Juni 2006 erfolgreich verteidigte.

Die von Romuald Szczodrowski in dem vorliegenden Buch gesammelten Dokumente, so J. Rozanski, zeugten von seinem großen Wissen im Bereich der Missionswissenschaften. Der Autor gehe das Thema ganzheitlich an und zeige ein breites Spektrum an Biographien der polnischen Missionarinnen und Missionare. Insgesamt urteilt Rozanski: „Unschätzbare missionarische Lektüre“.

Die Anerkennung der Arbeit von Laien in den Missionen finde sich auch in den Dokumenten des Zweitem Vatikanischen Konzils wieder, die von der Communio in Christo ganz zentral in den Fokus genommen werden: „Das Apostolat der Laien ist eine Teilnahme an der Heil bringenden Sendung der Kirche“ (LG 33).

20 Jahre nach dem Konzil, im Oktober 1978, nahm die Kirche die Laienmission in der 7. Bischofssynode auf. Papst Johannes Paul II. schrieb in seinem Apostolischen Schreiben „Christifideles Laici“, dass der Ruf Christi „Geht auch ihr in meinen Weinberg“ nicht nur Bischöfe, Priester und Ordensleute betreffe, sondern alle, auch die Laien.

Generalsuperior Karl-Heinz Haus sagte, es gebe diese allgemeinen Charismen im pilgernden Volk Gottes ohne jeden Zweifel, aber auch das außerordentliche Charisma, wie es Gott Mutter Marie Therese nach Jahrzehnten der Leere und geistigen Nacht zukommen ließ: „Es gibt begnadete Menschen, die Antwort wissen auf die drängenden Fragen der Zeit, und zwar nicht aus sich selbst heraus. Durch ihr außerordentliches Charisma, eine Gabe des Heiligen Geistes, mit dem sich in Krisenzeiten der Kirche Gott durch den Mund eines Menschen Gehör verschafft.“

„Communio erfüllt ihre Mission und bestätigt die Liebe Christi“

Es habe stets Männer und Frauen gegeben, die von Gott berufen und erwählt waren, Antworten zu geben. Haus: „Die Gabe, Gottes Willen zu erkennen, nennt man Prophetie. Propheten hat es in der Kirchengeschichte nur selten gegeben, aber immer in Not- und Wendezeiten, wie wir sie gerade erleben. Für unsere Zeit hat Gott uns durch Mutter Marie Therese Orientierung gegeben. Die Communio in Christo musste nach seinem Willen zur Unterstützung der Kirche gegründet werden. Sie ist Frucht von Mutter Marie Thereses außerordentlichem Charisma, Bestätigung des geistgewirkten Zweiten Vatikanischen Konzils und Exempel einer in Gemeinschaft untereinander und mit Gott erneuerten Kirche. Sie ist das Zeichen, das Gott mitten unter den Menschen errichtet hat.“

Bei der Vorstellung von Dr. Romuald Szczodrowskis Dissertation über die Mechernicher Gründerin Mutter Marie Therese (von links): Hermann Walch, der Spiritual der geistlichen Gemeinschaft Communio in Christo, Generalsuperior Pfarrer Karl-Heinz Haus und Autor Romuald Szczodrowski. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Bei der Vorstellung von Dr. Romuald Szczodrowskis Dissertation über die Mechernicher Gründerin Mutter Marie Therese (von links): Hermann Walch, der Spiritual der geistlichen Gemeinschaft Communio in Christo, Generalsuperior Pfarrer Karl-Heinz Haus und Autor Romuald Szczodrowski. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Erzbischof Waclaw Depo, der Metropolit von Tschenstochau und Vorsitzende des Rates der Polnischen Bischofskonferenz für Massenkommunikation, der 2014 Hauptzelebrant und Prediger beim Ordensgedenktag der Communio in Christo war, schrieb in seinem Grußwort zu dem eingangs erwähnten Buch „Charisma der Liebe – Mutter Marie Therese und ihre Berufung für die Kirche“ von Professor Stanislaw Urbanski und Dr. Jozeph Zielonka, dass das von Mutter Marie Therese für die Gesamtkirche erhaltene außerordentliche Charisma der Gottesliebe im Dienst am Nächsten nicht mit ihrer Heimkehr zu Gott endete, sondern immer noch aktuell ist: „Der Orden Communio in Christo ist eine Gemeinschaft des Lebens und der Werke der Barmherzigkeit für alle Bedürftigen. Der Orden erfüllt seine Mission und bestätigt somit die Liebe Christi, die sich in unserer Zeit offenbarte.“

Auf die Frage „Wer ist ein Apostel?“, lässt der Pelpliner Bischof Kasyna in seinem Vorwort zu Romuald Szczodrowskis neuem Buch den Propheten Amos antworten: „Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehzüchter und ich ziehe Maulbeerfeigen. Aber der Herr hat mich von meiner Herde weggeholt (Am 7,14-15)“.

„Prophet durch die freie Entscheidung Gottes“

Kasyna: „Er erklärt auf diese Weise, dass er weder von Berufs wegen, noch durch eigene Wahl oder aufgrund seiner Bildung ein Prophet geworden ist, sondern durch die freie Entscheidung Gottes. Gott offenbarte seine besondere Vorliebe zu demütigen und einfachen Menschen indem er ihn, einen bescheidenen Hirten, auswählte. Der Mensch braucht keine besondere Ausbildung oder besondere Herkunft um ein „Ausgesandter“ Gottes zu werden. Zumal das Apostelsein in erster Linie keine eigene Wahl ist, sondern eine Auserwählung eines konkreten Menschen durch Gott.“

Abschließend wünscht der Pelpliner Oberhirte den Lesern: „Möge die Lektüre dieses besonderen Buches, das das Leben und Wirken der einzelnen Missionare ohne Habite geschrieben hat, eine Hilfe sein, diese Stimme zu erkennen. Möge es ein Zeugnis sein, dass in der Mitarbeit mit der Gnade Gottes alles möglich ist.“

Ein weiteres Vorwort wurde von Pfarrer Tomasz Atlas verfasst. Er beruft sich darin auf das Apostolische Schreiben von Johannes Paul II. „Christi fideles laici“ über Berufung und Aufgaben der Laien in der Kirche und findet es bemerkenswert, wie es Romuald Szczodrowski gelungen ist, tief in die Materie dieses Dienstes vorzudringen.

Die Erfahrungen, die er in seiner Arbeit mit den Laienmissionaren als Leiter des Instituts der Laienmissionare in Warschau und jetzt als Seelsorger in der Polnischen Katholischen Mission in England gemacht habe, seien in seinem Buch deutlich sichtbar. In drei Punkten fasst Pfarrer Atlas zusammen:

  1. Das Buch ist eine wertvolles Zeugnis für das Engagement der auserwählten polnischen Laienmissionare, die bereit sind, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen: Arbeit, Familie, Heimat, um anderen Menschen in der Mission, manchmal nur zeitweise zu dienen.
  2. Die Arbeit der Missionare wird sehr realistisch und wahrheitsgetreu dargestellt, ohne unangenehme Episoden oder Erlebnisse auszulassen. Oft wird gezeigt, was sie durchmachen mussten, um Gott zu dienen, welche Lebenswege sie durchschreiten mussten, um diesen Dienst zu tun. Es ist vor allem aber eine Geschichte der persönlichen Begegnungen dieser Menschen mit Christus; Erfahrung seiner Liebe und des Wunsches, diese Liebe an andere Menschen weiterzugeben.
  3. „Missionare ohne Habite“ ist auch ein Wegweiser an alle – sowohl für die, die die Laienmissionen koordinieren, wie auch für die Missionare selbst. Es hilft auch, die eigene Berufung für die Mission zu prüfen. Wir können uns bewusst machen, dass wir alle berufen wurden, das Evangelium zu verkünden und uns bemühen müssen, unsere Liebe und Zeugnis des Evangeliums in uns zu vertiefen.

pp/Agentur ProfiPress