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Liebevoller Abschied von Pfarrer Walch

Auferstehungsamt und Beerdigung für den Pfingstsonntag verstorbenen Spiritual der Communio in Christo – Rund 350 Trauergäste in der Holzheimer Pfarrkirche St. Lambertus – Startenor Johannes Kalpers singt – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick würdigt den Verstorbenen – Letzte Ruhe in unmittelbarer Nähe zum Grab von Mutter Marie Therese

Das ausdrucksstarke Bild von Hermann Walch neben dem Sarg hatte die Zülpicherin Marti Faber nach einem Foto von ihm gestaltet. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Dankbarkeit und Liebe prägten die Trauerfeierlichkeiten für Pfarrer Hermann Walch, den Spiritual des Ordens Communio in Christo. Pfarrer Walch, der 1976 als junger Kaplan für ein „Sabbatjahr“ aus Österreich in die Eifel kam und nie wieder wegging, erlag am Pfingstsonntag nach einem über zweijährigen Leidensweg seiner Krebserkrankung. So war es für den von Mutter Marie Therese gegründeten Orden neben der Trauer auch ein Anlass zur Freude, ihren langjährigen Weggefährten Hermann Walch im Vertrauen auf die Auferstehung in Christus von seinem irdischen Leiden erlöst zu wissen. Doch nicht nur Liebe und Dankbarkeit, auch großer Respekt für einen ebenso warmherzigen wie bescheidenen Menschen, der sein Wirken völlig in den Dienst der Botschaft von Mutter Marie Therese – und somit der Gottes- und Nächstenliebe – gestellt hatte, prägte den Gottesdienst in der Holzheimer Kirche Pfarrkirche St. Lambertus. Eben jener Kirche, in der Pfarrer Walch sich 1977 durch Gelübde der 1. Gründung von Mutter Marie Therese angeschlossen hatte.

Die letzte Ehre erwiesen Pfarrer Walch rund 350 Trauergäste, darunter viele persönliche Freunde und Weggefährten der Communio in Christo. Hauptzelebrant war Pfarrer Toni Schimpfößl aus Hermann Walchs Heimat in Tirol gemeinsam mit Generalsuperior Karl-Heinz Haus und Prälat Jozef Zielonka, dem Verantwortlichen der Communio in Christo in Polen. Insgesamt wirkten 22 Priester aus verschiedenen Ländern als Konzelebranten sowie drei Diakone an der Gestaltung des Auferstehungsamtes mit.

Generalsuperior Karl-Heinz Haus zitierte zu Beginn des Gottesdienstes die letzten Worte Mutter Marie Thereses, die die Communio auch für die Anzeige zum Tod von Pfarrer Walch gewählt hatte: „Möchten, O Vater, doch alle Menschen deine Liebe finden.“ Noch kurz vor seinem Tod, so Generalsuperior Haus, habe Hermann Walch ihn gebeten: „Sag allen, es ging mir in meinen Begegnungen und Kontakten einzig und allein um diese Liebe Gottes zu jedem Menschen.“ Darin offenbare sich das eigentliche Geheimnis im Leben von Pfarrer Hermann Walch: „Es bestand darin, dass er selbst auf seinem schweren Krankenlager ständig und selbstlos darum bemüht war, diese Liebe Gottes durch die gelebte Nächstenliebe jedem Menschen weiter zu geben.“ Pfarrer Walchs Leben, bezeugte der Generalsuperior, sei „tatsächlich die Frucht der Berufung von Mutter Marie Therese“ gewesen. Ebenso, wie die Frucht der Gründung des Ordens Communio in Christo, in den Worten gipfele: „Was ich gegründet habe, ist die Liebe Gottes zu allen Menschen.“

Die Predigt hielt der Lückerather Diakon und Freund der Communio Manfred Lang. Er würdigte Pfarrer Walch als „einen großen Mann und Priester, für dessen Größe ein anderes Maß genommen werden muss, als für die Biographien der Mächtigen“. Denn das Maß von Hermann Walch, so Manfred Lang, sei einzig die Liebe gewesen, „und zwar die Liebe zu allen Menschen“. Für den Mann, der am 20. Oktober 1939 im Tirolerischen Hochgallmigg das Licht der Welt erblickte, so Diakon Lang, habe das Zusammentreffen mit Mutter Marie Therese „seine Ahnung von der Realität dieser göttlichen Liebesbotschaft in Gewissheit verwandelt“.

Was, fragte Lang in der Holzheimer Pfarrkirche, sei stark genug gewesen, den Bergbauernbub aus dem 200-Seelen-Dorf Hochgallmigg zu diesem begnadeten Kirchenmann werden zu lassen? Was habe den Priesterseminaristen und Studenten an der Jesuitenuniversität Innsbruck, den späteren Präfekten im Priesterseminar Innsbruck schließlich aus Tirol in die Eifel verschlagen? An dieser Stelle zitierte Manfred Lang Pfarrer Walch selbst: „Mutter Marie Therese war für mich von Anfang an eine sehr starke, uneingeschränkt glaubwürdige Persönlichkeit, der ich mein volles Vertrauen schenken konnte, von der ich mich führen ließ. Sie wurde für mich zu einer wirklichen »Mutter der Priester«.“ Durch die Begegnung mit der Gründerin hätten sich ihm ganz neue Welten geöffnet.

In diesen „neuen Welten“ kam Pfarrer Walch durch die Communio in Berührung mit Gläubigen auf der ganzen Welt. Sein Ziel aber war und blieb bis zu seinem Tod Mechernich. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zitierte zum Abschluss des Auferstehungsgottesdienstes aus den Lebenserinnerungen Hermann Walchs, „der als Bauernsohn wie ich aufwuchs“: „So gab es viele Ereignisse und Vorfälle im bisherigen Leben (schon von der Kindheit an), durch die im Nachhinein sichtbar wurde, dass mein Leben durch Gott genau nach Mechernich geführt wurde.“ Mechernich, so Dr. Schick weiter, sei so gesehen das geografische Ziel einer Reise durch Zeit und Raum auf der Suche nach Ewigkeit, nach Gott und seiner Offenbarung gewesen, die Hermann Walch hier gefunden habe: „In Mechernich, bei der Communio in Christo, bei Mutter Marie Therese, die ihm Leitbild und Patronin war.“ Daran habe auch Hohn und Spott zu Zeiten der Diskreditierung von Gründerin und Werk nichts ändern können. Ebenso wenig, wie der Pistolenschuss eines Attentäters, der eigentlich Mutter Marie Therese gegolten und stattdessen Pfarrer Hermann Walch lebensgefährlich verletzt hatte.

Im Gegenteil. Hermann Walchs Verbindung zur Gründerin wurde umso fester. Und auch seine Strahlkraft: Er inspirierte, spendete Trost und bewegte die Menschen. Lang zitierte einige Zuschriften an die Communio. Eine ehemalige Mitarbeiterin aus Dahlem etwa schrieb: „Die Kraft und Sicherheit seiner Liebe zu Gott und zum Nächsten habe ich noch nie zuvor bei Jemandem so gespürt. Er hat mir persönlich auf ewig etwas weitergegeben, was ich immer in Erinnerung behalten werde.“ Eine Ordensschwester aus Uganda bat im Hinblick auf Pfarrer Walchs Krebserkrankung: „Bitte sagen Sie ihm, dass wir ihn so sehr lieben, und dass er auch einer der Auserwählten ist unter den leidenden Dienern Gottes.“

Als „besondere Liebesgabe“ bezeichnete Generalsuperior Haus das spontane Anliegen des Startenors und Freundes von Hermann Walch, Johannes Kalpers. Der Künstler, der auch Schirmherr von Hospiz Stella Maris ist, war eigens angereist um – erstmals überhaupt im Rahmen einer Beerdigung – für seinen Freund zu singen. Dabei hätte kaum ein Titel passender sein können, als der erste Titel, den Kalpers intonierte: „Ich bete an die Macht der Liebe“. Es folgten Schuberts „Ave Maria“ und „Panis Angelicus“.

Mit „May The Lord Send Angels“ brachte Communio-Schwester Lidwina ihre ganz persönliche Liebesgabe an den Verstorbenen: „Das Lied liebte Pfarrer Walch ganz besonders, wir haben es bei vielen Auferstehungsmessen für Bewohner unseres Hauses gesungen“, leitete sie ihren Vortrag ein. Ihr gesungener, vom eigenen Gitarrenspiel begleiteter Wunsch, Gott möge Engel schicken, die Pfarrer Walchs Weg begleiten, ihn wärmen und Liebe spenden, schien allen Gästen aus der Seele zu fließen. Schwester Lidwina war es auch, die im Namen der gesamten Kommunität die Worte vortrug, mit denen sich der Orden ganz persönlich von einem geliebten Menschen verabschiedete. Sie endeten mit den Worten: „Du bist von uns gegangen. Wir werden Deine Güte und Menschenfreundlichkeit sehr vermissen. Du warst ein Priester nach dem Herzen Jesu. Du hast ihn vertreten und wohl so, dass uns diese Gegenwart in Dir sehr fehlen wird. Wir danken Dir für alles und wünschen Dir das ewige Glück in Gott.“

Ein besonderer Dank der Communio galt der Künstlerin Marti Faber aus Zülpich, die sowohl die Anzeigen, Karten und Totenzettel zum Tode von Pfarrer Walch als auch die Pfarrkirche St. Lambertus für die Auferstehungsmesse gestaltet hatte. Das Bild, das neben dem Sarg stand und Pfarrer Walchs ganze Persönlichkeit ausstrahlt, hatte Marti Faber nach einem Foto von ihm gezeichnet.

Im Anschluss an den Gottesdienst traf sich die Trauergemeinde zur Beisetzung auf dem Mechernicher Friedhof. In der Grabstätte der Communio in Christo und in unmittelbarer Nähe zum Grab von Mutter Marie Therese fand Pfarrer Hermann Walch seine letzte Ruhe.

pp/Agentur ProfiPress