Gedenkgang gegen das Vergessen

Die Schüler der weiterführenden Schulen in Mechernich gestalten den die Veranstaltung, bei der der deportierten jüdischen Bürger Mechernichs gedacht wird

Franz Josef Kremer (r.) von der katholischen Pfarrgemeinde St. Jo-hann Baptist organisiert den Gedenkgang und gab auch im vergan-genen Jahr die Erläuterungen während der nachdenklichen Prozession durch die Stadt. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Die Beschlüsse der Wannseekonferenz vor 70 Jahren stehen im Mittelpunkt des traditionellen Gedenkganges, mit dem Schüler und Kirchen in Mechernich am Samstag, 10. November ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.

Am 20. Januar 1942 fand in einer Villa am Wannsee in Berlin, dem Gästehaus der Sicherheitspolizei, eine Konferenz von Vertretern verschiedenen Ministerien und Verwaltungseinrichtungen des dritten Reiches statt: die „Wannsee-Konferenz“. Inhalt dieser Konferenz war nichts anderes als die detaillierte Planung der systematischen Ermordung aller europäischen Juden, soweit sie sich in Herrschaftsbereich Deutschlands und seiner Verbündeten befanden.

„Die Juden aus der Eifel hatten zu diesem Zeitpunkt ihre Heimat bereits verlassen müssen. Sie lebten zu diesem Zeitpunkt unter erbärmlichen Umständen in den großen Städten des Rheinlands, vor allem in Köln. Auf der Wannseekonferenz wurde nun auch ihre Deportation und Ermordung in den Vernichtungslagern des Ostens beschlossen“, erinnert Franz-Josef Kremer von der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Mechernich, der den Gedenkgang wieder organisiert, an diesen Tag. Vertreter aus Ministerien, dem Partei-, SS- und Polizeiapparat kamen in der Villa am Wannsee auf Einladung von Rainhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei, zusammen, um über die „Endlösung der Judenfrage“ zu beraten.

„Wie die jüngste Vergangenheit zeigt, gibt es auch heute noch Menschen, die Anhänger nationalsozialistischen Gedankenguts sind und mit Gewalt gegen Andersdenkende und ausländische Mitbürger vorgehen“, hebt Kremer den aktuellen Bezug des Gedenkganges hervor. Er beginnt um 15.30 Uhr am Rathaus und geht von dort über die Weyerstraße zur Freien Evangelischen Gemeinde. Anschließend geht es am Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger Mechernichs vorbei zu Turmhofstraße. Dieses Jahr endet der Gedenkgang am Gymnasium am Turmhof. Die christlichen Kirchen in Mechernich und die Schüler des städtischen Gymnasium, der Haupt- und der Realschule wünschen sich dabei die rege Beteiligung der Mechernicher Bevölkerung.

pp/Agentur ProfiPress