Duett mit Dackel Max

770 begeisterte Zuhörer beim 9. Benefiz-Konzert mit Startenor Johannes Kalpers – Der sympathische Künstler sang wieder zugunsten des Mechernicher Hospizes Stella Maris – Anschließend zum Public Viewing ins Alte Casino

Sangen nicht nur gemeinsam, sondern stellten auch ihre Qualitäten als Entertainer unter Beweis: Johannes Kalpers (l.) und Michael Seeboth. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Euskirchen – Auf ihre Kosten kamen alle 770 Besucher beim Benefizkonzert von Startenor Johannes Kalpers im ausverkauften Euskirchener Stadttheater: Die Musikliebhaber ohnehin, weil ihnen stundenlang musikalische Sahneschnitten offeriert wurden. Die Fußballfans,  weil sie dank des frühen Konzertbeginns rechtzeitig den Anpfiff zum Spiel der Löw-Elf erlebten und während des Konzerts von Kalpers immer wieder über den aktuellen Stand der Begegnung Holland gegen Dänemark informiert wurden. Und selbst den Hundefreunden wurde etwas geboten, als der glänzend aufgelegte Sänger gegen Ende des Konzerts mit seinem Rauhaardackel Max die Bühne betrat und Hund und Herrchen ein Duett gaben – der eine singend, der andere jaulend.

Bereits zum neunten Mal hatte sich der sympathische Startenor als Schirmherr des Hospizes Stella Maris der Communio in Christo in Mechernich in den Dienst der guten Sache gestellt und auf seine Gage verzichtet. Dafür dankte ihm ausdrücklich Jürgen Sauer, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins. „Ein Großteil der Einnahmen wird dem Hospiz zugute kommen“, freute sich  Sauer über Kalpers Engagement für die Einrichtung, die  das Sterben als bewussten letzten Lebensabschnitt im vertrauten Kreis der Angehörigen ermöglicht und da hilft, wo Familienmitglieder mit der Pflege eines Sterbenden überfordert sind. Möglich mache das nicht nur der unentgeltliche Auftritt des Sängers, sondern auch die Unterstützung durch das Mechernicher Traditionsunternehmen Schäfer-Reisen, die Regionalgas und die Bürgerstiftung, wie Sauer betonte. In den Reihen der Konzertbesucher begrüßte er auch Landrat Günter Rosenke sowie Robert Ohlerth, Mechernichs stellvertretenden Bürgermeister nebst Ehefrauen.

Dass es ihm eine „Herzensangelegenheit“ sei, für das Hospiz zu singen, daran ließ Kalpers keinen Zweifel aufkommen. „Das wisst ihr nach so vielen Jahren“, wandte er sich an sein Publikum. Wichtig sei ihm deshalb auch, gemeinsam mit befreundeten Künstlern auf der Bühne zu stehen, „mit Künstlern, die ich mag und die mich mögen“. Dies waren die Sopranistin Martina Haeger sowie der Schauspieler und Sprecher Michael Seeboth, der zusammen mit Kalpers launig durch das Programm führte, wobei beide ihre Qualitäten als Entertainer unter Beweis stellten. Seeboth griff aber auch immer wieder zum Mikrofon, um seinerseits Lieder anzustimmen wie etwa „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“. Begleitet wurden die Sänger dabei vom nostalgisch anmutenden Kareol-Tanzorchester unter der Leitung des Trompeters und Sängers Klaus Huck.  Die Formation versprühte optisch wie musikalisch den Charme der zwanziger Jahre und hatte in der einzigen, das Sousaphon spielenden Frau einen echten Hingucker. 

Der Ohrwurm über den schönen Sigismund aus dem Singspiel „Im weißen Rößl“ war nur einer von zahlreichen musikalischen Evergreens, die Kalpers und seine Mitstreiter zur Freude des Publikums zu Gehör brachten. Unter dem Motto „Dein ist mein ganzes Herz“ hatte der Startenor die schönsten Melodien aus Operette, Musical, Schlager und Tonfilm eigens für das Benefizkonzert zu einem neuen Programm arrangiert. Darunter  „Ein Freund, ein guter Freund“ aus der Filmoperette „Die Drei von der Tankstelle“, das Kalpers, Seeboth und Huck zum Abschluss des ersten Teils als Trio vortrugen und dafür ihre Fracks mit blauem Tankwart-Outfit tauschten.

Auch nach der Pause jagte ein wohlbekanntes Lied das nächste: „Es grünt so grün“, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ und das – natürlich von Martina Haeger vorgetragene – „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ sorgten für gute Laune. Kalpers selbst stellte unter anderem bei „Du bist die Welt für mich“ aus Richard Taubers Operette „Der singende Traum“ oder bei „Dein ist mein ganzes Herz“ sein Können unter Beweis. Mit dem Lied des unvergessenen Heinz Schenk  „Es ist alles nur geliehen auf dieser schönen Welt“ gedachte Kalpers der Mutter Marie Therese, des kürzlich verstorbenen Pfarrers Hermann Walch und der Schwester Elisabeth Molinari von Communio in Christo.

In der Pause bewies der Startenor einmal mehr, dass er gänzlich frei von Allüren ist und die Nähe zu seinen Fans sucht: Im Akkord schrieben Kalpers, Seeboth und Haeger Autogramme am bis zum Gong dicht umlagerten Tisch im Foyer des Stadttheaters. Das von Kalpers, Seeboth und Haeger gemeinsam gesungene „Sag beim Abschied leise Servus“ war – nach mehreren Zugaben – der krönende Abschluss eines gelungenen Konzertabends, für den sich das restlos begeisterte Publikum mit Standing Ovation bedankte. Anschließend ließ es sich der Startenor nicht nehmen, beim Public Viewing im Alten Casino das EM-Spiel der deutschen Elf gegen Portugal mit Angehörigen der Communio in Christo und Mitgliedern des Hospiz-Fördervereins zu verfolgen. Dabei verriet der Sänger, dass er sich für das zehnte Benefizkonzert im nächsten Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen wird.

pp/Agentur ProfiPress