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Bauchstation und Klinik für Handchirurgie

Neueröffnungen im Kreiskrankenhaus Mechernich – Einrichtung verfügt nun über 13 Fachkliniken- Klinik für Handchirurgie mit eigener Station und neue Bauchstation mit 31 Betten – Freiräume geschaffen für noch mehr Patientenkomfort – Darmkrebszentrum wird zertifiziert

Geballte interdisziplinäre Kompetenz für die neue „Bauchstation“ (v.l.): Dr. Thomas Giefer, Dr. Anna Kress, Dr. Ulf Peter Schmidt und Bereichsleiterin Sophia Linden. Foto: Die Fischer Werbeagentur/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-  Mit der neuen Klinik für Handchirurgie, die aus der Klinik für Unfallchirurgie hervorgegangen ist, verfügt das Kreiskrankenhaus nun über 13 Kliniken. Chefarzt ist Dr. Thomas Giefer, der bereits seit 2010 am Kreiskrankenhaus tätig ist. Bislang hatte er den Bereich der Handchirurgie alleine betreut. Ab 1. April leitet er nun eine eigene Station mit sechs Betten. Auch die handchirurgische Ambulanz ist auf der neuen Station untergebracht.

Zudem wird Dr. Thomas Giefer zukünftig von zwei erfahrenen Handchirurginnen unterstützt, die ebenfalls ihre Tätigkeit zum 1. April aufnehmen. Das Team rechnet mit rund 600 ambulanten und 150 stationären Operationen im Jahr. Typische Krankheitsbilder, so berichtet das Kreiskrankenhaus, seien Brüche der Handknochen oder Verletzungen der Nerven, Bänder und Gefäße. Hinzu kommen Kompressionssyndrome von Nerven, Arthrosen der Hand- und Fingergelenke, Dupuytren´sche Kontrakturen sowie Tumoren oder Infektionen.

Einen direkten Wettbewerb mit der bereits etablierten Handchirurgie im Krankenhaus in Schleiden sieht Hauptgeschäftsführer Dr. Hans Rossels aber nicht: „Unser Einzugsgebiet ist ein anderes. Überschneidungen gibt es höchstens im Bereich Kall, dort können sich die Patienten nun aussuchen, in welches Krankenhaus sie gehen möchten. Aber es gibt die nächsten handchirurgischen Kliniken erst wieder in Frechen, Köln und Bonn, die Gebiete dazwischen decken wir nun ab.“

Bauchstation zur interdisziplinären Zusammenarbeit

Ende März ging außerdem die neue Bauchstation mit 31 Betten in Betrieb. Sie dient der interdisziplinären Zusammenarbeit der Viszeralchirurgie, also der Bauchchirurgie, mit der Gastroenterologie der Medizinischen Klinik 1. So werden die Patienten, bei denen dies notwendig ist, von Beginn an zusammen auf einer Station betreut und bei der gemeinsamen morgendlichen Visite besprochen.

Die Chefärztin der Medizinischen Klinik 1, Dr. Anna Kress erläutert das bisherige Prozedere an einem typischen Krankheitsbild:

„Nehmen wir an, ein Patient hat Gallensteine, die in der Gallenblase eine Kolik verursachen oder in den Gallengang rutschen können. Wir Internisten führen eine endoskopische Untersuchung durch und können dabei die Steine im Gallengang entfernen. Wenn wir das abgeschlossen haben, führen wir ein Konsil mit den Chirurgen und klären, ob die Gallenblase auch entfernt werden muss.“ Wenn ja, so Dr. Kress weiter, sei der Patient bisher auf eine andere Station verlegt worden und habe sich zu der Angst, die er vielleicht vor dem Eingriff hatte, auch noch an neue Schwestern und eine neue Umgebung gewöhnen müssen. Dr. Anna Kress: „Außerdem kann es durch das Prozedere schon mal zu Wartezeiten kommen.“

Um diese Wartezeiten zu vermeiden und den Patienten mögliche Unsicherheiten zu nehmen, kümmern sich auf der neuen Bauchstation von Beginn an zwei Oberärzte – einer aus dem chirurgischen und einer aus dem internistischen Fachbereich – gemeinsam um die entsprechenden Fälle. Die Patienten bleiben auch im Falle einer notwendigen Operation auf der vertrauten Station. Somit wird der Patientenkomfort deutlich erhöht. Außerdem wird die Verweildauer im Krankenhaus verkürzt, ohne dass dem Patienten dadurch Nachteile entstehen.

Eine gemeinsame Station erscheint logisch, denn häufig arbeiten das Team um den Chefarzt der Viszeralchirurgie Dr. Ulf Peter Schmidt und das Team der Medizischen Klinik 1, sowieso zusammen. „Beide Disziplinen behandeln die Organe im Bauch wie Leber, Magen, Speiseröhre, Darm und Bauspeicheldrüse – eben einmal von der konservativen also nicht-operativen Seite und andererseits von der chirurgischen Seite aus.“ Der Trend in der Medizin, so Dr. Schmidt, gehe immer mehr zum Organmediziner: „Die klassische Trennung konservativ versus operativ ist nicht mehr zeitgemäß.“ Diese Zusammenarbeit wird zukünftig durch die räumliche Nähe gefördert, denn die beiden Oberärzte der Station haben hier zwei nebeneinanderliegende Arztzimmer und teilen sich einen Behandlungsraum. Bereichsleiterin Sophia Linden betreut die Patienten der Station von der pflegerischen Seite aus.

Im Kreis Euskirchen ist diese Bauchstation einzigartig, auch wenn der Trend deutschlandweit bereits seit zehn Jahren zu verzeichnen ist. So haben sich die Mechernicher Chefärzte an einer Station in einem Münchener Krankenhaus orientiert.

Insgesamt bleibt es beim Kreiskrankenhaus aber bei der Kapazität von 413 Betten. „Wir stocken nicht auf, sondern schaffen Raum zur Auflockerung,“ erläutert Hauptgeschäftsführer Dr. Hans Rossels. „Bisher hatten wir in Spitzenzeiten oft das Problem, dass wir in einem Zwei-Bett-Zimmer noch ein drittes Bett einschieben mussten. Im Sinne des besseren Patientenkomforts soll das zukünftig vermieden werden. Wir haben Freiräume geschaffen, um alle Pateinten vernünftig unterzubringen.“

Zertifizierung des Darmkrebszentrums

Seit 2010 verfügt das Kreiskrankenhaus Mechernich über ein Darmkrebszentrum, das nun zertifiziert werden soll. „Wir behandeln inzwischen die für die Zertifizierung geforderten 50 Fälle im Jahr und haben im vergangenen Jahr 23 Patienten mit Enddarmkrebs sowie 35 Patienten mit Dickdarmkrebs operiert. Jetzt wird die Zertifizierung auf den Weg gebracht,“ erklärt Dr. Ulf Peter Schmidt. Diese für das Krankenhaus aufwendigen Zertifizierungen haben für Patienten vor allem eine Signalwirkung und die Sicherheit, dass in dem jeweiligen Haus bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden und entsprechend viel Erfahrung mit dem Krankheitsbild vorhanden ist. Auch hier steht die Bauchstation im Mittelpunkt, denn die betroffenen Patienten werden hier gemeinsam behandelt.

Komplizierter Bauabschnitt

Mit den Planungen des aktuellen Bauabschnitt der Arbeiten am Mechernicher Kreiskrankenhaus, so Architekt Joachim Stiller, wurde im Juli 2010 begonnen und im November desselben Jahres lag bereits der Bauantrag vor. Nach dessen Genehmigung wurde im Mai 2011 auch direkt gestartet, indem das Dach der 2. Etage komplett abgetragen wurde, um ein neues Stockwerk aufsetzen zu können.

In 18 Monaten Bauzeit wurde eine Nettofläche von 1.185 qm geschaffen sowie ein umbauter Raum von 7.300 Kubikmetern. Dies entspricht etwa der Fläche und dem Raum von zehn Einfamilienhäusern. Die gesamten Baukosten betrugen 3.280.000 Euro. Insgesamt wurden 37 Betten in 18 Zwei-Bett-Zimmern und einem Ein-Bett-Zimmer geschaffen. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und Toilette. Zur Fertigstellung fehlt nur noch die Außenfassade, wozu konstante Temperaturen von über fünf Grad erforderlich sind.

Neugestaltung der Badezimmer

Im Zuge dieser Maßnahme werden auch die vorhandenen Bäder im Eingangsbereich neu gestaltet. Die für die Fassade so charakteristischen dreieckigen Bäder werden dabei entfernt und durch größere ersetzt. Dadurch erhält jedes Zimmer ein eigenes Badezimmer.

Geduldige Patienten trotz Baulärm

Gerade in der Station unterhalb der neu aufgesetzten Etage sei die Situation durch den Baulärm sehr kompliziert gewesen, berichten die Verantwortlichen. Aufgrund der Information der Patienten und die Verlegungen auf andere Stationen habe aber alles relativ ruhig abgewickelt werden können. Für die Renovierung der restlichen Badezimmer an den anderen Gebäuden werden die betroffenen Zimmer aus der Nutzung gezogen. „In der Zeit können wir vielleicht nicht so stark auflockern, wie wir das gerne möchten,“ bittet Dr. Hans Rossels um Verständnis.

pp/Agentur ProfiPress