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Wasser für Indien dank Eifeler Hilfe

Rosi Gollmann (86) von der Andheri-Stiftung ist am Misereor-Sonntag, 6. April, in Mechernich zu Gast – Ein Bericht der KirchenZeitung Aachen für das Bistum Aachen

Klaus und Gerda Ridders stellten der KirchenZeitung für das Bistum Aachen alle acht bislang von Mechernich aus geförderten Indien-Projekte der „Eifeler Brunnenhilfe“ vor. Insgesamt generierte die Initiative bislang 150.000 Euro an Spenden und Eine-Welt-Verkaufserlösen. Foto: Manfred Lang/KirchenZeitung Aachen/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Die Dinge hängen irgendwie zusammen: Gertrud Roggendorf, ein Mechernicher Mädchen, wurde Ordensschwester, ging nach Indien und kümmerte sich vor den Toren Mumbais um die Ärmsten der Armen, nämlich verstoßene Waisenkinder. Sie gründete das weltbekannte Kinderdorf Andheri und gründete die Kongregation der „Helpers of Mary“.

Die Bonnerin Rosi Gollmann wiederum las einen Illustrierten-Artikel über Schwester Anna-Huberta, wie sich Gertrud Roggendorf fortan nannte, und war von ihrem Werk so begeistert, dass sie beschloss, mit anzupacken. Sie gründete das mittlerweile bundesweit und vor allem in Indien und Bangladesh bekannte Werk „Andheri-Hilfe“.

Und diese Andheri-Hilfe arbeitet ihrerseits seit zwei Jahren mit der in Mechernich entstandenen „Eifeler Brunnenhilfe“ zusammen. Aus diesem Grund, und hier schließt sich der Kreis, kommt die berühmte Indienhelferin Rosi Gollmann am diesjährigen Misereor-Sonntag, 6. April, nach Mechernich. Dort berichtet sie bei einem Fest im Johanneshaus neben der Pfarrkirche ab 12 Uhr über das gemeinsame Trinkwasser- und Fluthilfeprojekt im indischen Kerala. Alle sind eingeladen!

Weil ihre Häuser nach den verheerenden Monsunfluten unter Wasser standen, flüchteten diese Menschen auf eine Brücke und schlugen dort ein provisorisches Lager auf. Auch hier half die Eifeler Brunnenhilfe mit 5.000 Euro bei der Beseitigung der Überschwemmungsschäden. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Sieben Mal haben die Brunnenhelfer um Eifeldekan Erik Pühringer und die Ärzte Klaus Ridders, Reiner Klick und Johannes Langhammer seit dem Jahr 2000 Brunnen in der indischen Provinz Karnataka bohren lassen. Sie haben Leitungen verlegt , Reservoirs und einen kleinen Staudamm angelegt, um ganzen Dörfern, Schulen und Familien Zugang zu frischem Wasser zu verschaffen.

150.000 Euro vom Bleiberg in Trinkwasser investiert

Die KirchenZeitung für das Bistum Aachen schreibt in ihrer aktuellen, d.h. am kommenden Wochenende erscheinenden Ausgabe: „Tausenden Menschen wurde so geholfen. Beim ersten Projekt 2000 – 2002 waren 500 Schulkinder und 2400 Bewohner die Nutznießer, beim dritten (2005/2006) waren es schon drei komplette Dörfer mit 2500 Schulkindern, 2007 bis 2009 bei der fünften Hilfsmaßnahme 3000 Familien, die Zugang zu trinkbarem Wasser im unmittelbaren Lebensumfeld bekamen.

Über 100 000 Euro an Spenden, Eine-Welt-Laden-Erlösen und Kollekten wurden dafür seither in Mechernich und Umgebung eingenommen und ausgegeben. Indische Organisationen halfen der Eifeler Brunnenhilfe bei der Umsetzung, wiederholt waren die Mechernicher in den Projektregionen, um sich den Stand der Arbeiten anzusehen und die konsequente Fertigstellung der Wasserversorgung zu kontrollieren.

40.000 Euro fürs Projekt und 5000 Euro extra für Monsunschäden

Seit zwei Jahren nun arbeitet die EBHI mit der auf die Mechernicher Ordensschwester Anna Huberta Roggendorf zurückgehenden Andheri-Hilfe zusammen, um auch in Kerala, dem südlichen Bundesstaat mit seinem prozentual großen Teil indischer Christen, für  Zugang zu sauberem Wasser zu sorgen. Für Trinkwasserprojekte in dem wasserreichen Küstenstaat, wo die Wasserversorgung für große Teile der Bevölkerung trotzdem ein großes Problem ist, haben die Mechernicher 40.000 Euro aufgebracht und zudem strukturelle Hilfe für die Binnenfischerei geleistet. Für die Beseitigung der Überschwemmungsschäden, die der verheerende Monsunregen 2013 verursacht hatte, stellte man nochmals 5000 Euro extra zur Verfügung. Das Gesamtvolumen des gemeinsamen Projektes der Eifeler Brunnenhilfe und der Andheri-Hilfe beläuft sich auf 666.000 Euro, die zu Dreivierteln vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit kommen. Die erfolgreiche Kooperation und die in Mechernich liegenden Wurzeln ihrer Organisation sind ausschlaggebend dafür, dass die berühmte Rosi Gollmann (86), die Gründerin der bundesweiten Andheri-Hilfe, jetzt nach Mechernich kommt.

Lesung aus der Biographie und indische Küche

Denn in den Anfangsjahren konzentrierte sich das Augenmerk der von ihr 1967 gegründeten Organisation dem Kinderdorf in Andheri vor den Toren Bombays, das die Mechernicher Ordensschwester Anna Huberta (geborene Gertrud Roggendorf) gegründet hat. Später kamen vielfältige andere Hilfsprojekte gegen Mädchenmorde und Kinderarbeit, für Bildung und Berufsfindung sowie Selbständigkeit durch Kleinkredite hinzu. Besonders berühmt ist ihre Blindenhilfe in Bangladesh. Bis heute wurden 1,3 Millionen Operationen finanziert und die Menschen so von ihrer Blindheit geheilt.

Rosi Gollmann wird am Sonntag, 6. April, in der von Eifeldekan Erik Pühringer zelebrierten Messe um 10.45 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist predigen. Martina Ernst und Steffi Schäfer-Groeb von der Eine-Welt-Gruppe der Gemeinde gestalten den Gottesdienst mit. Ab 12 Uhr wird im Johanneshaus weitergefeiert, wo Rosi Gollmann aus ihrer Biographie „Einfach Mensch“ liest und sich Fragen stellt. Ab 13 Uhr wird köstliches Fastenessen aus der indischen Küche serviert.

pp/Agentur ProfiPress