Strempt vor „Wiedervereinigung“

Baubeginn ist Osterdienstag: Neue Poststraße bindet beide durch die Bahnlinie Köln-Trier-Saarbrücken getrennten Teile des Ortes an – Beseitigung zweier schienengleicher Bahnübergänge für 5,4 Millionen Euro – Vollsperrung vom 10. bis 23. April, Verkehrsbehinderungen bis Jahresende – Bürgermeister Dr. Schick: „Ein Stück mehr Lebensqualität für Strempt“

 

Den berühmten Ersten Spatenstich taten (mit Spaten von links) Norbert Backes, Johannes Greve und Wulf-Dietrich Simon gemeinsam. Mit dabei waren (von rechts) Stadtingenieur Karl Hansen, Jürgen Winand und Georg Lenzen von der Stadtverwaltung Mechernich sowie Siegfried Kees und Harry Schwarz von der Stadtkyller Backes-Bau GmbH. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Strempt – Die Fußgänger- und Radfahrerunterführung der Eisenbahnlinie Köln-Trier-Saarbrücken in der Ortsmitte Strempt ist im Bau, das Brückenbauwerk der Straßenunterführung in Höhe Haus Rath ist seit einem halben Jahr fertig. Damit die Verbindung der beiden durch die Bahnlinie getrennten Hälften von Strempt auch funktioniert, muss jetzt noch die dazu gehörende Straße gebaut werden.

Am Osterdienstag rücken die Bagger an.  Bis einschließlich Jahresende erstellt die Bauunternehmung Backes im Auftrag der Stadt Mechernich die Anbindung der Ortslage Strempt dies- und jenseits der Bahnlinie. Dazu muss zunächst für Kanalbauarbeiten die Kreisstraße 81 in Höhe „Am Heiligenhäuschen“ bis zum 23. April voll gesperrt werden. Die Umleitung über die Bundesstraßen 477 und 266 wird ausgeschildert.

Neben der Poststraße werden zunächst parallel ein Wirtschaftsweg zwischen K 81 und Friedhof als Behelfszubringer und ein Rückhaltebecken für die Kanalisation am Heiligenhäuschen gebaut. Erst danach beginnen die Verlegung eines neuen Oberflächen- und Schmutzwasserkanals sowie der eigentliche Straßenneubau zwischen Ortslage und Heiligenhäuschen.

Die Maßnahme ist mit 800 000 Euro veranschlagt und Teil jenes Gesamtpakets zur Beseitigung beider schienengleicher Bahnübergänge in Strempt, das Bund, Bahn und Stadt für insgesamt 5,4 Millionen Euro geschnürt haben. „Dadurch erhält der Ort Strempt ein Stück Lebensqualität zurück“, sagte Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zu dieser Baumaßnahme.

Beseitigt werden die innerörtlichen Bahnübergänge Poststraße und Eintrachtstraße, wobei das neue Brückenbauwerk in Höhe Haus Rath für sämtlichen Straßenverkehr passierbar ist, die Unterführung an der Eintrachtstraße aber behindertengerecht für Fußgänger, Rollstuhl- und  Fahrradfahrer.

Zum ersten Spatenstich am Straßenneubau zwischen beiden Bahnseiten Strempts und der K 81 am Heiligenhäuschen trafen sich vor Ostern sämtliche am Bau beteiligte Parteien, darunter auch der Strempter Ortsvorsteher und Mechernicher Ratsherr Wulf-Dietrich Simon, der mit zu den politischen Vätern der 5,4 Millionen Euro teuren Baumaßnahme gehört. „Darauf haben wir 15 Jahre hingearbeitet“, sagte  Simon dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Die Stadt wurde von dem scheidenden Tiefbau-Ingenieur Karl Hansen, dem für Straßenbaumaßnahmen zuständigen Georg Lenzen und dem für Straßensperrungen und Ordnungswesen verantwortlichen Jürgen Winand vertreten.

Norbert Backes, Siegfried Kees und Harry Schwarz vertraten die Stadtkyller Firma Backes-Bau GmbH, Diplom-Ingenieur Johannes Greve das planende Büro Schmidt aus Lennestadt, das auch die Bauleitung der Stadt Mechernich für die jetzt anlaufende Neubaumaßnahme „Poststraße“ innehat.

Die neue Poststraße wird im Endstadium an einem Kreisverkehr ansetzen, der den heutigen Abzweig K 81/Strempt ersetzt, aber vom Kreis Euskirchen erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden soll.

Von dort führt die neue Stadtstraße bis zur Höhe der Eisenbahnunterführung Haus Rath, wo sie sich gabelt. Eine Trasse führt auf der bereits existierenden Poststraße in die Ortslage Strempt hinein, und zwar auf der Seite, auf der die Pfarrkirche St. Rochus steht. Der andere Zweig führt unter der Bahnlinie hindurch auf die Bleibergseite des Ortes Strempt.

Johannes Greve gab die Gesamtausbaulänge mit 520 Metern an, davon 345 Meter für die neue Poststraße, 105 Meter für den parallel laufenden neuen Wirtschaftsweg, der während der laufenden Baumaßnahme als Behelfs-Zubringer genutzt werden soll, und 70 Meter für die neue Zuwegung unter der Bahn hindurch in Richtung Haus Rath. Die Regelfahrbahnberiete beträgt sechs Meter, die des Gehwegs 1,5 Meter, die der Parkbereiche zwei Meter.

Da die neue Poststraße auf das Niveau der Bahnunterführung tiefer gelegt wird, müssen knapp 12 000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Im Zuge der Baumaßnahme werden 635 Meter neue Kanäle zwischen Ortslage und neuem Überlaufbecken am Heiligenhäuschen verlegt.

Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme nach Eisenbahnkreuzungsgesetz in Höhe von 5,4 Millionen teilen sich Bahn, Bund und Stadt zu je einem Drittel, wobei der städtische Mechernicher Anteil von 1,8 Millionen zu 70 Prozent vom Land NRW übernommen wird.

Jürgen Winand und Georg Lenzen von der Stadtverwaltung Mechernich bitten die Autofahrer um Nachsicht und Geduld während der Vollsperrung der K 81 vom 10. bis 23. April und um vorsichtige Fahrweise während der Benutzung des provisorischen Zubringers ab Dienstag, 24. April, bis Jahresende.

pp/Agentur ProfiPress