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Mit den „neuen Opas“ auf Tour

Kinder der Rotkreuz-Kita Herhahn wanderten mit ihren Großvätern nach Vogelsang – Besichtigung des Rotkreuz-Museums – Projektleiter Dr. Mosemann lobte Arbeit als „Leuchtturm 

Angeführt von Rolf Zimmermann (Mitte), kam die Gruppe auf Vogelsang an. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Vogelsang – „Es ist eine neue Generation von Opas. Sie sind aktiver und beteiligen sich gerne“, findet Tina Mertens, Leiterin der Rotkreuz-Kita Herhahn. „Ich sage mal salopp, wir müssen weg von dem Bild, dass der Opa zu Hause sitzt und Pfeife raucht“, sagt Bodo Froebus, Leiter des Rotkreuz-Bereichs „Soziales“. Und: „Das Großvater-Bild hat sich gewandelt. Viele Mütter sind berufstätig. Da müssen sie auch mal Kinder wickeln und versorgen, zum Beispiel Essen machen. Sie werden in die Familienorganisation viel mehr eingebunden und müssen Aufgaben mit übernehmen.“ Hinzu komme, dass Zeit auch für Großväter knapper geworden ist. So sind sie also, „Die neuen Opas“. Dies ist der Name des Projekts, den der Euskirchener Kreisverband des Roten Kreuzes dieses Jahr gestartet hat. Im Rahmen dieses Projekts haben sich nun die Kinder der Kita Herhahn auf den Weg in Richtung Vogelsang gemacht. Im Schlepptau hatten sie dabei ihre Opas. 

Rund eineinhalb Stunden waren sie unter der Leitung von Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann und Patrick Dost, zuständig für Hausnotrufdienst und Mitgliederservice, auf der fünf Kilometer langen Strecke von ihrem Kindergarten bis nach Vogelsang unterwegs. „Ich habe vorher gedacht, das sei zu weit. Aber die Kinder haben das gut gemeistert“, freute sich Tina Mertens. „Es war eine schöne Strecke am Bach entlang.“ 

Besonders habe den Kindern die Aussicht auf Wolfgarten gefallen, die sie unterwegs genießen konnten. Einen Stopp legte die Wandergruppe im Bildungshaus des Roten Kreuzes auf Vogelsang, dem „Transit 59“, ein. Dort wärmten sie sich am Ofen, den Rolf Zimmermann mit Holzscheiten anheizte. Gleichzeitig stärkten sich Kinder und Opas mit Brötchen und Getränken aus ihren Rucksäcken. Müde waren die Kleinen nach der Wanderung allerdings noch nicht. Denn auf dem anschließenden Weg zum Rotkreuz-Museum unterhalb des Adlerhofs rannten sie schon wieder vorne weg. Unten angekommen, durften sie im Kino des Museums einen lustigen Zeichentrick-Film schauen, der ihnen Sinn und Arbeit des Roten Kreuzes vermittelte. Gleichzeitig führte Rolf Zimmermann die Großväter durch die Ausstellungsräume. 

Besuch bekamen die Kreis Euskirchener Rotkreuzler von Dr. Volker Mosemann vom Rotkreuz-Generalsekretariat. Er ist Leiter des Projekts „Die neuen Großväter in Aktion“. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen dieses Projekts sind auch „Die neuen Opas“ des Kreisverbandes Euskirchen angesiedelt. „Wir haben beim Roten Kreuz gute Voraussetzungen für die Großväter-Arbeit. Wir sind in vielen Branchen aktiv, zum Beispiel in der Technik. Da können wir viel einbauen“, sagte Dr. Mosemann. Allerdings sei das Bestreben des Roten Kreuzes dabei nicht, Bildungsveranstaltungen anzubieten. „Es geht um die Gestaltung der Freizeit“, so Mosemann. „Unser Ziel ist es, von den Medienveranstaltungen wie Internet und Fernsehen wegzukommen“, beschrieb Froebus den Hintergrund. „Wir wollen hin zu den traditionellen Dingen. Die Großväter haben das früher erlebt und können das daher am besten vermitteln“, führte er aus. „Wir wollen Großväter und Enkel noch näher zusammenbringen, und das außerhalb des Hauses“, ergänzte Dr. Mosemann. Auch der Kontakt und Austausch zwischen den Großvätern sei bei den Aktionen wichtig. Denn: „Es geht um die Stärkung des männlichen Geschlechts im Rahmen der Gleichstellung“, brachte es der Projektleiter auf den Punkt.

Das zweijährige Projekt „Die neuen Großväter in Aktion“ entwickle sich bislang qualitativ und quantitativ gut und solle im kommenden Jahr intensiviert werden. „Es ist vom Generalsekretariat als erfolgreich eingestuft worden.“ Die Großväter-Arbeit des Euskirchener Kreisverbandes lobte Dr. Mosemann als „Leuchtturm“. Auf dem letzten Stück der Wanderung hatten die Kinder und Opas Zuwachs bekommen. Vom Bundesverwaltungsamt, das das Projekt administrativ unterstützt, waren Michael Impertro und Franz Wozniak nach Vogelsang gekommen. „Aus dem hohlen Bauch heraus gesagt: Ich fand es klasse“, zeigte sich Michael Impertro ganz angetan. Franz Wozniak erklärte, solche Projekte seien wichtig für das Verständnis zwischen den Generationen. Das entwickle sich schließlich von klein auf. Eine bleibende Erinnerung gab es am Schluss für beide Generationen. Tina Mertens hatte Papp-Herzen vorbereitet, auf denen Opa und Enkel je einen farbigen Handabdruck hinterließen. Die Herzen werden ihren Platz in der Kita finden.

pp/Agentur ProfiPress