Erfolgreiche Eifel-Mission

Die Eifel präsentierte sich in Berlin auf der Internationalen Tourismus Fachmesse erfolgreich einem Fachpublikum aus der ganzen Welt – Eifel-Tourismus GmbH vermeldet erneut gestiegene Gästezahlen – Grenzübergreifende Zusammenarbeit auf allen Ebenen – Touristische wie kulturelle Highlights angekündigt – Ministerin sucht Rat beim Nationalpark Eifel

 

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke möchte vom „Erfolgsmodell Nationalpark Eifel“ lernen. Tipps gaben ihr Nationalparkleiter Henning Walter (3. v. links) und ET-Geschäftsführer Klaus Schäfer (ganz links). Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Berlin – Eifel – Eine erfolgreiche Mission: In Berlin konnte  die Eifel auf der weltweit größten Internationalen Tourismusfachmesse (ITB) erneut bei einem internationalen Fachpublikum für sich punkten. Gemeinsam mit der Europäische Wirtschaftsvereinigung (EWIV) Eifel-Ardennen Marketing, die die Eifel auch über die Bundesgrenzen hinaus vertritt, und der Städteregion Aachen informierte die Eifeltourismus GmbH an ihrem Stand über bestehende Angebote und neue touristische Attraktionen in der nordrhein-westfälischen wie rheinland-pfälzischen Eifel. Zusätzlich vertreten war die Erlebnisregion über den Nationalpark Eifel in der Halle „Trends und Events“ sowie an einem Stand für barrierefreies Reisen.

Ganz im Sinne der Zukunftsinitiative Eifel also, die sich für die Förderung der Gesamteifel einsetzt und die sich besonders auch den Tourismus auf die Fahnen geschrieben hat, warben die Touristiker gemeinsam und grenzübergreifend für „ihre“ Eifel – und konnte so auch auf ihre vielen regionalen Besonderheiten aufmerksam machen.

Ausrufezeichen für die Eifel

Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel-Tourismus GmbH (ET): „Das war eine ITB, bei der wir ein Ausrufezeichen hinter die Eifel setzen konnten.“ Dazu beigetragen habe auch die breite Unterstützung aus der Eifeler Politik. Denn zahlreiche Vertreter der Eifel-Kreise und Kommunen waren ebenfalls angereist, um ihre Heimat auf der ITB zu vertreten, Freunde zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Darunter unter anderem der Euskirchener Landrat Günter Rosenke, sein Dürener Kollege und Vorstandsvorsitzender der Eifel Tourismus Agentur, Wolfgang Spelthahn, sowie Städteregionsrat Helmut Etschenberg, die jeweils von mehreren Bürgermeistern aus ihren Kreisen begleitet wurden.

„Wir sind gemeinsam erfolgreich unterwegs“

 „Wir sind gemeinsam erfolgreich unterwegs.“ Mit diesen Worten präsentierten der ET-Aufsichtsratsvorsitzende Aloysius Söhngen und Helmut Etschenberg, in dem Fall als Stellvertretender Präsident der EWIV Eifel-Ardennen Marketing, die durchweg positive Bilanz für das Jahr 2011. Über die Landesgrenzen hinweg stieg die Zahl der Gästeankünfte im Jahr 2011 eifelweit um 6,5 Prozent und die der Übernachtungen um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Nordrhein-Westfalen verzeichneten die Städte und Gemeinden der Eifel-Region (inklusive Städteregion Aachen) sieben Prozent mehr Gästeankünfte. Im Kreis Euskirchen stiegen sie um 6,6 Prozent, in der Städteregion Aachen um 6,1 Prozent. Spitzenreiter war der Kreis Düren mit einem Plus von 8,8 Prozent. Und es kamen nicht nur mehr Gäste – sie blieben auch länger: Um 4,8 Prozent mehr Übernachtungen wurden registriert.

Auch in der rheinland-pfälzischen Eifel ist der Trend durchweg positiv: Die Zahl der Gästeankünfte ist gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 6,1 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es bei den Übernachtungszahlen aus. Im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel nahmen die Übernachtungen im Jahr 2011 um 3,7 Prozent zu.

Naturerlebnis und Römische Relikte

Besonders beliebt sei die Eifel auch, so Söhngen, bei Rad- und Wandertouristen. Und die können sich auf weitere Highlights freuen. Nicht nur werde die „Erfolgsstory“ Eifelsteig mit angrenzenden Premium-Wanderwegen weitergeschrieben.

Eine neues touristisches Aushängeschild soll etwa der Römerkanal-Wanderweg werden, der am 1. Juni offiziell eröffnet wird. Von Nettersheim unter anderem über Mechernich nach Köln folgt der bereits neu ausgeschilderte Weg in sieben Etappen der Trasse der römischen Eifelwasserleitung. Neben dem Naturerlebnis können Wanderer entlang der Strecke die Relikte des Großbauwerkes aus römischer Zeit hautnah erleben, die anhand von rund 50 Info-Tafeln erläutert werden. Finanziell beteiligt haben sich am Projekt Römerkanal-Wanderweg neben der NRW-Stiftung auch die an der Strecke gelegenen Kommunen.

Bahntrasse wird zur Rad- und Wanderstrecke

Helmut Etschenberg, der auch aktueller Präsident der Zukunftsinitiative Eifel ist, betonte die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die es nicht zuletzt auch ermöglicht, touristische Projekte mit EU-Fördermitteln anzuschieben.

Ein Paradebeispiel für die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der EWIV Eifel-Ardennen ist die ebenfalls auf der ITB vorgestellte Vennbahn von Aachen durch das Hohe Venn bis ins nördliche Luxenburg. Im Rahmen der EWIV konnten EU-Mittel beantragt werden, mit denen die Umwandlung der ehemaligen Bahntrasse in eine Rad- und Wanderstrecke teilfinanziert wird. Vollständig befahrbar sein soll die 125 Kilometer lange Strecke ab Ende 2012. Interessant ist die Route dann auch für Familienurlauber, denn aufgrund der Vorgeschichte als Bahntrasse beträgt die maximale Steigung auf der Stecke nur 1,7 Prozent.

Auch in den Kreis Euskirchen, berichteten die Eifeler Touristiker in Berlin, fließen über die EWIV europäische Fördermittel. Mit ihnen soll etwa am Kronenburger See noch in diesem Jahr ein Wasserseilgarten entstehen. Der Niedrigseilparcours mit Elementen aus Stahl, Holz, Netzen und Seilen soll das Kronenburger Erholungsgebiet insbesondere für Jugendliche noch attraktiver machen.

Flankierend zum Naturerlebnis, so berichtete Aloysius Söhngen, böte sich den Gästen in der Eifel auch ein anspruchsvolles Kulturprogramm. Aktuelles Highlight: Die vom Dürener Landrat und Vorstandsvorsitzenden  der Eifel-Touristik Agentur Wolfgang Spelthahn im Rahmen der ITB vorgestellte Rizzi-Ausstellung. Die weltweit erste Erinnerungsausstellung für den Pop-Art-Star James Rizzi ist ab 29. April in der Internationalen Kunstakademie Heimbach zu sehen.

Ministerin sucht Rat beim Nationalpark Eifel

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke nutzte die ITB auch, um sich in der nordrhein-westfälischen Eifel Rat zu holen – und zwar beim Nationalpark Eifel. Es sei Ziel ihrer Landesregierung, so Lemke, auch in Rheinland-Pfalz einen Nationalpark einzurichten. „Der Nationalpark Eifel ist ein Paradebeispiel dafür, so ein Vorhaben gemeinsam mit der Region umzusetzen. Dort sieht man, wie es gut laufen kann, und davon wollen wir lernen.“

Das geht nicht nur ihr so, wie Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes Eifel, berichtet: „Wir sind viel in Rheinland-Pfalz unterwegs, um über unser Erfolgsmodell zu berichten.“ Dabei träfen die Eifeler dann übrigens immer wieder auf einen alten Bekannten, der sich auch in der Eifel unermüdlich für den Nationalpark stark gemacht hatte: Dr. Thomas Griese, der damalige Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, unterstützt jetzt in gleicher Funktion bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung die Ausweisung eines Großschutzgebietes. Anscheinend greift es auch hier, das Eifeler Motto: „Gemeinsam und grenzübergreifend.“

pp/Agentur ProfiPress