Bundesverdienstkreuz für Willi Greuel

Hohe Auszeichnung für verdienten Bürger der Stadt Mechernich – „Kopf und Motor“ der Hilfsgruppe Eifel nahm die Ehrung ausdrücklich stellvertretend für sein Team entgegen

Mit dem Bundesverdienstkreuz ehrte Landrat Günter Rosenke (r.) Willi Greuel für dessen jahrzehntelanges Engagement für krebskranke Kinder. Sein Dank galt aber auch Greuels Ehefrau Kathi. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Euskirchen – Willi Greuel aus Lückerath im Stadtgebiet Mechernich, Vorsitzender und  „Motor“ der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämieerkrankte Kinder, ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Verliehen hat ihm die hohe Auszeichnung Landrat Günter Rosenke in einer Feierstunde im Kreishaus in Euskirchen. Im Beisein seiner Familie und treuen Mitstreitern beim mehr als zwei Jahrzehnte langen Einsatz für kranke Kinder betonte der Geehrte ausdrücklich, die Auszeichnung gerne entgegenzunehmen, wenn auch „nur stellvertretend für die Gemeinschaft.“ Greuel: „Wir sind im Team stark, und das soll auch so bleiben.“

Dass Bescheidenheit und unprätentiöses Wirken zu den hervorstechenden Eigenschaften des Lückerathers gehören, hatten zuvor Rosenke in seiner Laudatio und auch Dr. Hans-Peter Schick in seiner Ansprache hervorgehoben. Schick tat dies im Übrigen nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Freund aus dem Nachbardorf. Es sei Greuel wichtig, so Schick, dass die Ehrung als Auszeichnung für die gesamte Hilfsgruppe verstanden werde. „Aber dennoch bist Du der Motor, der das Unternehmen Hilfsgruppe am Laufen hält“, so der Bürgermeister.

Auch als Rentner setzt sich Willi Greuel, der vor zwei Jahren als Verkaufsleiter der Bauzentrale Schumacher in den Ruhestand getreten ist, unermüdlich zum Wohl der krebskranken Kinder ein. „Und das ist nicht immer ungefährlich“, spielte Landrat Rosenke auf den nächtlichen Überfall auf Willi Greuel und seine Ehefrau Kathi an. Im Anschluss an die 15. Mechernicher Oldienacht zugunsten der Hilfsgruppe Eifel hatten Räuber das Ehepaar vor seinem Haus in Lückerath um einen Teil des Geldes beraubt, das an dem Abend eingenommen wurde. Zwischenzeitlich sind die Täter überführt. 

Die Oldienacht und auch die im weiten Umkreis populäre Lückerather Kinderkirmes sind mittlerweile zwei von Willi Greuel initiierte traditionsreiche Benefizveranstaltungen, die einen Großteil der Spendengelder in die Kasse der Hilfsorganisation bringen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 ist er der Vorsitzende der Hilfsgruppe, die in den etwas mehr als 20 Jahren ihres Wirkens fast fünf Millionen Euro an Spendengeldern gesammelt hat. Mit diesem Geld konnten insgesamt rund 1000 leukämiekranken Kindern aus der Umgebung des ehemals sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl, aber auch aus Rumänien, Serbien und Kroatien Operationen und Chemotherapien finanziert werden. Darüber hinaus gehört seit mehr als 15 Jahren die kinderonkologische Station der Uniklinik Bonn zu den Empfängern der Hilfeleistungen. So trägt die Hilfsgruppe die jährlichen Kosten für die Finanzierung einer ambulanten Krankenschwester in Höhe von 37.000 Euro, die Familien mit krebskranken Kindern bei der Pflege zuhause unterstützt.  Dass dies überhaupt möglich gewesen sei, habe man auch den Menschen in der Region zu verdanken, betonte Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. „Die Eifeler sind einmalig. Dass muss an dieser Stelle einmal gesagt werden.“ Willi Greuel attestierte er, ein „waschechter Eifeler“ zu sein. Schick: „Und darauf ist er stolz.“

Beide, Schick und Rosenke, würdigten auch die Unterstützung, die Greuel in all den Jahren durch seine Ehefrau Kathi erfahren hat und mit der er seit fast 44 Jahren ebenfalls „ein Team“ bilde. Zu den Laudatoren zählte auch der „Finanzminister“ der Hilfsgruppe Eifel, deren zweiter Vorsitzender, Helmut Lanio. „Du bist wirklich unser Kopf, unser Motor, der uns antreibt. Bleib so, wie du bist“, richtete er das Wort an seinen Freund und Mitstreiter. Nach der Feierstunde lud Willi Greuel Familie und Weggefährten zum gemeinsamen Feiern in den „Balkangrill“ in Roggendorf ein. Ganz im Zeichen der Hilfsgruppe Eifel stand dann wieder der Ausklang seines Ehrentages: Am Abend nämlich gab das in Koblenz stationierte Heeresmusikkorps 300 der Bundeswehr im Euskirchener Stadttheater – natürlich zugunsten der Hilfsgruppe Eifel.

pp/Agentur ProfiPress