Das Beste, was die Eifel zu bieten hat, auf Huberts „Landhaus-Tisch“!

Kabarettist Hubert vom Venn ist unter die Gastronomen gegangen – „Venn’s Landhaus“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Theaters – Bei der Auswahl der Speisen und Getränke „fanatisch der Eifel verschrieben“ – Döppekoche, „Rumfort“-Teller und Trevvel – Spitzfindige Idee verhalf zum Eifeler Öl

 

Schriftsteller, Kabarettist, Journalist und Kolumnist Hubert vom Venn ist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung schnell fündig geworden: Als Kneipier leitet er das Restaurant „Venn’s Landhaus“ in seinem Wohnort Roetgen. Foto: Bernd Born/pp/Agentur ProfiPress

Roetgen – Das Lohnenswerte an Reisen ist für ihn „die Heimkehr in die Eifel“, das Hohe Venn hat er längst zum schönsten Platz auf der Welt auserkoren, und als kulturelles Missverständnis schlechthin gilt für ihn der Glaube, dass es hinter Rhein und Mosel menschliches Leben geben soll. Hubert vom Venn, Kabarettist und Eifel-Repräsentant allererster Güte, ist seit geraumer Zeit in neuer Mission als Koch aus Leidenschaft und Restaurantleiter anzutreffen. „Venn’s Landhaus“, so der Name des im November eröffneten Lokals, hat sich dabei voll und ganz der Ureifeler Küche verschrieben. „Bei uns kommt das Beste, was die Eifel zu bieten hat, auf den Tisch“, setzen Hubert vom Venn sowie Geschäftspartner und Freund Stamos Papas auf Top-Qualität aus hiesigen Gefilden.

“Venn’s Landhaus” hat schon jetzt Kultstatus bei den Gästen

Schon nach drei Monaten lässt sich sagen, dass sich der anvisierte Kultstatus Tag für Tag und Gast für Gast herauskristallisiert. Als ehemaliger Besitzer des Saunadorfes „Roetgen-Therme“ kümmert sich Stamos Papas um die finanziellen Belange des für rund 30 Gäste konzipierten Restaurants, während Hubert vom Venn – eigentlich Hubert Franke – das operative Geschäft mit jeweils einem Koch und einer Servicekraft leitet. „Ich sehe mich als Lehrling und habe großes Glück, auf einen Vollblut-Kaufmann gestoßen zu sein. Ich bin da nämlich eher chaotisch veranlagt“, gesteht der Witzbold auf Abwegen.

Vor der frisch gestarteten Gastronomie-Karriere prägte Hubert vom Venn im Gespann mit seinem Bühnenpartner Jupp Hammerschmidt das unverwechselbare Genre des Eifel-Kabaretts. „Nach 18 Jahren war es Zeit für einen Schlussstrich. Wir wollten verhindern, dass die Leute sagen, da kommen die zwei Idioten wieder“, verweist vom Venn auf 1180 gemeinsame Auftritte mit 81.646 Besuchern. Folglich hatte die Abschiedstournee, die am 14. Dezember 2011 endete, den Titel „Und tschüss…!“ Von der neuen Geschäftsidee war der Schriftsteller, Journalist und Kolumnist, der „I wasn’t born to follow“ (The Byrds) als sein Lieblingszitat auf „facebook“ ausweist, schnell begeistert. Ebenso wie sein griechischstämmiger Partner Stamos Papas, der ein ultimatives Alleinstellungsmerkmal ausgemacht hatte: „Hubert vom Venn ist das Aushängeschild. Er verkörpert die Eifel wie kein Zweiter – und genau das soll auch die gelebte Philosophie des Restaurants sein!“

Döppekoche und Eifel-Sushi auf der Karte

Bei der Auswahl der angebotenen Speisen und Getränke habe man sich „fanatisch der Eifel verschrieben“. Vor allem Hubert vom Venn galt in der Planungsphase als dankbarer Abnehmer für ureifeler Rezeptesammlungen. „Traditionelles mit zeitgenössischem Touch“ lässt sich der Stil der „Landhaus-Küche“ definieren. Neben Eifel-Sushis (Forelle, Reis, Wirsingmantel und grüner Soße aus Eifeler Kräutern) und einer Hirtensuppe mit Joghurt, Reis, Zwiebeln, Minze, Eiern und guter Butter (Suppe „Schäfer vom Hohen Venn“) finden sich auch so verlockende Gerichte wie Venn’s Döppekoche mit Spätburgunder Soße, Trevvel mit Schwarzbrotsbotteramme & Els („das“ Nordeifeler Nationalgericht: Speck, Milch, Mehl, Eier, Salz, Muskat auf Schwarzbrot), Rheinischer Sauerbraten mit Aachener Printensoße („Das schmeckt wie auf Kirmes!“), Eifeler oder Roetgener Rinder-Rumpsteak/Schweine-Steak oder zum Abschluss neben diverser Nachtisch-Spezialitäten der Eifeler Käseteller auf der Speisekarte. Besonders gefragt ist der „Rumfort“-Teller für 16.90 Euro. „Steht rum, muss fort“, erklärt Hubert vom Venn das große Menü aus den besten Zutaten, die sich sonntags abends noch in der Küche befinden.

Alles, was auf der Karte steht, musste vorab dem kritischen Auge und Gaumen der beiden Feinschmecker standhalten. Die Schnäpse und Obstbrände stammen zum Beispiel von einem Winzer, der die Äpfel vor der Verarbeitung persönlich gekostet hat. Als Beitrag zur Erhaltung der Eifeler Streuobstwiesen-Kultur wird Viez, das Apfelwein-Kultgetränk aus der Südeifel, angeboten. „Basics“ der Getränkekarte sind erlesene Weine, das standesgemäße Bitburger wie auch das Steinfelder Klosterbier.

Neue Spezialität: Eifel-Öl aus Griechenland

Bei aller Liebe zum Detail sorgte eine Feinheit jedoch für Kopfzerbrechen. Es sei bisher unmöglich gewesen, Eifeler Öl aufzutreiben. Um von ihrer Geschäftsidee nicht abweichen zu müssen, hatten Vom Venn und Papas allerdings die rettende Idee zur Hand. „Stamos fliegt demnächst nach Griechenland, wo er einen Olivenhain besitzt“, so Hubert vom Venn vorab schmunzelnd: „Den wird er dann feierlich auf den Namen Eifel taufen und wir können mit Fug und Recht behaupten, dass unser Öl vom Eifel-Hain stammt.“

Im ersten Geschäftsquartal erfreute sich „Venn’s Landhaus“ (geöffnet täglich von 18 bis 22 Uhr, sonntags von 12 bis 22 Uhr, mittwochs Ruhetag) einem großen Zulauf. Zuständig für die praktizierte Erlebnis-Gastronomie ist der Restaurantleiter „himself“ – von speziellen Aktionen über „Verzällcher“, Tischkunst bis hin zum Raben-Kasperle für die Kinder. Parallel zu den gastronomischen Neuheiten bietet das unmittelbar nebenan liegende „Venn’s Theater“ auch weiterhin regelmäßig Kabarett- und und Theaterabende, wie das bereits seit fünf Jahren der Fall ist. „Mittwochs gibt es immer kulturelles Programm, das bleibt auch weiterhin so. Allerdings werden an diesen Tagen nur Kleinigkeiten zum Knabbern serviert“, so Hubert vom Venn, der natürlich weiterhin auch den Job des künstlerischen Leiters inne hat.

Hubert vom Venn war noch minderjährig, als er bei einer Tageszeitung die Ausbildung zum Journalisten begann. Er arbeitete sieben Jahre als Redakteur, ehe er über einen Job als Radio-Gagschreiber Kabarettist und später auch Theaterleiter wurde. Der Autor hat bisher 17 Romane, Krimis (u.a. „Wer stirbt schon gern in Düsseldorf?“) und Kurzgeschichten-Sammlungen über die Eifel geschrieben. Seine ehemaligen Zeitungs- und Rundfunkkollegen wählten den künstlerischen Leiter des Stadttheaters Monschau zum Bezirksvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes. In der Gewerkschaft sind 200 Journalisten aus der StädteRegion Aachen, den Kreisen Düren, Heinsberg, Euskirchen sowie Ostbelgien und Brüssel organisiert. In dieser Eigenschaft weiß Hubert vom Venn auch allzu gut, dass die Schreibweise „Venn’s Landhaus“ oder „Venn’s Theater“ grammatikalisch falsch ist: „Das Apostroph ist Blödsinn, sieht aber besser aus!“

pp/Agentur ProfiPress