… oder doch Ruhestand – Mit einer ebenso humorvollen wie bewegenden Abschiedsgala feierte die Katholische Grundschule Mechernich ihren langjährigen Rektor Uli Lindner-Moog – Weggefährten, Kollegium, Eltern und fast 400 Kinder sagten Danke – Zum „Ehrenschulleiter“ ernannt
Mechernich – Der Posten ist frei. Und einen geeigneten Nachfolger hätte Willy Gemünd bereits im Blick: „Wäre der Uli Lindner-Moog nicht etwas als Bundestrainer?“, fragte der ehemalige Kommerner Schulleiter in die voll besetzte Aula des Mechernicher Schulzentrums. Der scheidende Rektor habe schließlich bald Zeit, sei teamfähig, könne Menschen führen und verfüge über reichlich Erfahrung.
Das Urteil der Kinder fiel eindeutig aus: Lautstarker Jubel brandete durch den Saal. Offenbar hätten sie ihrem Schulleiter auch die Verantwortung für die deutsche Fußballnationalmannschaft ohne Weiteres zugetraut.

Doch zunächst führt der Weg von Ulrich „Uli“ Lindner-Moog nicht an den Spielfeldrand, sondern in den Ruhestand. Und der begann mit einer Abschiedsgala, die wohl selbst einen erfahrenen Schulleiter überraschen konnte. Musik und Tanz, liebevolle Erinnerungen, humorvolle Spielszenen, persönliche Geschenke, Videobotschaften und immer wieder Kinder, die auf der Bühne zeigten, weshalb Lindner-Moog seinen Beruf über all die Jahre so gerne ausgeübt hatte.
Am Ende standen die Menschen in der Aula, applaudierten minutenlang und verabschiedeten einen Schulleiter, der die Katholische Grundschule Mechernich seit 2013 mit seinem Humor, seiner Tatkraft und vor allem mit seiner großen Nähe zu den Kindern geprägt hatte.
Ein Viertklässler moderiert mit Konrektorin
Souverän und schlagfertig führten Viertklässler Henri Bergmann und Konrektorin Iris Pollender durch das umfangreiche Programm. Der junge Moderator bewies dabei, dass Kinder an der KGS nicht nur auf der Bühne stehen dürfen, sondern ihnen auch Verantwortung zugetraut wird.

Iris Pollender erinnerte an die gemeinsamen Fahrten mit Uli Lindner-Moog, die für sie regelmäßig zu kleinen Sachunterrichtsstunden geworden seien. Mal habe er unterwegs den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen erklärt, mal ausführlich erläutert, weshalb Ostern nicht immer auf dasselbe Datum falle.
Wie viel Kreativität und musikalisches Können in ihnen stecken, zeigten die Kinder an diesem Vormittag immer wieder. Die Klassen 3a und 3c spielten auf ihren Flöten, die Klasse 4b sorgte mit einem kraftvollen Trommelbeitrag für Begeisterung, weitere Kinder traten mit Musik, Tanz und kleinen Szenen auf. Der Tanz „Guck mal, diese Biene da“ erinnerte an das schuleigene Bienenprojekt und damit an eines der vielen Angebote, die weit über den gewöhnlichen Unterricht hinausgehen.
„Hier lernt man Liebesbriefe schreiben“
Einen besonders schönen Blick auf das Wirken des Schulleiters warf der erste stellvertretende Bürgermeister Peter Kronenberg. Er begann seine Rede mit einem Satz, den ein Kind im Rahmen des an der Grundschule gestarteten Projektes „Future Code“ eingesprochen hatte: „Hier lernt man Liebesbriefe schreiben.“
Bei dem Projekt haben Kinder ihre Lieblingsorte mit QR-Codes und Audiobeiträgen hörbar gemacht. Schöner, so Kronenberg, könne man eine Grundschule eigentlich kaum beschreiben. Natürlich lerne man dort Lesen, Schreiben und Rechnen. „Aber eben nicht nur. Man lernt, sich auszudrücken, man lernt Freundschaft, Vertrauen und dass die eigene Stimme zählt. Und manchmal lernt man eben auch, einen Liebesbrief zu schreiben.“

Ein solcher Satz entstehe dort, wo Kinder sich wohlfühlten und Schule mehr sei als Unterricht. Genau dafür habe Uli Lindner-Moog gemeinsam mit seinem Kollegium über viele Jahre gesorgt.
Dabei habe Lindner-Moog die Grundschule nie als Insel verstanden, sondern stets Vereine, Ehrenamtliche, Kulturschaffende, Hilfsorganisationen und viele weitere Partner einbezogen. Gerade in schwierigen Zeiten, etwa nach der Ankunft vieler geflüchteter Familien aus Syrien und später aus der Ukraine, habe sich dieses Netzwerk bewährt.

Kronenberg erinnerte außerdem an einen Rat, den Lindner-Moog von seinem früheren Schulleiter und Mentor Willy Gemünd übernommen hatte: „Hörer in die Hand nehmen.“ Lieber miteinander reden, als übereinander zu schreiben, lieber zuhören, als vorschnell zu urteilen.
Ein reiches Berufsleben
Den offiziellen Teil der Verabschiedung übernahm Schulamtsdirektorin Bärbel König. Im Namen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, des Ministeriums für Schule und Bildung sowie der Bezirksregierung Köln überreichte sie Uli Lindner-Moog die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand mit Ablauf des 31. August.
Hinter ihm liege ein „angefülltes, manchmal turbulentes, aber auf jeden Fall reiches Berufsleben“, stellte sie fest. Begonnen hatte Lindner-Moog seine Laufbahn im Sommer 1991 als Lehrer an der Katholischen Grundschule Kommern. Dort war Willy Gemünd sein Schulleiter. 1998 übernahm er Aufgaben als Konrektor. Später folgten Leitungsaufgaben an anderen Standorten, darunter die kommissarische Leitung des damals entstehenden Grundschulverbundes Blankenheim. Seit Sommer 2013 leitete er die KGS Mechernich.

„Seither haben Sie das Gesicht der KGS Mechernich mit Herz und Seele nach innen und außen maßgeblich geprägt“, sagte Bärbel König. Seine Arbeit sei von Verantwortungsbewusstsein, Umsicht und konsequentem Handeln bestimmt gewesen.
Im Zentrum hätten stets die Kinder gestanden. König würdigte seine Kompetenz, Souveränität, Authentizität, Kommunikationsfähigkeit und Verlässlichkeit. Menschen hätten sich von ihm ernst genommen und unterstützt gefühlt. Jedes Kind habe er als Individuum wahrgenommen.

Sie selbst habe Lindner-Moog als einen Schulleiter erlebt, der sich durch „Klarheit, Höflichkeit, Ruhe und Freundlichkeit“ auszeichne. Es habe bei ihm „kein Hintenherum“ gegeben. Dinge, die ihm wichtig waren, habe er offen angesprochen.
Der nächste Erlass, die nächste Fachoffensive oder irgendein neuer Masterplan würden ihm vielleicht weniger fehlen, vermutete König. Ganz sicher fehlen würden ihm aber die Menschen, mit denen er über viele Jahre gearbeitet, gelacht und eine Gemeinschaft gebildet habe.
Vom „Küken“ zum Ehrenschulleiter
Wie sehr Uli Lindner-Moog auch die Schullandschaft der gesamten Stadt geprägt hat, machten die Mechernicher Schulleiterinnen und Schulleiter deutlich. Alexandra Offermann von der Grundschule Firmenich-Obergartzem erinnerte daran, dass vor etwa sieben Jahren gleich drei erfahrene Schulleiter in den Ruhestand gegangen seien. Lindner-Moog sei dadurch in der gemeinsamen Runde „vom Küken zum Ältesten und Weisesten“ geworden.
Mit Alexandra Offermann, Sonja Daniels von der Grundschule Lückerath und Tanja Feuser von der Grundschule Kommern seien drei neue „Küken“ hinzugekommen. Lindner-Moog habe sie durch die Jahre begleitet, beraten und geführt.

Dienstliches sei in dieser Runde gerne mit Kulinarischem verbunden worden, verriet Offermann. Bei den Treffen habe es stets „etwas zu müffele und zu süffele“ gegeben – und vor allem viel zu lachen. Als Erinnerung überreichten die Kolleginnen deshalb eine ganze Auswahl von Spezialitäten, die für gemeinsame Sitzungen, Frühstücke und Gespräche standen.
Sonja Daniels beschrieb Lindner-Moog als den „Fels in der Brandung“ der Runde. Seine positive Haltung, sein Humor und seine Zuversicht hätten dafür gesorgt, dass die Beteiligten meist besser gelaunt aus einem Treffen hinausgegangen seien, als sie hineingekommen waren.
Dann folgte einer der schönsten Momente der Gala: Weil Lindner-Moog die Stadtschulleiterrunde und die Regionalkonferenz über Jahre so stark geprägt habe, ernannten ihn die Kolleginnen zum „Ehrenschulleiter“.

Tanja Feuser musste dafür eigens auf ein kleines Höckerchen steigen. Denn wer dem hochgewachsenen Rektor die entsprechende Auszeichnung umhängen wollte, brauchte zusätzliche Höhe. Die Szene sorgte für herzhafte Lacher und zugleich für einen berührenden Moment.
Auch Micha Kreitz vom Gymnasium Am Turmhof und eine Vertreterin der Gesamtschule dankten dem scheidenden Kollegen. Weil Garten und Kochen zu seinen Leidenschaften gehörten, überreichten sie ihm ein Gartenkochbuch, von dem künftig hoffentlich auch Familie und Freunde profitieren würden.
„Du warst immer der Mensch“
Mit Willy Gemünd trat anschließend jener Mann ans Mikrofon, der Lindner-Moogs beruflichen Weg von Beginn an begleitet hatte. Er erinnerte sich noch genau an die dritte Woche der Sommerferien 1991. Damals sei ihm im Lehrerzimmer der Grundschule Kommern ein etwas schüchtern umherblickender, zugleich aber alle anderen überragender junger Lehrer begegnet.
Gemeinsam hätten sie eine neue Schule aufgebaut, Bücher bestellt, Stundenpläne erstellt und sich in eine Gemeinschaft eingelebt, die keiner von ihnen zuvor gekannt hatte. Lindner-Moog sei sehr schnell Teil dieser Gemeinschaft geworden. Für die Kinder sei er ein verlässlicher Lernbegleiter gewesen, für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter mitunter streng, aber überzeugend.
„Dein Humor, deine Offenheit und das partnerschaftliche Verhältnis mit allen an der Schule Beteiligten waren dein Markenzeichen“, sagte Gemünd. Die Beziehungen zu Eltern, Förderverein und Kollegium seien nie rein dienstlich geblieben: „Du warst nicht nur Lehrer, du warst immer der Mensch.“

1998 habe Lindner-Moog nach dem plötzlichen Tod des damaligen Konrektors gemeinsam mit Kollegen Aufgaben in der Schulleitung übernommen. Später sei er selbst Konrektor geworden. Seine Abordnungen an andere Schulen hätten ihm schließlich die nötige Erfahrung verschafft, um 2013 die Nachfolge von Rita Gerdemann in Mechernich anzutreten.
Für den neuen Lebensabschnitt gab er seinem früheren Kollegen einen Satz von Loriot mit auf den Weg: „Entschuldigung, das ist mein erster Ruhestand. Ich übe noch.“ Er wünsche ihm viel Freude beim Üben und erinnerte zugleich augenzwinkernd daran, dass Pensionär einer der gefährlichsten Berufe überhaupt sei: „Ich kenne keinen, der ihn überlebt hat.“
Dank aus Belarus
Wie weit Lindner-Moogs Engagement über die Grenzen Mechernichs hinausreichte, zeigte eine Videobotschaft aus Belarus. Im Namen vieler Menschen und des Vereins für Tschernobyl-geschädigte Kinder wurde ihm für seine langjährige Unterstützung gedankt.
Durch Besuche von Gastkindern, Patenschaften, Sammlungen und konkrete Hilfe habe er vielen Kindern und Familien Freude geschenkt. Besonders hervorgehoben wurde, dass sich Uli Lindner-Moog und seine Frau Annette seit vielen Jahren persönlich um einen schwer herzkranken Jugendlichen kümmern.

„Sie haben nicht nur geholfen, sondern Menschen gezeigt, dass sie nicht vergessen sind“, hieß es in der Grußbotschaft. Für den Ruhestand wünschten die Absender Gesundheit, Glück, Zeit mit der Familie und die Gewissheit, mit dem eigenen Einsatz vielen Menschen geholfen zu haben.
Große Fußstapfen und die „Big Six“
Für die Elternschaft dankte Schulpflegschaftsvorsitzender Christopher Aschoff. Als er vor knapp zwei Jahren überraschend in dieses Amt gewählt worden sei, hätten Uli Lindner-Moog, Iris Pollender und das gesamte Team ihm vom ersten Moment an das Gefühl gegeben, dazuzugehören.
Aufgeschlossenheit, Herzlichkeit, Kreativität, Sportsgeist und gelebte Vielfalt zeichneten die Schule aus. Besonders beeindruckt habe ihn, dass der Rektor jedes Kind beim Namen gekannt und Gesprächen stets eine persönliche Note gegeben habe.
Wo eine gute Idee entstanden sei, habe Lindner-Moog häufig schon einen Plan gehabt, wie sie umgesetzt und finanziert werden könne – ob für Kunst und Musik, neue Spielgeräte, Sportangebote oder den „Fußbus“.

Benjamin Lorenz, stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender, Kassenwart des Fördervereins und Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, erinnerte an Lindner-Moogs berühmte Tierfiguren. Bei Einschulungsgesprächen standen Löwe, Elefant, Nashorn, Leopard und sein Lieblingstier, der Wasserbüffel, auf dem Tisch: die „Big Five“.
Seit der Abschiedsgala müsse die Sammlung erweitert werden, sagte Lorenz. Aus den „Big Five“ würden die „Big Six“. Denn die sechste Figur könne etwas, das die anderen allein nicht schafften: aus Einzelnen eine Herde, aus vielen Menschen ein echtes Wir zu machen.

Mayu Puthiran, Vorsitzender des Fördervereins, griff dieses Bild auf und überreichte eine hölzerne Biene. Ein Bienenvolk funktioniere nur, weil jedes Tier seinen Teil beitrage. Ebenso sei es in einer Schule: Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende, Hausmeister, Sekretariat, Eltern, Förderverein und viele weitere Menschen erfüllten unterschiedliche Aufgaben.
Lindner-Moog sei nie jemand gewesen, der allein habe glänzen wollen. Er habe Menschen zusammengebracht, Ideen wachsen lassen und andere motiviert, sich einzubringen. Die Biene stehe deshalb für Fleiß, Gemeinschaft und Zusammenarbeit und damit für vieles, was der Schulleiter der KGS vorgelebt habe.
Die KI findet nur einen Kandidaten
Was eine perfekte Schulleitung alles können muss, führte das Kollegium anschließend in einem ebenso liebevollen wie turbulenten Bühnenstück vor.
Martin Schmitz spielte einen verzweifelten Schulverantwortlichen auf der Suche nach einer neuen Leitung, Antje Schmitz eine Vertreterin der Bezirksregierung. Hilfe sollte „AISChat“ liefern, eine eigens entwickelte künstliche Intelligenz.
Nach und nach fütterten die beiden das System mit den Eigenschaften, die eine perfekte Schulleitung brauche: pädagogische Erfahrung, Nähe zu den Kindern, klare Führung, Humor, Teamgeist, Organisationstalent und ein offenes Ohr.

Doch damit nicht genug. Gesucht wurde schließlich nicht nur eine gute, sondern die perfekte Schulleitung für Mechernich. Also kamen nach und nach Kolleginnen und Kollegen mit Gegenständen auf die Bühne, die für Lindner-Moogs Arbeit standen.
Eine Biene erinnerte an Natur- und Nachhaltigkeitsprojekte. Der Nikolaus stand für die katholische Tradition und die Organisation der Nikolausfeiern. Instrumente und weitere Requisiten symbolisierten Musik, Kunst, Sport, Demokratiebildung, Integration, gesunde Ernährung, Karneval, Schulverwaltung und zahlreiche Projekte, die Lindner-Moog auf den Weg gebracht oder unterstützt hatte.

Als sämtliche Fähigkeiten eingegeben waren, begann die KI zu rechnen. Das Ergebnis baute sich schließlich als große Pappfigur auf: Der perfekte Schulleiter für die KGS Mechernich war natürlich Uli Lindner-Moog.
„Da sitzt er doch noch!“, stellte Martin Schmitz angesichts des Ergebnisses fassungslos fest. Leider ließ sich der Ruhestand damit nicht mehr verhindern. Das Team versprach seinem scheidenden Rektor, dass die Schule weiterleben und seinen Geist bewahren werde. Vieles von dem, was er angestoßen habe, bleibe bestehen.
„Irgendwie anders“
In seiner Rede blickte Lindner-Moog vor allem dankbar zurück. Schon in einem vorab aufgezeichneten Interview mit Liam und Mara hatte er erzählt, was ihn durch sein Berufsleben getragen hatte.
Kinder sollten Freude am Lernen behalten, neugierig bleiben, eigene Meinungen entwickeln und selbstbewusst werden. Besonders wichtig seien ihm die täglichen Begegnungen gewesen. Kinder hätten ihm erzählt, was sie erlebt hätten, wer krank gewesen oder welches Haustier gestorben sei. Sie seien ohne Scheu auf ihn zugekommen.
Ein Mädchen habe ihn zuletzt mal umarmt und festgestellt: „Du riechst wie mein Opa.“ Da habe er gedacht, erzählte Lindner-Moog lachend, dass seine „berufliche Sonne langsam untergeht“. Humor habe in seiner Schule immer eine große Rolle gespielt. Ihm sei wichtig gewesen, Kinder, aber auch Erwachsene zum Lachen zu bringen.

Den vielen Menschen, die ihn begleitet hatten, dankte er ausführlich: der Schulaufsicht, der Stadtverwaltung, dem Kollegium und dem OGS-Team, den Eltern, Förderern, Ehrenamtlichen, Vereinen, Künstlern, Hilfsorganisationen und seinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Schulen.
Ganz besonders wandte er sich an Konrektorin Iris Pollender. Die enge Freundschaft, die beide schon zuvor verbunden habe, sei ein Glücksfall für die gemeinsame schulische Arbeit gewesen. Ein Eifeler Rheinländer und eine Westfälin könnten offenbar hervorragend zusammenarbeiten.

Seinem Kollegium dankte er für Kreativität, Überzeugung, Haltung und dafür, Wege mitgegangen zu sein, von denen zunächst manchmal nur er selbst überzeugt gewesen sei.
Auch die fast 400 Mädchen und Jungen der Grundschule sprach Lindner-Moog direkt an: „Bleibt neugierig, mutig und fröhlich und denkt daran: Nicht alles, was Erwachsene sagen, ist automatisch richtig.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Aber überprüft das bitte nicht während des Unterrichts.“

Seiner Frau Annette und seinen beiden Töchtern dankte er für ihre Geduld und dafür, dass Schulthemen nicht selten noch das ganze Wochenende begleitet hätten.
Als er an diesem Morgen zur Schule aufgebrochen sei, habe es sich „irgendwie anders“ angefühlt, sagte Lindner-Moog. Er sei überwältigt von dem, was Kinder, Kollegium und Weggefährten für ihn vorbereitet hätten. „Das, was heute gesagt worden ist, berührt mich wirklich. Das nehme ich mit.“
„Niemand ging bei Dir verloren“
Natürlich durfte bei dieser Abschiedsfeier auch Clown Francesco nicht fehlen. Über viele Jahre hatte er Veranstaltungen der Schule begleitet, mit Kindern gescherzt, Musik gemacht und Akrobatik gezeigt. „Wo Herr Lindner-Moog war, war auch immer Clown Francesco“, fasste Iris Pollender die gemeinsame Geschichte zusammen.
Zum großen Finale wurde das Lied „Vielfalt ist das Leben“ gesungen. Uli Lindner-Moog durfte auf der Bühne einfach nur noch genießen.

In der Aula saßen derweil viele Menschen, die seinen beruflichen und persönlichen Weg begleitet hatten: seine Vorgängerin Rita Gerdemann, sein Mentor Willy Gemünd, ehemalige und heutige Kolleginnen und Kollegen, Vertreter aus Politik und Verwaltung, Eltern, Freunde sowie seine Frau Annette und die beiden Töchter.
Iris Pollender fasste zusammen, was Lindner-Moog in 13 Jahren an der KGS Mechernich bewirkt hatte. Er habe die Vielfalt der Schule gelebt, geprägt, Menschen gesehen, ihnen zugehört und ihnen das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Er sei Schulleiter, Entscheider, Zuhörer, Mentor und Freund gewesen.

Dann zitierte sie eine Liedzeile: „Da waren lachende Augen, ein fröhliches Herz, warme Hände und offene Ohren, ein kleiner, manchmal größerer Ansporn und ein ehrliches Wort. Niemand ging bei dir verloren.“
Spätestens jetzt hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Mit stehenden Ovationen verabschiedete die Schulgemeinschaft ihren Ehrenschulleiter.
Ob Uli Lindner-Moog tatsächlich als Bundestrainer bereitsteht, bleibt abzuwarten. Jürgen Klopp ist schließlich ein harter Konkurrent. Sicher ist aber: Sein Lieblingsort wird wohl auch im Ruhestand die Grundschule Mechernich bleiben. Nicht wegen des Gebäudes, sondern wegen der Begegnungen mit den Kindern – und möglicherweise auch, weil man dort sogar lernt, Liebesbriefe zu schreiben.
pp/Agentur ProfiPress
07/16/2026

