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Henri Grüger

06/30/2026

„Kleine Wellen – Große Schwimmer“

Gut gelaunt präsentierten die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und Sponsoren das neue Schwimmprojekt „Kleine Wellen – Große Schwimmer“ in den Sommerferien. Alle Plätze sind schon vergeben. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Kostenfreies Ferienprojekt bietet 21 Schwimmkurse an vier Standorten für rund 200 Kinder und Jugendliche im Kreis Euskirchen – Schon jetzt voll

Mechernich-Firmenich/Kreis Euskirchen – Bei hochsommerlichen Temperaturen zieht es viele Menschen ins Wasser. Doch während für die einen der Sprung ins Schwimmbad oder in den See selbstverständlich ist, bedeutet Wasser für andere noch Unsicherheit. Genau dort setzt das neue Schwimmprojekt „Kleine Wellen – Große Schwimmer“ an, das bei einer Pressekonferenz vor der Firmenicher Eifel-Therme Zikkurat nochmals vorgestellt wurde.

Von Montag, 20., bis Freitag, 31. Juli, bietet der KreisSportBund Euskirchen in Zusammenarbeit mit der DLRG, der Stadt Mechernich und weiteren Sponsoren 21 kostenfreie Schwimmkurse mit jeweils 45 Minuten Unterricht für Kinder und Jugendliche in Euskirchen, Bad Münstereifel, Mechernich und Nettersheim an. Rund 200 junge Menschen sollen dadurch sicherer im Wasser werden – vom ersten vorsichtigen Eintauchen bis zur Verbesserung vorhandener Schwimmtechnik. Die Resonanz zeigt den hohen Bedarf: Kaum war die Anmeldung geöffnet, waren die Plätze innerhalb kurzer Zeit vergeben. Bereits nach 48 Stunden waren die Kurse vollständig ausgebucht, an mehreren Standorten gibt es Wartelisten.

Gut gelaunt präsentierten die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und Sponsoren das neue Schwimmprojekt „Kleine Wellen – Große Schwimmer“ in den Sommerferien. Alle Plätze sind schon vergeben. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Gut gelaunt präsentierten die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen und Sponsoren das neue Schwimmprojekt „Kleine Wellen – Große Schwimmer“ in den Sommerferien. Alle Plätze sind schon vergeben. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Landrat Markus Ramers sprach von einem wichtigen Gemeinschaftsprojekt für Sicherheit und Chancengleichheit: „Nach wie vor können viel zu viele Kinder nicht schwimmen. Das kann gefährlich werden.“ Bundesweit seien im vergangenen Jahr fast 400 Menschen ertrunken. Deshalb sei es richtig, in den Sommerferien alle Kräfte zu bündeln, um Kindern den sicheren Umgang mit Wasser näherzubringen: „Wir wollen daran arbeiten, dass aus kleinen Wellen wirklich große Schwimmer werden.“

„Herzensangelegenheit“

Das Angebot richtet sich sowohl an Kinder ohne Schwimmabzeichen als auch an junge Menschen, die bereits das Seepferdchen geschafft haben. Im Anfängerkurs lernen sie mit Unterstützung des Projekt-Maskottchens „Robbie Robbe“, sich Schritt für Schritt sicher im Wasser zu bewegen. Fortgeschrittene bauen auf ihren bisherigen Fähigkeiten auf, festigen ihre Technik und gewinnen zusätzliche Sicherheit.

„Eine Herzensangelegenheit“ ist das Projekt für den Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
„Eine Herzensangelegenheit“ ist das Projekt für den Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel betonte, das Projekt sei eine „Herzensangelegenheit“ für ihn. Er sei selbst bekennender DLRG-Ausbilder im Schwimmen und habe zwei Kinder, wo eins schon Schwimmen gelernt hätte und eins gerade im Kurs gestartet ist: „Deshalb bin ich froh über dieses Angebot in Mechernich, das Kinder und Jugendliche niedrigschwellig erreichen kann. Auch in Zukunft wird sich die Stadtverwaltung dafür einsetzen, das Angebot weiterführen zu können. Da ist Euch unsere Unterstützung gewiss!“

Regelmäßiges Üben und die fortlaufende Beschäftigung mit dem Wasser seien aber entscheidend. Das bedeute auch für Eltern viel Arbeit, denn: „Ein Abzeichen ist noch kein Beweis dafür, dass ein Kind wirklich sicher schwimmen kann.“ Allein bei der DLRG Mechernich warteten derzeit rund 105 Kinder auf einen Anfängerplatz. Im vergangenen Jahr leisteten die Ehrenamtlichen dort rund 1.850 Stunden und begleiteten etwa 600 Schwimmerinnen und Schwimmer in den unterschiedlichsten Kursen.

Landrat Markus Ramers betonte: „Nach wie vor können viel zu viele Kinder nicht schwimmen. Das kann gefährlich werden.“ Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Landrat Markus Ramers betonte: „Nach wie vor können viel zu viele Kinder nicht schwimmen. Das kann gefährlich werden.“ Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Sehr viel Herzblut“

Möglich wird das „Kleine Wellen, große Schwimmer“ durch ein starkes Netzwerk. Die beteiligten Kommunen stellen ihre Schwimmflächen kostenfrei zur Verfügung. Finanzielle Unterstützung kommt unter anderem von der Helga und Klaus Martin Stiftung, der Hilfsgruppe Eifel und weiteren Partnern. Mehr als 20 qualifizierte Schwimmtrainerinnen und Schwimmtrainer engagieren sich in den Kursen, viele davon aus den Reihen der DLRG. Einige nehmen dafür sogar Urlaub oder opfern Ferienzeit.

KreisSportBund-Geschäftsführer Markus Strauch sowie seine Kollegin Dr. Anja Wacker und Kollege Martin Sommer dankten den Engagierten ausdrücklich: „In diesem Projekt steckt sehr viel Herzblut. Die Trainerinnen und Trainer investieren ihre Zeit, damit Kinder und Jugendliche schwimmen lernen können, die sonst vielleicht keinen Zugang zu einem Kurs hätten.“

Auch Martin Sommer und Dr. Anja Wecker vom KreisSportBund dankten den Engagierten ausdrücklich. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Auch Martin Sommer und Dr. Anja Wecker vom KreisSportBund dankten den Engagierten ausdrücklich. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Besonders berücksichtigt werden sollen auch Kinder mit Behinderungen und andere Zielgruppen, für die ein regulärer Schwimmkurs nicht immer selbstverständlich erreichbar ist. Pro Kurs sind dafür Plätze reserviert. Zudem plant der KreisSportBund gemeinsam mit dem Kaller Berufskolleg Eifel besondere Angebote für Jugendliche, die ihren Hauptschulabschluss nachholen und bislang kaum oder gar keine Schwimmerfahrung sammeln konnten.

„Gelebte Prävention“

Auch Bad Münstereifels Bürgermeister Sebastian Glatzel erinnerte daran, auch in Hinblick auf die Aktion „Kommunen am Limit“, wie wichtig kommunale Bäder für die Vermittlung solcher Fähigkeiten seien. „Schwimmbäder sind keine Spaßaufgabe. Sie helfen dabei, eine Grundfertigkeit zu vermitteln, die für ein selbstbestimmtes und sicheres Leben wichtig ist“, sagte er. Gerade deshalb müsse alles darangesetzt werden, die Bäder in der Region zu erhalten.

Die Helga und Klaus Martin Stiftung mit Sitz in Bad Münstereifel unterstützt das Projekt. Mit dabei waren die Vorstandsmitglieder (v. l.) Prof. Dr. Jonas Andermal, Holger Glück und Magdalena Schröder. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die Helga und Klaus Martin Stiftung mit Sitz in Bad Münstereifel unterstützt das Projekt. Mit dabei waren die Vorstandsmitglieder (v. l.) Prof. Dr. Jonas Andermal, Holger Glück und Magdalena Schröder. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Die Helga und Klaus Martin Stiftung mit Sitz in Bad Münstereifel unterstützt das Projekt – neben der e-regio, der Aktion „Kreis in Bewegung“, der Hilfsgruppe Eifel und dem Kreis Euskirchen - aus Überzeugung. Die Stiftung fördert seit ihrer Gründung im Jahr 2016 unter anderem Projekte für Kinder, Familien und Gesundheit. Vorstand Holger Glück erklärte: „Kinder können heute nicht mehr selbstverständlich schwimmen. Das erhöht das Unfall- und Ertrinkungsrisiko. Für uns ist dieses Projekt deshalb ganz konkret gelebte Prävention.“ Vor Ort war er mit seinem Vorstands-Kollegen Prof. Dr. Jonas Andermal und Kollegin Magdalena Schröder.

So soll aus zwei gut genutzten Ferienwochen weit mehr werden als eine willkommene Abkühlung: ein sicherer erster Schritt ins Wasser, mehr Selbstvertrauen – und vielleicht der Beginn einer lebenslangen Freude am Schwimmen.

pp/Agentur ProfiPress