Schachabteilung des TuS Strempt feierte ihr 75-jähriges Bestehen mit einem besonderen Simultan-Turnier – Internationaler Meister Georgios Souleidis alias „The Big Greek“ spielte an zwei Tagen gegen 63 Gegner
Mechernich-Strempt – 75 Jahre Schach beim TuS Strempt: Dieses Jubiläum wurde mit dem gefeiert, was den Verein seit Jahrzehnten ausmacht – Konzentration, Gemeinschaft und natürlich jeder Menge Schach. Aus besonderem Anlass hatte die Schachabteilung einen prominenten Gast eingeladen: Georgios Souleidis, vielen Schachfreunden besser bekannt als „The Big Greek“ oder kurz TBG.

Der international erfolgreiche Schachspieler, der über YouTube einem großen Publikum bekannt ist, trägt den Titel eines Internationalen Meisters. Ursprünglich spielte Souleidis für den Deutschen Schachbund, inzwischen tritt er für den griechischen Schachverband an. In Strempt stellte er sich einer besonderen Herausforderung: An zwei Tagen spielte er simultan gegen insgesamt 63 Schachspielerinnen und Schachspieler des TuS Strempt sowie befreundeter Vereine im Strempter Pfarrheim.
Künftig vier Mannschaften
Für die Schachabteilung war das Simultan-Turnier nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch ein starkes Zeichen dafür, wie lebendig der Schachsport in Strempt geblieben ist. Denn der Verein blickt zwar auf 75 Jahre Geschichte zurück, schaut aber zugleich sehr bewusst nach vorne. Vor allem im Jugendbereich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, berichtete der Erste Vorsitzende Heinz Schwarzhoff: „Da kommt sehr viel Potenzial nach.“

In der Saison 2025/26 stellte die Abteilung drei Mannschaften: eine in der Verbandsliga, eine in der Bezirksliga und eine in der Bezirksklasse. In der kommenden Saison sollen es sogar vier Mannschaften werden. „Weil immer mehr Jugendliche spielen“, so Schwarzhoff.
Dass die Nachwuchsarbeit Früchte trägt, zeigt auch das Beispiel von Dominik Decker. Der junge Spieler nahm in der Saison 2025/26 erstmals an einem „Grand Slam“ des Schachbezirks Rur-Erft teil – vier Jugendturniere in Düren, Bergheim, Bedburg und Strempt. Rund 30 Jugendliche spielten jeweils mit. In der Gesamtwertung aller vier Turniere belegte Dominik Decker den dritten Platz. Für Schwarzhoff „ein sehr großer Erfolg“.
Anlaufstelle für junge Schachspieler
Gerade in Zeiten, in denen viele Vereine um Nachwuchs ringen, ist es bemerkenswert, dass beim TuS Strempt ein Drittel der Schachspieler jünger als 18 Jahre ist. Vor einigen Jahren habe man noch dringend Jugendliche gesucht, erinnert sich der Erste Vorsitzende. Jetzt ist der Verein nicht nur sportlich stabil aufgestellt, sondern auch in der Region zu einer wichtigen Anlaufstelle für junge Schachspieler geworden.

Das liegt auch daran, dass sich in den vergangenen Jahren mehrere Schachvereine in der Eifel aufgelöst haben. Inzwischen kommen Jugendliche aus dem ganzen Südkreis bis aus Hellenthal, Bad Münstereifel oder Blankenheim nach Strempt zu Schachtraining. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Kooperation mit dem Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld, wo es eine Schach-AG gibt, von der schon einige Jugendliche den Weg zur Schachabteilung des TuS Strempt gefunden haben.
Auch beim Jubiläumsturnier hatte es „The Big Greek“ mit vielen jungen Talenten zu tun. Besonders in Erinnerung blieb Schwarzhoff ein Zwölfjähriger, der am Turniersamstag als Letzter noch am Brett saß. Nach der Partie habe Souleidis gesagt: „Oh, ich hatte schon gedacht, ich könnte die Partie verlieren.“ Da standen längst zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer um das Brett herum.

Auch Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel war unter den Zuschauern des Simultan-Turniers. „Der Schachverein ist seit 75 Jahren eine große Bereicherung für unsere Stadt. Er bietet ein tolles Angebot für Jung und Alt und verbindet Generationen auf einzigartige Weise. Schach lebt vom Miteinander und vom sportlichen Wettbewerb zugleich – man spielt mit- und gegeneinander.“
Sport über Generationen hinweg
Schon immer funktionierte der Schachsport in Strempt generationsübergreifend. Heinz Schwarzhoff kam als 13-Jähriger zusammen mit Hubert Malcherek (heute Vorsitzender des TuS Strempt) im Jahr 1967 zum Schachverein, in dem auch ihre beiden Väter spielten. Gemeinsam fuhren sie damals zu viert im 13 PS starken Zündapp Janus, in dem die Passagiere auf der Rückbank gegen die Fahrtrichtung mit Blick durch die Hecktür saßen, zu den Schachturnieren im Raum Koblenz. „Das war damals für uns eine Weltreise“, erinnert sich Heinz Schwarzhoff.

Auch im Schachsport habe sich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert, erzählt der Erste Vorsitzende. Viele Regeln seien hinzugekommen. So machten zum Beispiel zeitliche Begrenzungen der Spiele das Ganze familienfreundlicher. Doch auch das Drumherum habe sich gewandelt. Gegründet 1951 im Strempter Gasthof Knipp (mit einem Mitgliedsbeitrag von einer Mark) musste man sich für das Schachspiel erst einmal durch die damals in Gaststätten üblichen Rauchschwaden kämpfen, während beim Spiel selbst auch gegessen und das eine oder andere Bier getrunken wurde. Heute ist der Ausschank von Alkohol verboten, ebenso wie das Essen am Schachbrett oder das Mitführen von Smartwatches.
Damals wie heute sind es die zeitlosen Dinge, die den Reiz des Schachspiels ausmachen. „Die unendlich vielen Möglichkeiten, die es beim Schachspiel gibt“, sagt Heinz Schwarzhoff, „und die Kameradschaft im Verein.“
Wer sich für das Schachspiel im Verein interessiert, kann zum Training im Pfarrheim Strempt dazukommen. Jugendliche spielen immer montags von 18 bis 19 Uhr, die Erwachsenen treffen sich montags von 19 bis 22 Uhr. Ansprechpartner sind der Vorsitzende Heinz Schwarzhoff unter Telefon 0172-2679138 sowie Jugendwart Bela Voß unter Telefon 0179-45 89989.
pp/Agentur ProfiPress
06/16/2026
