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Kerstin Rottland

10/23/2026

Herzenswünsche kennen kein Alter

154 liebevoll gestaltete Wunschkarten können von netten Menschen beim Rathausbesuch vom Baum genommen werden. Bewohnerinnen und Bewohner des Barbarahofes und Kreuserstifts, die sonst womöglich vom Christkind vergessen würden, erhalten so zum Fest eine Freude. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Neu: Wunschbaumaktion im Mechernicher Rathaus – Stadt Mechernich erfüllt gemeinsam mit Barbarahof und der Stiftung Carl Kreuser kleine Weihnachtswünsche älterer Menschen – Bürgermeister Michael Fingel unterstützt die Initiative

Mechernich – „Selbstgemachte Marmelade, ein Gesellschaftsspiel, ein Damenparfum, ein Paar kuschelige Socken …“ Die Dinge, die Sabine Koch aufzählt, kosten nicht die Welt. Für ältere Menschen, die nicht mehr in den eigenen Vierwänden leben, sondern im Pflegeheim, sind sie dennoch oft Welten entfernt. In eine Buchhandlung spazieren, und sich die persönliche Herzenslektüre aussuchen? – Geht nicht. Ein Spiel im Internet bestellen? – Schwierig. Verwandte um den Gefallen bitten? – „Tja“, zuckt die Einrichtungsleiterin des Barbarahofes mit den Schultern. „Und wenn man keine hat?“ 

154 liebevoll gestaltete Wunschkarten können von netten Menschen beim Rathausbesuch vom Baum genommen werden. Bewohnerinnen und Bewohner des Barbarahofes und Kreuserstifts, die sonst womöglich vom Christkind vergessen würden, erhalten so zum Fest eine Freude. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
154 liebevoll gestaltete Wunschkarten können von netten Menschen beim Rathausbesuch vom Baum genommen werden. Bewohnerinnen und Bewohner des Barbarahofes und Kreuserstifts, die sonst womöglich vom Christkind vergessen würden, erhalten so zum Fest eine Freude. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Ein kleines Geschenk, eine liebevolle Geste und das schöne Gefühl, dass jemand an einen denkt: Genau darum geht es bei der neuen Wunschbaumaktion, die die Stadt Mechernich in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Barbarahof und dem Kreuserstift durchführt. Im Foyer des Rathauses wurde die vorweihnachtliche Initiative jetzt im Beisein von Bürgermeister Michael Fingel, dessen Persönlicher Referentin Manuela Holtmeier sowie Vertretern beider Einrichtungen vorgestellt. Wie Silke Münch und Lars Hammer vom Kreuserstift betonten, sei auch ihr Team sofort begeistert gewesen von der Idee, dem Christkind „ein wenig unter die Arme zu greifen“. Denn: „Es gibt leider sehr viele ältere Menschen, die zu Weihnachten kein einziges Geschenk bekommen, ja nicht einmal ein Kärtchen.“

Die Idee stammt von Sabine Koch, Einrichtungsleiterin des Barbarahofs in Mechernich: Bereits im vergangenen Jahr hatte die Senioreneinrichtung gemeinsam mit einer großen Kölner Anwaltskanzlei eine ähnliche Aktion auf die Beine gestellt. Mitarbeitende des Sozialen Dienstes sammelten gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Gästen der Tagespflege deren persönliche Weihnachtswünsche. Diese wurden auf Karten geschrieben und an einen festlich geschmückten Wunschbaum gehängt. Mitarbeitende der Kanzlei konnten sich anschließend einzelne Wünsche aussuchen, die entsprechenden Geschenke besorgen und liebevoll verpacken. Bei der Weihnachtsfeier wurden die Päckchen schließlich überreicht, schildert die Einrichtungsleiterin. „Die Freude bei den Beschenkten war riesengroß, es war wirklich rührend!“

„Dem Christkind unter die Arme greifen“ wollen (v. r.) Silke Münch, Lars Hammer (beide Kreuserstift), die Persönliche Referentin des Bürgermeisters Manuela Holtmeier sowie Bürgermeister Michael Fingel, und Sabine Koch (Barbarahof). Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
„Dem Christkind unter die Arme greifen“ wollen (v. r.) Silke Münch, Lars Hammer (beide Kreuserstift), die Persönliche Referentin des Bürgermeisters Manuela Holtmeier sowie Bürgermeister Michael Fingel, und Sabine Koch (Barbarahof). Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Aus einer guten Idee wird eine gemeinsame Aktion

Sofort stand für sie fest, dass es eine Fortsetzung geben sollte, am liebsten mit noch mehr Beteiligten. Mit dieser Idee wandte Sabine Koch sich an die Stadt Mechernich und Bürgermeister Michael Fingel, der sich auf Anhieb begeistern ließ. In gemeinsamen Gesprächen entstand der Gedanke, die Aktion auf weitere Einrichtungen auszuweiten. Mit dem Kreuserstift ist zur Freude aller noch ein weiterer starker Partner dabei, der schwach gewordene Augen erleuchten lassen will: 88 Stift-Bewohnerinnen und Stift-Bewohnter beteiligen ich laut Silke Münch und Lars Hammer an der Aktion, 66 sind es im Barbarahof. Freundliche Weihnachtsengel (Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes) werden die Senioren in den nächsten Tagen einfühlsam befragen, um ihnen ihre bescheidenen Herzenswünsche im Wert von maximal 30 Euro zu entlocken. Wer sich welche Sache wünscht, bleibt selbstverständlich geheim, jeder Wunsch erhält eine Nummer. 154 Zimmertüren öffnen sich also in Mechernich. Und spätestens zu Weihnachten werden es (hoffentlich) ebenso viele Herzen sein ...

Am Donnerstag, 26. November, geht es los, ein nachhaltiger Baum wird aufgestellt und mit den nummerierten Anhängern geschmückt. Menschen aus dem Stadtgebiet, die sich an der Aktion beteiligen möchten, nehmen einen „Wunschzettel“ vom Baum im Foyer des Rathauses und besorgen innerhalb der nächsten drei Wochen das gewünschte Geschenk. „Spätestens bis Donnerstag, 17. Dezember muss das Päckchen an der Bürgerinformation abgegeben werden“, bitten Michael Fingel und Manuela Holtmeier. An diesem Tag nämlich werden die Geschenke abgeholt, damit sie auch pünktlich am 24.12. unter dem „richtigen Baum“ liegen.

So sah der Baum letztes Jahr in der Kanzlei aus: Unter einer Tanne wurden die liebevoll verpackten Geschenke drapiert. Damit das auch diesmal klappt, werden die Geschenke aus dem Rathaus am Donnerstag, 17. Dezember, von den beiden Einrichtungen abgeholt. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
So sah der Baum letztes Jahr in der Kanzlei aus: Unter einer Tanne wurden die liebevoll verpackten Geschenke drapiert. Damit das auch diesmal klappt, werden die Geschenke aus dem Rathaus am Donnerstag, 17. Dezember, von den beiden Einrichtungen abgeholt. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Für Bürgermeister Michael Fingel steht dabei vor allem der Gedanke des Miteinanders im Mittelpunkt: „Die Aktion verbindet Generationen und schenkt älteren Menschen neben einer kleinen Aufmerksamkeit vor allem das Gefühl, nicht vergessen zu werden.“

So sollen in der Adventszeit viele kleine Wünsche zu einer großen gemeinsamen Weihnachtsfreude werden. Und vielleicht ist das schönste Geschenk am Ende gar nicht das Päckchen selbst – sondern die Freude darüber, dass überhaupt jemand an einen gedacht hat.

pp/Agentur ProfiPress