Mechernich-Antweiler/Kall-Steinfeld – Nach den Klöstern Steinfeld und Mariawald übernimmt der aus Mechernich-Wachendorf stammende Pforzheimer Brauer und Hotelunternehmer Wolfgang Scheidtweiler nun auch Verantwortung für Haus Maria Rast bei Mechernich-Antweiler. Zum 1. Januar 2027 geht die Trägerschaft auf Grundlage eines Erbbaurechtsvertrages an Kloster Steinfeld und Familie Scheidtweiler über. Gästehaus und Arbeitsplätze sollen bleiben, ebenso die geistliche Präsenz der Schönstätter Marienschwestern.
Das teilte Provinzoberin Schwester Marisa Spickers von den Schönstätter Marienschwestern in einer Presseinformation mit. Sie hatten nach eigenen Angaben angesichts wirtschaftlich schwieriger Zeiten nach einer Zukunftslösung für Maria Rast gesucht.

Der bestehende Gästehausbetrieb soll fortgeführt werden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vertraglich übernommen. Ein Teil der bisher in Maria Rast lebenden Schönstatt-Schwestern bleibt laut Pressemitteilung ebenfalls am Standort und will dort seine religiöse Arbeit fortsetzen.
„Unser Ziel ist es, das Bestehende zu bewahren und gleichzeitig eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen“, wird Wolfgang Scheidtweiler in der Mitteilung zitiert. Maria Rast solle ein Ort bleiben, „an dem Menschen ankommen, Gemeinschaft erfahren und neue Kraft für Leib und Seele schöpfen können“.
Begonnen hat es in Steinfeld
Für den aus der Eifel stammenden und in Mechernich-Wachendorf aufgewachsenen Unternehmer setzt sich damit jenes Engagement fort, das vor rund zwölf Jahren in Kloster Steinfeld begonnen hatte. Ende 2014 regelten die Salvatorianer gemeinsam mit Familie Scheidtweiler die wirtschaftliche Zukunft des traditionsreichen Klosters. Grundlage war auch dort ein Erbpachtmodell. Eine wesentliche Voraussetzung bestand darin, dass die Salvatorianer in Steinfeld bleiben. Wolfgang Scheidtweiler und Salvatorianerpater Lambertus Schildt übernahmen gemeinsam unternehmerische Verantwortung.
Später kam die unmittelbar benachbarte ehemalige Benediktinerinnenabtei Maria Heimsuchung hinzu. Dort fanden die Trappistinnen von Maria Frieden eine neue Heimat, nachdem sie ihr bisheriges Kloster in Dahlem aufgegeben hatten.

Zum 1. Januar 2021 folgte die ehemalige Trappistenabtei Mariawald bei Heimbach. Gebäude, Grundstücke und Klosterbetriebe wurden im Rahmen eines Erbpachtvertrages auf die neu gegründete Kloster Mariawald GmbH & Co. KG übertragen. Wolfgang Scheidtweiler und Pater Lambertus Schildt übernahmen auch dort die Geschäftsführung. Gastronomie, Klosterladen und die Herstellung der traditionellen Mariawalder Produkte wurden fortgeführt; zugleich sollte Mariawald nach Unternehmerangaben „ein Ort geistlicher Ausstrahlung bleiben“.
Vier geistlich geprägte Orte
Mit Maria Rast wächst die in der aktuellen Mitteilung so bezeichnete „Eifel-Klosterfamilie“ auf vier Standorte: Salvatorianer-Kloster Steinfeld, Kloster Mariawald, das ehemalige Benediktinerinnenkloster in Steinfeld mit den Trappistinnen von Maria Frieden sowie künftig Haus Maria Rast. Dabei soll jeder Standort laut Mitteilung seine eigene Geschichte und Identität bewahren; zugleich sollen Synergieeffekte erzielt werden, „Möglichkeiten zum Austausch und zur Zusammenarbeit“.
Maria Rast selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das denkmalgeschützte Herrenhaus wurde 1899 für die Familie von Mallinckrodt errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Anwesen an die Schönstätter Marienschwestern, die dort eine Bildungsstätte entwickelten. Am 2. Juli 1950 wurde in Maria Rast das erste Schönstattheiligtum auf europäischem Boden außerhalb des Ursprungsortes Vallendar eingeweiht. 2025 wurde dessen 75-jähriges Bestehen gefeiert.

Für die Schönstätter Marienschwestern bedeutet der Wechsel einstweilen keinen Abschied von Maria Rast. Provinzoberin Schwester Maria Spickers erklärte, die Schwestern seien dankbar, weiterhin vor Ort präsent bleiben und ihre religiöse Arbeit für die Menschen fortsetzen zu können, die das Heiligtum besuchen und die Angebote von Maria Rast wahrnehmen.
Damit setzt sich bei Maria Rast ein Grundgedanke fort, der bereits Scheidtweilers Eintreten an anderen Eifeler Klosterstandorten kennzeichnete: wirtschaftliche Verantwortung neu ordnen, historische Orte erhalten und zugleich Raum für geistliches Leben bewahren.
Quellen: Pressemitteilung der Schönstätter Marienschwestern „Kloster Steinfeld und Familie Scheidtweiler sind neuer starker Partner für Haus Maria Rast“ vom 17. September 2026; zur Vorgeschichte ergänzend Veröffentlichungen über die Neuordnung von Kloster Steinfeld 2014 sowie des Klosters Mariawald über die Übertragung zum 1. Januar 2021.
pp/Agentur ProfiPress
09/18/2026

