Der aus Kalterherberg stammende Eifel-Autor Berthold Thoma legt mit „Formel Angst“ einen neuen Roman vor – Früherer Mechernicher Soldat und Schleidener Theologiestudent verarbeitete persönliche Erfahrungen aus 34 Jahren Ardennenwallfahrt
Mechernich/Bleibuir/Kalterherberg - Mit der Eifel kennt er sich aus. Mit ihren Menschen, ihren Geschichten, ihrem Humor, ihren Härten — und mit ihren Wegen. Berthold Thoma, 1955 in Kalterherberg geboren, ehemaliger Soldat in Mechernich, Korrespondent für arabische Sprachen, Sicherheitsingenieur und seit Jahrzehnten als Autor heimatgeschichtlicher Bücher und Eifel-Erzählungen bekannt, hat einen neuen Roman veröffentlicht. Er trägt den Titel „Formel Angst“ und ist im Engelsdorfer Verlag erschienen.
In Mechernich ist Thoma kein Unbekannter. Unter anderem las er bereits in der Reihe „Kultur om Dörp“ in der alten Schule von Bleibuir. Auch sonst hat er mit seinen Büchern immer wieder die Eifel in den Mittelpunkt gestellt: ihre Dorfgeschichten, Anekdoten, Eigenarten, Menschen und Erinnerungen. Nun schlägt der frühere Teilnehmer eines Theologiestudenten-Tutoriums in Schleiden mit „Formel Angst“ einen ernsteren, existenzielleren Ton an — ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren, die seine Texte seit jeher auszeichnet.
Im Mittelpunkt des Romans steht Paul Merkenich, ein Ingenieurwissenschaftler, dessen Leben von Logik, Berechnung und Kontrolle bestimmt wird. Für ihn ist die Welt ein System aus Formeln, Analysen und rationalen Entscheidungen. Gefühle, Intuition oder Zufall haben in diesem Denken kaum Platz. Doch dann trifft ihn die Diagnose einer schweren Erkrankung im Magen-Leber-Bereich. Plötzlich funktioniert nichts mehr von dem, worauf er sich immer verlassen hat.

Pilgern statt operieren
Trotz dringender ärztlicher Empfehlungen schafft Merkenich es nicht, sich der notwendigen Operation zu stellen. Die Angst lähmt ihn. Was er nicht berechnen kann, kann er auch nicht beherrschen. Auf Anraten einer Nachbarin bricht er schließlich zu einer achttägigen Fußwallfahrt auf: von Düren-Lendersdorf durch das Monschauer und Sankt-Vither Land und durch die Wallonie bis nach St. Hubert.
Was zunächst wie eine Flucht wirkt, wird zu einer Reise zu sich selbst. Die Ardennen, die körperlichen Strapazen, die Begegnungen mit anderen Pilgern und mit hilfsbereiten Menschen am Wegesrand stellen Merkenich vor Erfahrungen, die sich keiner technischen Formel fügen. Gerade darin liegt die Kraft des Romans: Ein Mann, der alles erklären will, lernt unterwegs, dass sich die entscheidenden Dinge des Lebens oft nicht erklären, sondern nur erfahren lassen.
Berthold Thoma weiß, worüber er schreibt. In dem Roman steckten „viele Erzählungen und Geschichten“, die er selbst in 34 Jahren auf der Ardennenwallfahrt erlebt habe, schreibt der Autor der Mechernicher Agentur ProfiPress. Den Lebensweg seines Protagonisten Paul Merkenich habe er zwar nicht durchlaufen. Aber er habe oft erfahren, wie sich eigene Probleme durch den Austausch mit anderen Pilgern und durch das Erlebnis der schweren, achttägigen Ardennentour verändert hätten.
Damit ist „Formel Angst“ weit mehr als die literarisch verarbeitete Geschichte eines Patienten. Das Buch erzählt von Kontrollverlust, Zweifeln, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Mut und der heilsamen Wirkung menschlicher Begegnung. Es geht um einen Mann, der begreifen muss, dass Wissen und Vernunft zwar wichtig sind — aber nicht alles erfassen, was tatsächlich existent ist. Was die Menschen zwischen Düren und St. Hubert dem Wissenschaftler vermitteln, lässt sich an keiner Universität lernen.

Luftwaffe und Theologie
Der Autor selbst bringt für diese Geschichte eine besondere Lebensmischung mit. Berthold Thoma wurde am 4. Dezember 1955 in Kalterherberg geboren. Nach Schulabschluss und Berufsausbildungen folgten zwölf Jahre Dienstzeit bei der Luftwaffe. Später studierte er Maschinenbau, Arabistik und Theologie und arbeitet bis heute als Sicherheitsingenieur. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern lebt er seit jeher in Kalterherberg.
Seine Freizeit gehört seit Jahrzehnten dem Schreiben. Thoma veröffentlichte Bücher und Artikel über Heimatgeschichte und Menschen der Eifel. Kraft und Inspiration findet er nach eigenen Angaben auf Wallfahrtswegen durch Eifel und Ardennen. Dass er sich als „echter Eifeler“ versteht, merkt man seinen Texten an: Sie sind nah bei den Menschen, bei ihren Sorgen, ihrer Sprache, ihrem Humor und ihrem oft unspektakulären, aber starken Lebensmut.
Auch seine bisherige Bibliografie zeigt diese Verwurzelung. Zu seinen Veröffentlichungen gehören unter anderem „Eifeler Anekdoten“, „Hart und herzlich… Dorfgeschichten aus der Eifel“, „Mal knüppelhart, mal butterweich“, „An Schwarzbrot gewöhnt“ sowie „Ich möchte Dir was sagen“. Mit „Formel Angst“ erweitert Thoma diese Reihe nun um einen Roman, der die Eifel und die Ardennen nicht nur als Landschaft, sondern als Erfahrungsraum zeigt.
Allen Buchhandlungen von Simmerath über Sankt Vith bis Blankenheim hat der Autor sein neues Buch bereits vorgestellt und zur Aufnahme ins Sortiment empfohlen. Erhältlich ist „Formel Angst“ im Buchhandel. Der Roman ist im Engelsdorfer Verlag erschienen, kostet 14 Euro und hat die ISBN 978-3-69095-133-3.
pp/Agentur ProfiPress
06/30/2026

