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Henri Grüger

06/25/2026

Natürlich lernen

Katholische Grundschule Kommern eröffnete feierlich ihr „Grünes Klassenzimmer“ – Kinder begrüßen Gäste mit Schullied, einem selbst komponierten Blockflöten-Stück und „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“

Katholische Grundschule Kommern eröffnete feierlich ihr „Grünes Klassenzimmer“ – Kinder begrüßen Gäste mit Schullied, einem selbstkomponierten Blockflöten-Stück und „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“

Mechernich-Kommern – „Ko-ko-ko Kommern…“: Mit dem Schullied der Katholischen Grundschule begann eine besondere Eröffnung. Kinderstimmen klangen über das Schulgelände, die Blockflöten-AG spielte ein eigens komponiertes Lied mit dem passenden Titel „Grünes Klassenzimmer“ und die Klasse 1a setzte mit „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus Disney´s „Dschungelbuch“ noch einen heiteren musikalischen Akzent obendrauf.

Auch die Blockflöten-AG spielte ein eigens komponiertes Lied mit dem Titel „Grünes Klassenzimmer“. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Schöner kann man nicht eröffnen“, freute sich Schulleiterin Tanja Feuser sichtlich gerührt. Denn gefeiert wurde an diesem Tag nicht einfach die Fertigstellung eines Bauprojektes, sondern ein neuer Lernort für die ganze Schulgemeinschaft: Das „Grüne Klassenzimmer“. Als Ehrengäste geladen waren unter anderem Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel, die Persönliche Referentin Manuela Holtmeier, Fachbereichsleiterin Kati Jakob, Kerstin Lehner, Teamleiterin Bildung, Kultur und Tourismus und die beteiligte Baufirma „Breitegger“.

Viele neugierige Augen waren auf sie gerichtet, als der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel und die Kommerner Grundschulleiterin Tanja Feuser das Band zur Eröffnung des neuen „Grünen Klassezimmers“ durchschnitten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Außerdem nahmen der Kommerner Kinderliedermacher Uwe Reetz teil, der morgens die Kinder mit dem Kinderkonzert „Sing dich schlau“ überrascht hatte, der alte und neue Vorstand des Fördervereins der KGS Kommern, Elternvertreter und das Schulteam.

Von der Idee zum Ort

Die Idee für das Grüne Klassenzimmer ist bereits rund sieben Jahre alt. Sie stammt von Karl Frohn, ehemaliger Lehrer der Schule, der den damals kaum noch genutzten Bereich des Schulgartens wieder mit Leben füllen wollte. „Wo einst nur Wiese, Baum und Raum begann ganz klein ein schöner Traum“, reimte Tanja Feuser in ihrer Eröffnungsrede und nahm die Gäste damit mit auf die Entstehungsgeschichte des Projektes.

Nicht nur ein Kinderchor sang für die Gäste. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Der frühere Garten sei lange „ein bisschen stiefmütterlich behandelt“ worden. Anpflanzungen seien dort wegen der Bleibelastung des Bodens nicht sinnvoll möglich gewesen. Zunächst sei sogar über eine einfache Grillhütte nachgedacht worden, aus der Idee sei dann aber Schritt für Schritt ein Klassenzimmer unter freiem Himmel entstanden. „Ab heute dürfen hier lernen, leben und zusammen sein“, so Feuser.

OGS-Köchin Katja Prinz-Kehl hatte für die Eröffnung eigens ein Fingerfood-Buffet vorbereitet, das viele Gäste staunen ließ: So köstliche wie liebevoll angerichtete Gläser mit Salaten, frisches Grillgut oder süße Nachspeisen wie Windbeutel-Mascarpone-Creme auf Himbeerspiegel, das Ganze liebevoll garniert und aufwendig dekoriert mit einem Hahn, geschnitzt aus einer Ananas – wie im Fünf-Sterne-Hotel.

Dazu gab es liebevoll angerichtetes und köstliches Fingerfood von OGS-Köchin Katja Prinz-Kehl. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Dafür galt ihr Feusers großer Dank, wie auch der Stadt als Schulträger, dem Förderverein, der Familie Hilger für zwei gespendete Waldsofas, der ausführenden Firma „Breitegger“, Kollegen Karl Frohn, dem ganzen OGS-Team und natürlich den Kindern: „Ohne eure Freude wäre das Klassenzimmer schrecklich leer!“

Lernen mit allen Sinnen

Das Grüne Klassenzimmer ist mehr als eine Sitzgruppe im Freien. Es ist ein Ort, an dem Unterricht, Lesestunden, Erzählkreise und Naturbeobachtungen zusammenfinden. Die Kinder hätten den neuen Bereich bereits begeistert angenommen. Gerade die Lage der Schule mitten im Grünen mache das Projekt besonders. Beobachten kann man dort insbesondere Eichhörnchen, Insekten und Vögel. So werde Natur nicht nur im Sachunterricht behandelt, sondern unmittelbar erlebt.

Ein so buntes wie gut gelauntes Treiben aus Tüchern und Pompons. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Auch die Offene Ganztagsschule (OGS) ist eingebunden. Im hinteren Bereich wurde Gemüse gepflanzt, das später zubereitet und gemeinsam verzehrt werden kann. Außerdem gestalteten die Kinder „Freundschaftsbänke“: Wer gerade niemanden zum Spielen findet, kann sich dort hinsetzen – und wird von anderen Kindern wie automatisch angesprochen und abgeholt. „Und die werden gut genutzt“, so Feuser.

Ein Exemplar der „Freundschaftsbänke“, wie sie nun im nagelneuen Grünen Klassenzimmer stehen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Dass die Kinder das Projekt von Anfang an begleitet haben, zeigte sich nicht nur in der demokratischen Kinderkonferenz, in der Wünsche und Ideen gesammelt wurden. Auch während der Bauphase war das Grüne Klassenzimmer für viele ein tägliches Ereignis. Die Handwerker wurden von neugierigen Kinderaugen beobachtet, jeder Baufortschritt genau begutachtet. Morgens wurden die Kids sogar vom „winkenden“ Bagger begrüßt. In der Adventszeit stand auf der Baustelle außerdem ein Weihnachtsbaum – stilecht geschmückt mit Bauhelmen.

Das Angebot erinnerte sogar an ein Fünf-Sterne-Hotel. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Die Firma Breitegger, die das Projekt baulich umsetzte, habe mit „Tatkraft, Humor und handwerklichem Verstand“ gearbeitet, sagte Feuser. Auch das Kollegium packte mit an: Bei einer Pflanzaktion wurden in einem Gemeinschaftsprojekt Sträucher und Pflanzen gesetzt.

„Machen Job unbezahlbar“

Der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel freute sich ebenso über den neuen Lernort und die besondere Atmosphäre. „Termine wie dieser machen den Job unbezahlbar“, sagte er. Denn sie zeigten, wie viel Engagement in den Schulen stecke – von den Kindern über die Lehrkräfte und die OGS bis hin zu Förderverein und Schulträger. Auch Manuela Holtmeier zeigte sich begeistert vom Ergebnis. Der Lernort sei „richtig schön“ geworden. „Der Schatten der Bäume ist natürlich auch Sonnenschutz“, sagte sie mit Blick auf immer heißer werdende Sommertage.

Prost auf den neuen Lernort unter freiem Himmel: (v. r.) Ehemaliger Lehrer der KGS Kommern Karl Frohn, Schulleiterin Tanja Feuser und Bürgermeister Michael Fingel. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Damit fügt sich das Grüne Klassenzimmer in eine Entwicklung ein, die an der Katholischen Grundschule Kommern bereits sichtbar ist: Naturbeobachtung, Bewegung und Lernen im Freien gehören hier zunehmend zusammen. Per Livestream können die Kinder beispielsweise auf dem schuleigenen Beobachtungsflur auf mehreren Bildschirmen Nistgelegenheiten für Vögel, Eichhörnchen oder das Innere eines Igelhauses beobachten. Für den angrenzenden „Turngarten“ ist außerdem als nächstes ein Niedrigseilparcours geplant, der den Kindern zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten bieten soll. „Aber eins nach dem anderen“, so Feuser augenzwinkernd…

pp/Agentur ProfiPress