Wonach suchen Sie

Kerstin Rottland

06/08/2026

Besuch im „englischen Garten“

Kai Judith Wetzel öffnet bei der „Offenen Gartenpforte Rheinland“ ihr „Chestnut-House“ in Kommern-Süd – Besucher können am 13. und 14. Juni einen Landhausgarten nach britischem Vorbild entdecken

Kai Judith Wetzel öffnet bei der „Offenen Gartenpforte Rheinland“ ihr „Chestnut-House“ in Kommern-Süd – Besucher können am 13. und 14. Juni einen Landhausgarten nach britischem Vorbild entdecken – Feuerstelle, Gartenlaube, Sonnenuhr und versteckte Kunstwerke – Auch in Lessenich öffnet sich ein Gartentor

Mechernich-Kommern-Süd – Die Kastanie im Vorgarten hat sie selbst gepflanzt. „Da war ich ungefähr zehn!“ Kai Judith Wetzel deutet lachend auf ihre Knie: „Und der Ableger war so miniklein.“ Dass das zarte Pflänzchen eines Tages einmal höher sein würde als ihr Elternhaus am Ende der ruhigen Sackgasse in Kommern-Süd? „Hätte ich niemals gedacht.“

Sie lädt am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juni, in ihren mehr als tausend Quadratmeter großen „Garten nach englischem Vorbild“ ein: Kai Judith Wetzel aus Kommern-Süd. Foto: Melanie Grande/WDR/pp/Agentur ProfiPress
Sie lädt am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juni, in ihren mehr als tausend Quadratmeter großen „Garten nach englischem Vorbild“ ein: Kai Judith Wetzel aus Kommern-Süd. Foto: Melanie Grande/WDR/pp/Agentur ProfiPress

Ebenso wenig hätte die heute 49-Jährige geahnt, dass dieser Baum eines Tages einmal dem Zuhause ihrer eigenen Familie seinen Namen geben würde: „Chestnut-House“ hat Kai Judith Wetzel es getauft. Und als clevere Hobbygärtnerin natürlich längst drei kräftige Ableger gesichert – einen für jedes Kind. „Tradition muss sein“, sagt sie und lächelt.

Die Laube ist der Lieblingsplatz der 49-jährigen Hobbygärtnerin – so steht es auch auf dem hübschen selbstgetöpferten Hängeschild. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Die Laube ist der Lieblingsplatz der 49-jährigen Hobbygärtnerin – so steht es auch auf dem hübschen selbstgetöpferten Hängeschild. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Wenn sich am Wochenende 13./14. Juni im Rheinland wieder die Gartenpforten öffnen, ist auch das „Chestnut-House“ in Kommern-Süd dabei. Wer durch das verschnörkelte Eisentor „In den Erlen 18“ tritt, darf sich auf mehr freuen als auf ein paar schöne Beete. Kai Judith Wetzel hat hier auf 1.350 Quadratmetern einen Landhausgarten nach englischem Vorbild geschaffen, mit Rosengarten, Laube, Sonnenuhr, Staudenbeeten, Hochbeeten, Taxushecke, Feuerstelle, Wasserstein, Gartenhaus, etlichen selbst getöpferten Kunstwerken. Und: mit einer extra Portion Liebe.

Nicht nur Gemüse wächst in den hölzernen Hochbeeten neben dem Haus ... Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Nicht nur Gemüse wächst in den hölzernen Hochbeeten neben dem Haus ... Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Eine besondere Leidenschaft der Hobbygärtnerin gilt den Hosta, auch bekannt als Funkien. Mehr als hundert verschiedene Sorten der üppigen Blattschmuckpflanze besitzt sie inzwischen, in sämtlichen Grüntönen, Formen und Größen. – Warum ausgerechnet die? Kai Wetzel muss nicht lange überlegen: „Weil sie einfach wunderschön sind!“

Noch blühen sie nicht: Bald werden herrliche Hortensien diesen Engel in seinem verwunschenen Eckchen flankieren. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Noch blühen sie nicht: Bald werden herrliche Hortensien diesen Engel in seinem verwunschenen Eckchen flankieren. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Wunderschön sind auch die Prärielilien, die sich hinter den bauchigen Buchskugeln am Wegesrand im Wind wiegen. Die original „David Austen“-Rosen, berühmt für ihren klassischen Duft. Und, nicht zuletzt, die Lieblingsblumen der Hobbygärtnerin in deren Lieblingsfarbe Pink: „Pfingstrosen, die mag ich einfach schon immer!“

Ihre Hoffnung: Andere zu inspirieren

Inspiriert wurde die 49-Jährige während ihrer Au-pair-Zeit in der britischen Grafschaft Kent. Dort lernte Kai Judith Wetzel eine Gartenkultur kennen, in der private Gärten nicht nur Rückzugsorte sind, sondern auch Orte der Begegnung. „In England gibt es eigentlich ständig Gartenschauen“, erzählt sie. „Viele Nachbarn machen mit, und das Eintrittsgeld wird dann für den guten Zweck gespendet.“ Diese offene, herzliche Art, Gartenfreude zu teilen, hat sie nie losgelassen.

Die halbrunde Feuerstelle ist nicht nur im Sommer ein beliebter Platz  der fünfköpfigen Familie Wetzel. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Die halbrunde Feuerstelle ist nicht nur im Sommer ein beliebter Platz  der fünfköpfigen Familie Wetzel. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Ganz unbekannt ist Kai Judith Wetzel Gartenfreunden im Rheinland nicht: Sie war bereits in der WDR-Sendung „Garten & Lecker“ zu sehen. Ihr Motto damals passte bestens zu ihrer Liebe zu Großbritannien: „Little Britain in der Eifel“. Auch im eigenen Garten merkt man schnell, dass hier jemand nicht einfach pflanzt, sondern gestaltet. Mit Blickachsen, Strukturen, kleinen Überraschungen und viel Gefühl für Atmosphäre.

Kreative Ideen und geschickte Hände: Die Skulptur namens „Windfrau“ hat Kai Judith Wetzel ebenso selbst entworfen, wie den „Fliesenteppich“ und die Stelen im Hintergrund. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Kreative Ideen und geschickte Hände: Die Skulptur namens „Windfrau“ hat Kai Judith Wetzel ebenso selbst entworfen, wie den „Fliesenteppich“ und die Stelen im Hintergrund. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Bei der „Offenen Gartenpforte Rheinland“ möchte Kai Wetzel aber nicht nur zeigen, was in ihrem Garten wächst. Sie möchte vor allem Mut machen. „Ich würde mich freuen, wenn ich an diesem Wochenende den ein oder anderen dazu inspirieren kann, selbst im Garten aktiv zu werden“, sagt sie. Denn dafür brauche es oft gar nicht viel: eine Staude, ein Strauch, ein Beet, eine Ecke, in der etwas blühen darf.

Rostiges Schmiedeeisen trifft altes Mauerwerk. Durch das schnörkelige Gartentörchen fällt der Blick auf einen sanft geschwungenen Pfad. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Rostiges Schmiedeeisen trifft altes Mauerwerk. Durch das schnörkelige Gartentörchen fällt der Blick auf einen sanft geschwungenen Pfad. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Schottergärten ärgern die Kommern-Süderin. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie überzeugt ist, dass es anders geht. „Etwas Grünes hinzusetzen, ist genauso wenig Arbeit“, behauptet sie. Und es mache eben doch einen Unterschied. „Für Insekten, für die Luft und nicht zuletzt für das eigene Wohlbefinden.“

„Offene Gartenpforte“ auch in Lessenich

Wer Kai Judith Wetzel zuhört, merkt schnell: Für sie ist ein Garten kein perfektes Ausstellungsstück. Er ist Erinnerung, Familiengeschichte, Lebensfreude und Zukunft zugleich. Die Kastanie vor dem Haus erzählt davon. Die Hosta-Sammlung tut es. Die kleinen Ableger für die Kinder auch. Genau das ist auch der Zauber der „Offenen Gartenpforte“: Man schaut nicht nur über Zäune, sondern in grüne Lebensgeschichten ...

Im Metall-Look: Schneckenhäuser aus Ton, glasiert mit metallisch schimmernder Farbe neben einer hölzernen Ruhebank. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Im Metall-Look: Schneckenhäuser aus Ton, glasiert mit metallisch schimmernder Farbe neben einer hölzernen Ruhebank. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Wer die Veranstaltung besuchen möchte: Kai Judith Wetzel öffnet ihren Garten „Chestnut-House“, In den Erlen 18, 53894 Mechernich-Kommern-Süd, im Rahmen der „Offenen Gartenpforte Rheinland“ am Samstag, 13. Juni, von 12 bis 17 Uhr sowie am Sonntag, 14. Juni, von 10 bis 17 Uhr. Ebenfalls an diesem Juni-Wochenende geöffnet ist im Stadtgebiet Mechernich der naturnahe Garten von Bärbel Geusen in Lessenich, Stephanusstraße 15a am Samstag, 13. Juni, 11 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 14. Juni, von 11 bis 17 Uhr. Hier gibt es Rambler-Rosen, einen Schwimmteich und selbst gebaute Rosenbögen aus Eichenstämmen zu bewundern.

Die haushohe Kastanie im Vorgarten hat Kai Judith Wetzel als kleines Mädchen selbst gepflanzt, drei Ableger für ihre Kinder sind längst gesichert.Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Überall gibt es etwas zu entdecken, wie diesen frechen „Green Man“ vor Azaleen, Efeu und Rhododendren. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Überall gibt es etwas zu entdecken, wie diesen frechen „Green Man“ vor Azaleen, Efeu und Rhododendren. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Filigrane Stängel, violette Blüten: Prärielilien (lat.: Camassia) zieren das  Beet neben dem Schotterpfad mit bauchigen Buchskugeln. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Filigrane Stängel, violette Blüten: Prärielilien (lat.: Camassia) zieren das  Beet neben dem Schotterpfad mit bauchigen Buchskugeln. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Hosta – auch Funkie genannt: Mehr als hundert verschiedene Sorten der Blattschmuckpflanze besitzt Kai Wetzel inzwischen, in sämtlichen Grüntönen, Formen und Größen. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Hosta – auch Funkie genannt: Mehr als hundert verschiedene Sorten der Blattschmuckpflanze besitzt Kai Wetzel inzwischen, in sämtlichen Grüntönen, Formen und Größen. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress