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Ronald Larmann

06/05/2026

H-Kennzeichen für den Oldieclub

Roggendorfer Renault-Freunde feiern 30. Geburtstag ihres Vereins – Gründerfamilie Hück ist happy – Gäste aus Tschechien, Benelux und der Schweiz – Schon 30 000 Euro für die Hilfsgruppe Eifel gesammelt

Mechernich-Roggendorf – Der Renault-Oldie-Club Eifel ist bald selbst ein Oldie: 30 Lenze wird der Verein im nächsten Monat alt – was für einen Oldtimer ein eher jugendliches Alter darstellt. Allerdings auch ein entscheidendes, denn: Ab 30 gibt´s für Autos das H-Kennzeichen.

Für Besitzer von historischen Renault-Schätzchen ist das alljährliche Treffen rund um das Roggendorfer Renault-Autohaus Hück ein gesetzter Termin. Jedes Jahr im Frühsommer gondeln sie aus allen Ecken des Landes hierher – diesmal wird das am Sonntag, 28. Juni, der Fall sein.

Altes Schätzchen: Im familieneigenen Autohaus posieren André und Jörn Hück gemeinsam vor einem knallroten R-4 aus den Siebzigern. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Altes Schätzchen: Im familieneigenen Autohaus posieren André und Jörn Hück gemeinsam vor einem knallroten R-4 aus den Siebzigern. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Beim Oldie-Treffen herrscht erfahrungsgemäß großer Andrang, denn hier gibt es nicht nur spannende alte Renaultfahrzeuge zu sehen. Das Terrain verwandelt sich an dem Tag auch in einen Marktplatz für selten gewordene Ersatzteile: Jörn Hück hat die beliebte Veranstaltung 1996 mit seinen Eltern Marliese und Klaus sowie den Brüdern André und Sascha ins Leben gerufen. Dass daraus eine 30-jährige Tradition entstehen würde, ahnte er damals nicht. „Da ich selber Sammler war hielt ich es für eine prima Idee. Und die Familie hat mitgezogen.“

Mit diesem leuchtend gelben Sportwagen bretterte seinerzeit ein Schweizer Staatsbürger eigens für das Oldietreffen nach Roggendorf und zurück. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Mit diesem leuchtend gelben Sportwagen bretterte seinerzeit ein Schweizer Staatsbürger eigens für das Oldietreffen nach Roggendorf und zurück. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Das tue sie noch immer, so Hück, auch wenn die Eltern im letzten Jahr leider verstorben seien. Was den Renault-Oldie-Club Eifel bis heute ausmacht, neben der Leidenschaft für die Fahrzeuge der französischen Automarke? – Jörn Hück muss nicht lange überlegen: „Soziales Engagement!“ Fast alle der zwanzig Club-Mitglieder seien in der Hilfsgruppe Eifel aktiv. Da seit vielen Jahren sämtliche Einnahmen der über die Grenzen hinaus beliebten Veranstaltung in diese Wohltätigkeitsorganisation geflossen sind, kann der Renault-Oldie-Club heute zurecht stolz sein: 30 000 Euro haben die Organisatoren über drei Jahrzehnte für krebskranke Kinder und ihre Familien gesammelt.

Die weiteste Anfahrt: Mit ihrer „Cremeschnitte“, einem Renault 4 CV, Baujahr 1960, kam diese Prager Familie gemütlich nach Roggendorf getuckert. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Die weiteste Anfahrt: Mit ihrer „Cremeschnitte“, einem Renault 4 CV, Baujahr 1960, kam diese Prager Familie gemütlich nach Roggendorf getuckert. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Um das Ergebnis nach oben zu schrauben, sind die rund zwanzig Clubmitglieder um Oberhaupt Jörn Hück das ganze über Jahr aktiv: „Vor dem Oldietreffen ist nach dem Olidetreffen“, sagt der Organisator. „Eine Pause gibt es bei uns praktisch nicht.“ Um möglichst viele Spenden zu generieren, haben sich die Organisatoren über die Jahrzehnte so einiges einfallen lassen. „Besonders beliebt ist unsere große Tombola mit 150 Preisen. Früher haben wir auch noch immer ein lustiges Quiz organisiert.“ Ein Fragen-Beispiel findet sich rasch im herbeigeholten Familienalbum: „Welches Modell war 1959 der erste Renault mit Frontantrieb? Richtige Antwort: Estafette.

Solches Fachwissen haben natürlich nur echte Cracks, und davon gibt es noch heute eine ganze Menge. Jörn Hück erzählt, dass für viele Besucherinnen und Besucher der jährliche Ausflug in die Eifel ein beliebter Termin ist. „Die meisten Gäste, sowohl aus Benelux als auch aus umliegenden Bundesländern, kombinieren den Trip mit anderen Touri-Highlights, zum Beispiel einem Besuch im Bergbau-Museum, im Wildpark oder auf Vogelsang.“

Selbstgebastelt, beschriftet und beklebt: So sah 1996 die erste Einladung aus: Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Selbstgebastelt, beschriftet und beklebt: So sah 1996 die erste Einladung aus: Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Es gebe R-4-Fahrer, die ihre Autos schon seit der Jugend besitzen, genau wie Jörn Hück und sein Bruder André. „Mit so einem historischen Gefährt dauert es natürlich etwas länger, bis man in Roggendorf ankommt. Das muss bei der Anfahrt eingeplant werden“, schmunzelt Jörn Hück. Die weiteste Anreise hatte vor vielen Jahren eine Familie aus Tschechien: „Die Vier kamen mit einem Renault 4 CV, Baujahr 1960, der sogenannten ´Cremeschnitte`, aus Prag. Sie waren Begleitung eines Wohnmobils, weil die Reise über 1000 Kilometer hin und zurück logischerweise mehrere Tage gedauert hat.“ Im Gegensatz dazu habe ein Gast aus der Schweiz mit seinem 200 PS starken Sportwagen für seinen Roggendorf-„Kurztripp“ lediglich vier Stunden gebraucht.

Nicht nur Modelle und PS-Zahlen haben sich in den letzten dreißig Jahren verändert: Als Familie Hück den Club 1996 gegründet hat, existierte noch ein Förderprogramm der Firma Renault. „Damals waren wir einer von insgesamt 80 Renaultclubs in Deutschland. Das Unternehmen hat uns als Aushängeschild betrachtet und einiges für die Clubs getan, zum Beispiel Preise für die Tombola gesponsert. Das sieht heute anders aus, schade.“

Mit diesem Sticker wirbt der Oldieclub Eifel für sich. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Mit diesem Sticker wirbt der Oldieclub Eifel für sich. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Umso stolzer können die zwanzig Roggendorfer Renault-Freunde am Jubiläumstag auf sich selbst sein: Auch ohne Firmenförderung haben sie es geschafft, eine über die Landesgrenzen bekannte und liebgewonnene Tradition beizubehalten: das jährliche Oldietreffen Ende Juni. Wie es aussieht, wird das wohl auch noch ein paar Jahre so weiter gehen, verrät Jörn Hück. „Der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern.“

pp/Agentur Profipress