Nepal-AG der Gesamtschule Mechernich: – Lehrerin Catherine Hofstetter verteilte in den Osterferien 52 Paar Schuhe, Schulbücher, Hygieneartikel und persönliche Hilfe an Kinder, Menschen mit Behinderung und Leprakranke im Himalaya – Projekt erneut unter den Top 24 von „Jugend hilft“
Mechernich/Nepal – Seit 2015 engagiert sich die Nepal-AG der Gesamtschule der Stadt Mechernich für Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderung und Leprakranke in Nepal. Auch in diesem Jahr reiste Lehrerin Catherine Hofstetter, die das Projekt seit vielen Jahren begleitet, privat und auf eigene Kosten in den Himalaya-Staat, um die gesammelten Spenden persönlich direkt vor Ort zu übergeben.
„Nepal ist für mich ein Land voller Farben, Gerüche und Begegnungen“, berichtete sie im Anschluss. „Aber es ist auch ein Land, in dem viele Menschen unter sehr einfachen Bedingungen leben. Umso wichtiger ist es, gezielt und verlässlich zu helfen.“

Erste Station der Lehrerin war die Patenschule der Gesamtschule Mechernich im Bergdorf Ratankot, rund 55 Kilometer Luftlinie von Kathmandu entfernt. „Mit dem Jeep dauert die Fahrt mehr als vier Stunden. Vorbei ging es an Terrassenfeldern, gelb leuchtenden Senffeldern und durch eine Landschaft, in der je nach Höhenlage Weizen, Hirse, Gemüse und Reis angebaut werden.“
Obwohl in Nepal gerade Schulferien waren, seien alle 52 Schülerinnen und Schüler der Shree Ratankot Basic School mit jeweils einem Elternteil zur Schule gekommen. „Ich wurde herzlich mit Namaste‘ und Blumen empfangen.“ Der Jeep war vollgepackt: In großen Reis- und Linsensäcken lagen, nach Größen sortiert, 52 Paar neue Schuhe.
Schulgeld von den Pateneltern übergeben
„Es fühlte sich ein wenig an wie Weihnachten“, erzählt Catherine Hofstetter. „Überall waren Schuhe und nackte Füße zu sehen. Es wurde anprobiert, gestaunt und gelacht.“ Am Ende trug jedes Kind stolz ein neues Paar Schuhe. – Eine praktische Hilfe, denn viele Kinder legen lange und teils gefährliche Schulwege zurück, oft nur mit einfachen Schlappen oder Sandalen.
Neben den Schuhen gab es für jedes Kind ein Nepali-Englisch-Buch, um auch das Erlernen einer Fremdsprache zu unterstützen. Für 36 Kinder hatte Catherine außerdem das Schulgeld von Pateneltern aus Deutschland im Gepäck, das sie persönlich an die Eltern vor Ort überreichte.

Ein besonderes Herzensprojekt galt in diesem Jahr den Mädchen. In ländlichen Regionen Nepals gibt es oft keinen Zugang zu bezahlbaren Hygieneartikeln. Viele Mädchen bleiben während ihrer Menstruation aus Scham oder mangels geeigneter Möglichkeiten der Schule fern und verpassen dadurch Unterricht. Die Nepal-AG unterstützte deshalb mit wiederverwendbaren, waschbaren und nachhaltigen Menstruationsbinden. Rund 70 Binden wurden verteilt – bunt, praktisch und in kleinen Boxen verpackt.
„Ich habe schnell gemerkt, dass ich noch viel mehr davon hätte mitbringen können.“ Auch Lehrerinnen und Mütter aus dem Dorf hätten die Hygieneartikel gut gebrauchen können, so Hofstetter. „Das nehme ich mir für das nächste Jahr fest vor.“
Nach dem Besuch in der Schule sei sie am Rande des Dorfes zum Mittagessen eingeladen worden. In einer einfachen Lehmhütte bereitete ihre Gastgeberin auf offenem Feuer unter anderem einen Eintopf aus Senfpflanzen und traditionelles Roti zu. „Diese herzlichen Begegnungen, die Stille und der Blick über die Reisterrassen berühren mich jedes Jahr aufs Neue.“
„Dusche, TV und Waschmaschine funktionieren noch“
Ein weiteres Ziel Hofstetters war das Heim in Panchkhal, das die Gesamtschule Mechernich bereits seit zehn Jahren unterstützt. Dort leben Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie Waisenkinder. Bei einem früheren Besuch konnten dank des Engagements der Gesamtschule unter anderem zwei Sonnenkollektoren auf dem Dach aufgebaut, eine Dusche installiert und eine behindertengerechte Sitzmöglichkeit angefertigt werden.
„Es ist noch alles da und funktioniert wunderbar“, freut sich die Lehrerin. „Die Jungs genießen die warme Dusche.“ Auch Fernseher und Waschmaschine aus dem vergangenen Jahr seien weiterhin im Einsatz gewesen. In diesem Jahr habe es für jeden Heimbewohner ein neues T-Shirt und, wie immer, ein gemeinsames Mittagessen gegeben.

„Was ist eigentlich Glück?“, habe sie sich nach dem Besuch gefragt, berichtet Catherine Hofstetter. „Für mich war es an diesem Tag, den Jungs eine riesengroße Portion Nudeln mit Hühnerfleisch zu servieren und zu sehen, mit welcher Freude sie ihre Teller leergegessen haben.“
Tradition hat auch der Besuch im Leprosium Khokana Touda. Dort leben mittlerweile 215 an Lepra erkrankte Menschen, die in Nepal häufig ausgegrenzt werden. Auch hier kam die Mechernicher Hilfe direkt an: Das Auto war vollgeladen mit Lebensmitteln, Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta, Hygieneartikeln, Reis, Speiseöl und Gewürzen. Sogar mitgebrachter Schwarztee löste große Freude aus.
Projekt schafft es erneut unter die Top 24
„Sie lächelten, falteten trotz ihrer Verkrüppelungen die Hände vor der Brust und drückten so ihre Dankbarkeit aus“, berichtet die Gesamtschul-Pädagogin. „Solche Momente vergisst man nicht.“
Dass das Nepal-Projekt der Gesamtschule Mechernich weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung findet, zeigt auch die erneute Anerkennung durch die Kinderhilfsorganisation „Jugend hilft – Children for a better World“ mit Sitz in München. Die Jury fördert das Projekt seit Jahren und hatte ihm auch diesmal ein Preisgeld in Höhe von 1.100 Euro zugesprochen.
Nach Catherine Hofstetters Rückkehr erreichte die Nepal-AG eine weitere gute Nachricht: Im vergangenen Wettbewerbsjahr wurden deutschlandweit 151 Projekte eingereicht, bewertet und unterstützt. Die Nepal-AG der Gesamtschule Mechernich hat es unter die Top 24 geschafft! Mitte Mai 2026 wählt die Jury acht Siegerprojekte aus. Die Gewinner werden im Herbst nach Berlin eingeladen, im Schloss Bellevue empfangen und bei einer Abendgala ausgezeichnet. Bereits im Jahr 2020 gehörte das Mechernicher Projekt einmal zu den besten acht.
„Jetzt heißt es wieder: Daumen drücken“, lacht Catherine Hofstetter. Vor allem aber sagt sie: „Namasté und danke an unsere zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer – allen voran den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule der Stadt Mechernich.“
pp/Agentur ProfiPress
05/19/2026

