Stephan Hüllenkremer (56) hört nach 20 Jahren als Dirigent beim Musikverein St. Martin in Eicks auf, der an Pfingstsonntag, 24. Mai, sein 70jähriges Bestehen im Bürgerhaus feiert – Zuvor ist um 10.30 Uhr Wortgottesdienst in der Pfarrkirche
Mechernich-Eicks – Von 1975 bis 2023 waren das barocke Wasserschloss in Eicks die Kulisse und der örtliche Musikverein St. Martin der Gastgeber eines legendären Volksfestes in der Region. Lange standen die Kölner Urgesteine Toni und Heli Steingass mit Zweitwohnsitz im benachbarten Kommern als Moderatoren zur Verfügung.
Als im Jahr 1985 der befreundete „Trachtenverein Neuötting“ sowie das erste Regiment des „Hussard des Parachutistes“ das Fest mitgestalteten, gab es kein Halten mehr. Prominente Besucher wie Ex-Fußball-Nationaltorhüter Harald „Toni“ Schumacher waren zu Besuch, die „Höhner“ und „Bläck Fööss“ spielten auf, Heino, die „Räuber“ und Startrompeter Walter Scholz traten auf die Bühne.

Das „Aus“ kam mit Corona, 2023 hieß es „Burgfest ade“. Dich 2026 bereits ist Pfingstsonntag, 24. Mai, wieder der Bär los rund um Pfarrkirche St. Martin und das Bürgerhaus gegenüber, wo der Musikverein ab 11.30 Uhr mit hoffentlich vielen Gästen, dem Kölsch-Rocker Stefan Brings, Kinderliedermacher Uwe Reetz, dem Musikverein Nöthen, der Bergkapelle Mechernich und dem befreundeten Trachtenverein Neuötting sein 70jähriges Bestehen feiert.
Zuvor ist um 10.30 Uhr in der Eickser Pfarrkirche St. Martin Jubiläumsgottesdienst unter Mitwirkung zahlreicher Musikvereinsmitglieder, Diakon Manni Lang und Organist Josef Bierth. Gleichzeitig mit dem Jubiläum wird an Pfingsten auch noch einmal Abschied genommen vom Dirigenten Stephan Hüllenkremer (56), der allein 20 der 70 Jahre den Taktstock geschwungen hat und nach dem Frühlingskonzert am 14. März als Instrumentalist ins zweite Glied zu den Trompetern und Flügelhornisten zurückgetreten ist.
Vorgänger dirigierte 32 Jahre
Bernd Claßen, der mehr als 32 Jahre lang die musikalische Verantwortung trug, hatte 2006 den Taktstock an den gebürtigen Mechernicher übergeben, der in Eicks mit der früheren Ortsvorsteherin Tanja Hüllenkremer, geborene Merzenich verheiratet ist. Die beiden hatten sich seinerzeit als Musiker der Prinzengarde Mechernich lieben gelernt, deren stellvertretender Leiter Stephan zeitweise war.
Auch Tochter Jenna ist musikalisch und spielt Flöte im Musikverein, Sohn Tobias hingegen ist fußballverrückt und spielt bei der SG Rotbachtal Tischtennis in der Bezirksliga. Nach Stephans Rückzug leiten zurzeit Jochen Nöthen und Nico Gragert das 45köpfige Blasorchester mit Musikern im Alter zwischen zehn und 76 Jahren musikalisch. Vorsitzende sind Erwin Contemprée und Stephan Hüllenkremer.

Der 56jährige ist gelernter Kfz-Meister und beruflich stark im Vertrieb für Werkstattbedarf eingespannt. Der Eickser leitete den Vertrieb eines italienischen Hebebühnenherstellers zunächst für Nordrhein-Westfalen, heute ist er Teamleiter für ganz Deutschland.
Ein besonders inniges Verhältnis zum Musikverein Eicks hat der Kommerner Musiker und Kinderliedermacher Uwe Reetz. Weil das Orchester ihn mehrere Jahrzehnte immer unterstützt hatte, revanchierte er sich beim Frühlingskonzert. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte durfte sich das Publikum bei „With or without you“ von der irischen Rockband „U2“ und Peter Maffays Klassiker „Über sieben Brücken“ über gesangliche Begleitung freuen.
Zum Abschied flossen Tränen
„Die ‚Sieben Brücken‘ haben aus meiner Sicht thematisch sehr gut zu unseren 70 Jahren gepasst und waren eine echte Bereicherung“, freute sich Stephan Hüllenkremer. Ob fürs Ensemble oder für die Auftritte der Solisten Tim Böpple (Sopransaxofon) mit „Gabriels Song“ und Nico Gragert (Trompete) mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ – das Publikum belohnte jeden Titel mit begeistertem Applaus.

Abgerundet wurde das letztmals von Stephan Hüllenkremer am 14. März dirigierte Jubiläumsprogramm durch einen Fund, der 70 Jahre lang im Schrank des Vereinsheims Staub angesetzt hatte.
„Die Ouvertüre ‚Regina‘ wurde in all der Zeit niemals aufgeführt“, berichtete Stephan Hüllenkremer. „Für unser Jubiläumskonzert bildete sie daher ein gelungenes Highlight, bei dem auch einige Tränen flossen. Nach so vielen Jahren war der ganze Auftritt und auch die vielen Gespräche im Anschluss, die einem die Wertschätzung des Publikums für unsere Arbeit noch einmal verdeutlicht haben, ein krönender Abschluss für eine sehr schöne Zeit hier beim Musikverein Eicks.“
pp/Agentur ProfiPress
05/18/2026
