Probesitzen am Schreibtisch des Bürgermeisters: – 35 Ferienspaß-Kinder fragten dem Ersten Beigeordneten Löcher in den Bauch – Thomas Hambach war um keine Antwort verlegen – Danach: Besuch bei der Polizei – Motorradinspektion inklusive
Mechernich – „Was macht man auf dem Standesamt?“ – „Wo kriege ich eine Mülltonne her?“ – „Warum gibt es in Mechernich kein Dino- und Knochenmuseum?“ Und: „Können Sie unserem Vermieter mal sagen, dass er unser Haus nicht verkaufen soll?“
Der Erste Beigeordnete Thomas Hambach hatte beim Besuch von 35 Kindern im Mechernicher Rathaus auf fast alles eine Antwort. Beim Vermieter musste allerdings auch er passen. „Tut mir echt leid. Aber so mächtig ist die Stadtverwaltung dann doch nicht.“

Im Rahmen des von der Offenen Jugendarbeit Mechernich organisierten Ferienspaßes durften die Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren einen Blick hinter die Türen des Rathauses werfen. Flott wurde deutlich: Wer Kinder durch ein Verwaltungsgebäude führt, muss ich auf ziemlich viele, ziemlich direkte Fragen einstellen. – Und am besten auch noch wissen, wie man einen Strohhalm kleckerfrei ins Trinktütchen bekommt.
Da Bürgermeister Michael Fingel gerade Urlaub macht, übernahm Thomas Hambach den Job. Der Erste Beigeordnete Mechernichs gewann das Vertrauen der kleinen Gäste im Sturm – und das sicher nicht (nur) wegen der verlockenden Süßigkeiten-Auswahl im Ratssaal. Geduldig und humorvoll ging der Erste Beigeordnete, selbst Vater von zwei Söhnen, auf die jungen Besucher ein. Statt eines trockenen Vortrags gab es lustige Geschichten, verständliche Erklärungen und immer wieder Gelegenheit zum Nachhaken. Schon nach kürzester Zeit fühlten sich die Kids im Rathaus offenbar so wohl, dass ein kleiner Arm nach dem anderen in die Höhe schnellte.

Los ging es im Bürgerbüro. Dort erfuhren die Kinder, wo Ausweise beantragt, Wohnsitze angemeldet und viele andere Dinge erledigt werden, die Erwachsene im Alltag so brauchen. Anschließend schauten sie sich das Trauzimmer an. So neugierig die Kinderschar auch war: Probeweise „verheiratet werden“, wie Hambach den Pänz augenzwinkernd anbot, wollte niemand. – Wahrscheinlich zu peinlich.
Auch in das Zimmer der Feuerwehr wurde kurz reingelinst. Danach ging es in das derzeit verwaiste Büro des Bürgermeisters. Hier waren die Pänz weniger zurückhaltend: Einer nach dem anderen hopsten sie auf den Chefsessel und nahmen jede Kleinigkeit unter die Lupe. Schwups wurde aus dem Bürgermeisterbüro ein Proberaum für den politischen Nachwuchs. Hambach ließ den Kindern auch hier Zeit zum Schauen und erklärte, wie der Arbeitsalltag eines Bürgermeisters aussieht.

Im Ratssaal erreichte die Fragestunde dann ihren Höhepunkt. Kaum hatten die Kinder Platz genommen, schossen auch schon die ersten Hände hoch. „Warum ist hier zwischen den Tischen ein anderer Boden?“, wollte ein Mädchen wissen. Hambach antwortete, dass der Ratssaal im Laufe der Zeit verändert und angepasst worden sei. Besonders aufmerksam musterten die kleinen Besucherinnen und Besucher die Porträts an der hinteren Wand des Ratssaals: „Wer sind die Leute da?“, erkundigten sie die Kinder. Hambach erklärte, dass auf den gerahmten Fotos frühere Bürgermeister und auch der aktuelle Bundespräsident Frank Walter Steinmeier zu sehen seien. Bei der Frage „Kennst du die alle persönlich?“ musste der Erste Beigeordnete allerdings passen. „Obwohl ich wirklich schon sehr lange hier arbeite.“

Die kleinen Rathaus-Gäste interessierten sich aber nicht nur für Bilder, Böden und Büros. Sie hatten auch ganz konkrete Anliegen aus ihrem Alltag mitgebracht: Wann denn der neue Schulhof in Firmenich fertig sei. („Ich hoffe, nach den Sommerferien!“) Wer für kaputtgemachte Spielgeräte bezahlen muss. („Derjenige, der sie kaputt gemacht hat.“) Und warum Mechernich eigentlich nicht so ein „cooles Dino- und Knochenmuseum“ habe …. Beim Dino-Museum musste Hambach schmunzeln. Versprechen konnte er den Kindern zwar keins, machte aber deutlich, dass gute Ideen immer damit anfingen, dass jemand sie ausspreche. In alter Tradition erhielten Anja Lehmann, Leiterin der K.O.T. Mechernich und Andrea Meurer, Leiterin der Kommerner K.O.T. zum Abschied einen Umschlag mit „Eisgeld“ aus dem Rathaus. Thomas Hambach bedankte sich für das tolle Zuhören und wünschte den Kindern viel Spaß in der Eisdiele. „Da könnt Ihr Euch dann von dem aufregenden Vormittag erholen.“

Nach dem Rundgang durch das Rathaus ging es für die Kids direkt weiter zur benachbarten Polizeiwache. Auf dem rückwärtigen Parkplatz öffnete Polizeihauptkommissar Markus Braun zur größten Freude aller die Garage mit den Polizeimotorrädern. Besonders spannend: Die Schutzkleidung der Motorradpolizisten. Die Kinder erfuhren, warum Helm, Jacke, Hose, Handschuhe und Stiefel nicht nur ziemlich eindrucksvoll aussehen, sondern bei einem Unfall auch Leben retten können. Zum guten Schluss durfte sie auch ein Polizeiwagen aus der Nähe besichtigen. Eins nach dem anderen nahmen die Kids auf den Sitzen Platz, schauten sich mit großen Augen im Innenraum um. Und konnten für einen kurzen Moment fühlen wie echte Polizisten ...

Nach Bürgermeisterstuhl, Ratssaal und Streifenwagen blieb eigentlich nur noch eine Frage offen: Wer von den 35 Kindern später einmal ins Rathaus einzieht und wer lieber mit dem Polizeimotorrad vorfährt. Da gingen die Meinungen allerdings ziemlich auseinander ...
pp/Agentur ProfiPress
07/29/2026

