Lehrerin Elisabeth Wood referierte am GAT Mechernich über Geld, Mindset und die Rolle der Schule/Eltern – Rund 40 Gäste mit dabei
Mechernich – Wie lernen Kinder und Jugendliche eigentlich den richtigen Umgang mit Geld? Antworten auf diese Frage gab Lehrerin Elisabeth Wood bei einem Impulsvortrag am Mechernicher Gymnasium Am Turmhof (GAT). Rund 40 interessierte Eltern und Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen waren gekommen, um zuzuhören – und mitzudiskutieren.
Schon zu Beginn machte Wood deutlich: Finanzielle Bildung ist heute wichtiger denn je. Und sie beginnt schon im Elternhaus. „Geldentscheidungen passieren früher – und digitaler“: Mit einem Klick seien Käufe erledigt, Abos schnell abgeschlossen, „Buy now, pay later“-Modelle machten Konsum scheinbar mühelos. Gleichzeitig wachse der Druck durch soziale Medien, „mithalten“ zu müssen.

Genau hier setzt ihre Arbeit an: Finanzielle Bildung sei weit mehr als Rechnen mit Geld. Es gehe um Wissen, Verhalten und vor allem um das richtige „Mindset“ – also die innere Haltung zum Thema Geld. „Wissen ohne Mindset führt selten zu verändertem Verhalten“, so Wood. Ziel sei es, junge Menschen zu befähigen, bewusste Entscheidungen zu treffen.
Lernen durch Alltag und Vorbilder
Kinder lernen den Umgang mit Geld nicht nur im Unterricht, sondern vor allem im Alltag – durch Beobachtung, Sprache und die Haltung der Eltern. Ob Geld ein Tabuthema ist, ob offen darüber gesprochen wird oder ob Fehler erlaubt sind, präge das Verhalten nachhaltig.

Wood plädierte daher für mehr Offenheit in Familien: regelmäßige Gespräche, klare Regeln und kleine Routinen könnten viel bewirken. So empfiehlt sie unter anderem die sogenannte „24-Stunden-Regel“ bei Käufen, Wunschlisten statt Sofortkauf oder einen monatlichen Abo-Check. Auch das Taschengeld solle nicht als Belohnung verstanden werden, sondern als „Übungsfeld für Entscheidungen und Konsequenzen“.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Konsumkompetenz. Kinder und Jugendliche müssten lernen, Bedürfnisse von Impulsen zu unterscheiden. „Will ich das Produkt – oder das Gefühl dahinter?“, sei eine entscheidende Frage. Ebenso wichtig: zu erkennen, wer eigentlich daran verdient, dass ein Wunsch entsteht.
Gerade digitale Angebote bergen Risiken. Kleine monatliche Beträge summierten sich schnell zu hohen Jahreskosten, warnte Wood. Ratenkäufe oder „Buy now, pay later“-Modelle könnten dazu führen, dass das Gefühl für Geld verloren gehe. Ihr Appell: „Nur kaufen, was ich auch jetzt bezahlen kann.“

Schule und Eltern im Team
Am GAT wird finanzielle Bildung bereits in verschiedenen Jahrgangsstufen systematisch aufgegriffen – von ersten Grundlagen in Klasse 6 über Geld im digitalen Zeitalter, Werbung/Algorithmen und Verbraucherschutz in Klasse 8 bis hin zu Themen wie Onlinehandel, Verschuldung oder Berufsorientierung in höheren Klassen. Doch Wood machte klar: Schule allein könne diese Aufgabe nicht leisten. „Vorbild, klare Regeln und regelmäßige Gespräche – das ist der Schlüssel“, fasste sie zusammen. Genau darin liege die gemeinsame Verantwortung von Elternhaus und Schule.
Im Anschluss an den Vortrag blieb es nicht bei der Theorie. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit für Fragen und einen offenen Austausch. Denn: Finanzielle Bildung ist eine echte Zukunftskompetenz. Wer früh lernt, mit Geld bewusst umzugehen, gewinnt nicht nur Sicherheit – sondern auch Freiheit, das eigene Leben aktiv zu gestalten.
pp/Agentur ProfiPress
04/29/2026

