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Henri Grüger

10/02/2026

„Wirklich prächtiges Ergebnis“

Die neugierigen Kinder standen schon in den Startlöchern, als die Vertreterinnen und Vertreter von Verein, Stadt, Kreis und Land das Band zur Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes in Glehn durchschnitten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

SG Rotbachtal weihte feierlich nagelneuen Kunstrasenplatz an der Glehner Waldrandarena ein - Viele Gäste, Sponsoren und weit mehr als 1.000 Arbeitsstunden Eigenleistung

Mechernich-Glehn – Lange hatten die Kinder durch den Zaun geschaut, nun gab es kein Halten mehr: Kaum war das Band durchschnitten und der neue Kunstrasen von Diakon Manfred „Manni“ Lang gesegnet, stürmten die Bambini sowie die F- und E-Jugend der SG Rotbachtal-Strempt auf das leuchtende Grün. Mit einem internen Spielefest nahmen sie genau den Platz in Besitz, für den Vereinsmitglieder, Eltern, Sponsoren, Politik, Verwaltung und ganze Dorfgemeinschaften monatelang gemeinsam gearbeitet hatten.

Die neugierigen Kinder standen schon in den Startlöchern, als die Vertreterinnen und Vertreter von Verein, Stadt, Kreis und Land das Band zur Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes in Glehn durchschnitten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die neugierigen Kinder standen schon in den Startlöchern, als die Vertreterinnen und Vertreter von Verein, Stadt, Kreis und Land das Band zur Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes in Glehn durchschnitten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Das rund 40 mal 60 Meter große Kunstrasen-Minispielfeld an der Waldrand-Arena in Glehn soll vor allem den mehr als 100 Kindern und Jugendlichen der Spielgemeinschaft ganzjährig verlässliche Trainings- und Spielmöglichkeiten bieten. Es steht aber nicht allein den Mannschaften des Vereins offen. Weil die Anlage mit Mitteln des Landesprogramms „Struktur- und Dorfentwicklung“ gefördert wurde, kann sie auch von Kindern, Jugendlichen und anderen Fußballbegeisterten aus Glehn und den umliegenden Orten genutzt werden. „Hier entsteht eine Möglichkeit, gemeinsam Fußball zu spielen und Freizeit zu verbringen“, sagte Geschäftsführer Markus Beul.

Ab dann gab es für die jungen Fußballerinnen und Fußballer kein Halten mehr. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Ab dann gab es für die jungen Fußballerinnen und Fußballer kein Halten mehr. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Phänomenal und einzigartig“

Die Idee war vor gut zwei Jahren entstanden. Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) machte den Verein über seinen Clubberater Thomas Hütte auf das Förderprogramm aufmerksam. Daraufhin arbeiteten sich der erste Vorsitzende Sandro Filipponi und Markus Beul in das anspruchsvolle Antragsverfahren ein, führten zahlreiche Gespräche mit der Bezirksregierung Köln und suchten die Unterstützung der Stadt Mechernich. Der Antrag hatte Erfolg: Das Land Nordrhein-Westfalen sagte 240.000 Euro zu. Von der Zusage bis zum fertigen Platz lagen anschließend sechs arbeitsreiche Monate.

Bürgermeister Michael Fingel sprach von einer „Blaupause“ für gelungene Zusammenarbeit. Die rund 341.000 Euro seien in ein „wirklich prächtiges Ergebnis“ geflossen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Bürgermeister Michael Fingel sprach von einer „Blaupause“ für gelungene Zusammenarbeit. Die rund 341.000 Euro seien in ein „wirklich prächtiges Ergebnis“ geflossen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Rund 341.000 Euro wurden nach Angaben von Bürgermeister Michael Fingel insgesamt verbaut – einschließlich Umzäunung, wasserdurchlässigem Bodenaufbau, LED-Flutlicht und Pflasterarbeiten. Die 70-Prozent-Förderung des Landes war die entscheidende Grundlage, reichte aber nicht aus: Mindestens 90.000 Euro musste der Verein aus eigenen Mitteln beisteuern; mit zusätzlichen Kosten lag die selbst zu schulternde Summe schließlich bei rund 100.000 Euro. Einzelspenden von Kindern, Erwachsenen und Senioren steuerten nach Angaben des Vereins zusammen rund 30.000 Euro bei. Hinzu kamen Sponsorengelder, Erlöse aus Aktionen und der symbolische Verkauf von Parzellen des neuen Spielfelds.

Glehns Ortsbürgermeister Karl-Heinz Seeliger wusste aus eigener Erfahrung, wie fordernd die Eigenleistungen waren. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Glehns Ortsbürgermeister Karl-Heinz Seeliger wusste aus eigener Erfahrung, wie fordernd die Eigenleistungen waren. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Mindestens ebenso wichtig war die Muskelkraft. Für das Projekt waren 600 ehrenamtliche Arbeitsstunden vorgesehen – tatsächlich wurden sie mit „weit mehr als 1.000“ deutlich überschritten. Während die Sportplatzbau-Fachfirma Cordel-Bau aus Wallenborn den Platzbau übernahm, erledigten Vereinsmitglieder einen großen Teil der Arbeiten rundherum selbst. Sie pflasterten Wege und Flächen, halfen beim Setzen von Pfosten und packten überall dort an, wo Hände gebraucht wurden.

„Samstagmorgen um sieben Uhr war eigentlich normal“, erinnerte sich Filipponi. Als der städtische Bauhof nur an einem Freitagmorgen helfen konnte, hätten sieben oder acht Helfer spontan Urlaub genommen. „Ohne die aktiven Mitglieder, die Eltern und die Jugendlichen hätten wir das nicht geschafft. Das war phänomenal und einzigartig.“ Beul betonte, die Feier sei deshalb vor allem ein Dankeschön an die vielen Menschen, „ohne die wir heute hier nicht stehen würden“.

Die Eröffnungsfeier war gut besucht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die Eröffnungsfeier war gut besucht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Investition in Gemeinschaft, Jugend und Zukunft“

Stefan John, Geschäftsführer des Stadtsportbundes und Sportbeauftragter der Stadt Mechernich, würdigte diese Leistung ausdrücklich. Das Ergebnis zeige, dass bei dem Projekt alles richtig gelaufen sei. Für die Zukunft wünsche er dem Verein, „dass noch mehr Jugendliche den Weg zur SG Rotbachtal finden und der Spielbetrieb nicht weniger, sondern mehr wird“.

Bürgermeister Michael Fingel sprach von einer „Blaupause“ für gelungene Zusammenarbeit. Die rund 341.000 Euro seien in ein „wirklich prächtiges Ergebnis“ geflossen. Ehrenamtliches Engagement, die Kraft der Menschen vor Ort sowie das Zusammenspiel mit Verwaltung, Land und regionalen Partnern hätten ineinandergegriffen. „Ich wünsche der SG Rotbachtal sportliche Erfolge, faire Wettkämpfe und vor allem viel Spaß“, sagte Fingel. Zugleich zeigte er sich stolz, nun einen zweiten Kunstrasenplatz im Stadtgebiet zu haben.

Für den stellvertretenden Landrat Ralf Claßen war die Einweihung auch eine Rückkehr zu den eigenen sportlichen Wurzeln. Er war der erste Trainer der SG Rotbachtal. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Für den stellvertretenden Landrat Ralf Claßen war die Einweihung auch eine Rückkehr zu den eigenen sportlichen Wurzeln. Er war der erste Trainer der SG Rotbachtal. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Schirmherr Dr. Hans-Peter Schick hatte das Vorhaben bereits als vorheriger Bürgermeister unterstützt. Er sei sofort begeistert gewesen, als Filipponi ihm die Idee vorgestellt habe. Dass darauf solch beeindruckende Eigenleistungen folgten, freute ihn sehr. Denn: Auf den Dörfern habe Fußball für Kinder und Jugendliche eine besondere Bedeutung. Deshalb sei der Platz auch eine Anerkennung der guten Nachwuchsarbeit.

Der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem hob hervor, dass Förderprogramme allein noch keinen Platz bauten. „Es braucht Leute, die anpacken, einen Antrag stellen, Mitstreiter gewinnen und an die Idee glauben“, sagte er. Neben dem Landeszuschuss seien Sponsoren notwendig gewesen, die für ein gutes Projekt noch einmal in die Tasche griffen. Den Spielerinnen und Spielern wünschte Voussem viel Freude und sportlichen Erfolg – und dem Verein rief er zu: „Feiern Sie schön, Sie haben es verdient.“

Weil die Anlage mit Mitteln des Landesprogramms „Struktur- und Dorfentwicklung“ gefördert wurde, kann sie auch von Kindern, Jugendlichen und anderen Fußballbegeisterten aus Glehn und den umliegenden Orten genutzt werden. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Weil die Anlage mit Mitteln des Landesprogramms „Struktur- und Dorfentwicklung“ gefördert wurde, kann sie auch von Kindern, Jugendlichen und anderen Fußballbegeisterten aus Glehn und den umliegenden Orten genutzt werden. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Für den stellvertretenden Landrat Ralf Claßen war die Einweihung auch eine Rückkehr zu den eigenen sportlichen Wurzeln. Im Winter 1995 war er als Trainer mit einigen Spielern von Voißel nach Glehn gewechselt. Wenig später wurde die SG Rotbachtal gegründet, deren erster Trainer er war. Umso eindrucksvoller sei es, die Entwicklung des Vereins heute zu sehen. „Der neue Platz ist nicht nur eine Investition in die sportliche Infrastruktur. Er ist eine Investition in Gemeinschaft, in Jugendarbeit und damit in die Zukunft unserer Dörfer“, so Claßen. Kinder lernten im Verein Zusammenhalt, Fairness und den Umgang mit Niederlagen. Im Namen von Landrat Markus Ramers gratulierte er allen, die das Projekt möglich gemacht hatten.

Glehns Ortsbürgermeister Karl-Heinz Seeliger wusste aus eigener Erfahrung, wie fordernd die Eigenleistungen waren. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er sich an das straffe Arbeitstempo: Wer fünf Minuten Pause machte, bekam schon die Frage zu hören: „Warum sitzt du denn da?“ Entscheidend sei aber das Ergebnis. „Ihr habt das top gemacht. Macht weiter so“, lobte Seeliger. Auch die Glehner Ortsgemeinschaft unterstützte das Projekt mit einer Spende.

Den Spielerinnen und Spielern wünschte der Landtagsabgeordnete Kalus Voussem viel Freude und sportlichen Erfolg – dem Verein rief er zu: „Feiern Sie schön, Sie haben es verdient.“ Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Den Spielerinnen und Spielern wünschte der Landtagsabgeordnete Kalus Voussem viel Freude und sportlichen Erfolg – dem Verein rief er zu: „Feiern Sie schön, Sie haben es verdient.“ Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Besondere Gemeinschaftsleistung

Möglich gemacht hatten das Ganze natürlich auch die Stadt Mechernich und ihre Mitarbeitenden. Besonders dankten Beul und Filipponi Christof Marx von der Verwaltung, der bei der Ausschreibung half, fachliche Hinweise gab und für den Verein selbst während seines Urlaubs erreichbar blieb. „Ohne ihn hätten wir das Projekt so nicht stemmen können“, sagte Filipponi. Auch der städtische Bauhof half auf der Baustelle. Unterstützung kam zudem vom Kreis Euskirchen, vom FVM mit Doris Marg aus dem Fußballkreis Euskirchen und Clubberater Hütte.

Die Liste der finanziellen Möglichmacher ist lang. Der Verein dankte besonders der Kreissparkasse Euskirchen, der Volksbank Euskirchen, der Allfinanzagentur Markus Meier und Julia Meier, der Kremp Energie GmbH, der OPTIMA Heiztechnik GmbH & Co. KG sowie e-regio. Die Allfinanzagentur hatte außerdem ein Stickeralbum zum 30-jährigen Bestehen der SG Rotbachtal ermöglicht. Jan Kremp und Maurice Weiermann halfen nicht nur als Sponsoren, sondern stehen auch selbst für den Verein auf dem Platz. Dazu kamen langjährige Banden- und Werbepartner.

Diakon Manfred „Manni“ Lang, der selbst in drei Vorgängervereinen der SG Rotbachtal Fußball gespielt hatte, stellte bei der Segnung Kameradschaft und Fairness in den Mittelpunkt. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Diakon Manfred „Manni“ Lang, der selbst in drei Vorgängervereinen der SG Rotbachtal Fußball gespielt hatte, stellte bei der Segnung Kameradschaft und Fairness in den Mittelpunkt. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Auch das Glehner Vereinskartell und die örtliche Karnevalsgesellschaft halfen tatkräftig. Doch auch über Glehn hinaus wurde das Vorhaben zu einer Gemeinschaftsleistung. Benachbarte Vereine, die Feuerwehr sowie die Dorfgemeinschaften aus Bergbuir, Bleibuir und Lückerath unterstützten den Bau. Viele Menschen spendeten kleinere und größere Beträge. Über Spendenboxen, die Online-Seite des Projekts und den symbolischen Kauf von Spielfeldparzellen kann der Verein weiterhin unterstützt werden.

Diakon Manfred „Manni“ Lang, der selbst in drei Vorgängervereinen der SG Rotbachtal Fußball gespielt hatte, stellte bei der Segnung Kameradschaft und Fairness in den Mittelpunkt. „Segne diesen Kunstrasenplatz, der durch das Bemühen vieler errichtet wurde“, betete er. Alle, die sich dort im Wettkampf messen, sollten einander mit Achtung und Hilfsbereitschaft begegnen und vor Verletzungen bewahrt bleiben. Auf den „trockenen Segen“ folgte mit dem Weihwasser der nasse – zur Freude der Kinder, die danach endlich auf den Platz durften.

Bürgermeister a. D. Dr. Hans-Peter Schick betonte, dass der Fußball für Kinder und Jugendliche auf den Dörfern eine besondere Bedeutung habe. Deshalb sei der Platz auch eine Anerkennung der guten Nachwuchsarbeit. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Bürgermeister a. D. Dr. Hans-Peter Schick betonte, dass der Fußball für Kinder und Jugendliche auf den Dörfern eine besondere Bedeutung habe. Deshalb sei der Platz auch eine Anerkennung der guten Nachwuchsarbeit. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Nach dem Spielefest der Nachwuchsmannschaften ging der Fußballtag auf dem benachbarten Rasenplatz mit einem Altherrenturnier weiter. Am Abend feierte die SG Rotbachtal mit ihren Helfern, Freunden und Förderern weiter; DJ Dibra lieferte passende Partymusik. So endete ein Tag, an dem es zwar um einen neuen Kunstrasenplatz ging, vor allem aber um das, was ihn möglich gemacht hatte: Menschen, die für ihren Traum gemeinsam anpacken.

pp/Agentur ProfiPress