Wonach suchen Sie

Ronald Larmann

10/14/2026

Wenn es plötzlich schnell gehen muss

Krisenvorsorge in Mechernich: Ein griffbereites Notgepäck kann entscheidende Minuten sparen, wenn Haus oder Wohnung kurzfristig verlassen werden müssen – Warum der „Notfallkoffer“ am besten ein Rucksack ist – Auch Betriebe sollten vorsorgen

Krisenvorsorge in Mechernich: Ein griffbereites Notgepäck kann entscheidende Minuten sparen, wenn Haus oder Wohnung kurzfristig verlassen werden müssen – Warum der „Notfallkoffer“ am besten ein Rucksack ist – Auch Betriebe sollten vorsorgen

Mechernich – Man hofft, ihn niemals zu brauchen. Und gerade deshalb sollte er fertig vorbereitet sein: der Notfallkoffer. Wobei „Koffer“ eigentlich das falsche Wort ist. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für das sogenannte Notgepäck ausdrücklich einen Rucksack. Der lässt sich leichter tragen und vor allem bleiben beide Hände frei.

Die Stadt Mechernich setzt ihre Informationsreihe zur persönlichen Krisenvorsorge fort. Denn nicht jede Notlage bedeutet, dass man sich für einige Tage in den eigenen vier Wänden einrichten muss. Manchmal ist genau das Gegenteil gefragt: raus aus dem Haus und zwar möglichst schnell.

Ein Brand in der Nachbarschaft, eine Evakuierung wegen eines Gaslecks oder eines Kampfmittelfundes, Hochwasser oder eine andere Gefahrenlage können dazu führen, dass plötzlich nur wenig Zeit bleibt. Wer dann erst anfängt zu überlegen, wo Medikamente, wichtige Papiere, Taschenlampe oder Wechselkleidung liegen, verliert wertvolle Minuten. Das BBK rät deshalb dazu, Notgepäck in Ruhe vorzubereiten und so aufzubewahren, dass es schnell erreichbar ist. Für jedes Familienmitglied sollte dabei nicht mehr eingeplant werden, als in einen Rucksack passt.

Nicht für drei Wochen packen

Das Notgepäck ist kein Urlaubskoffer. Es soll vielmehr dabei helfen, die ersten Tage außerhalb der eigenen Wohnung zurechtzukommen, etwa bei Verwandten, Freunden oder in einer Notunterkunft.

Hinein gehören unter anderem warme und wetterfeste Kleidung, Wechselwäsche, Erste-Hilfe-Material, persönliche Medikamente und Hygieneartikel. Sinnvoll sind außerdem haltbare Lebensmittel, eine Trinkflasche, Taschenlampe, ein batterie-, solarbetriebenes oder Kurbelradio sowie eine geladene Powerbank. Auch Bargeld gehört dazu. Wer auf eine Brille, ein Hörsystem oder andere Hilfsmittel angewiesen ist, sollte dafür ebenfalls vorsorgen. Schlafsack oder Decke, Arbeitshandschuhe, Notizblock und Stift können das Gepäck ergänzen.

Gut vorbereitet für den Ernstfall: Ein griffbereiter Notfallrucksack mit Kleidung, Erste-Hilfe-Material, Medikamenten und vielem mehr kann bei einer kurzfristigen Evakuierung wertvolle Zeit sparen. Symbolbild: KI-generiert/pp/Agentur ProfiPress
Gut vorbereitet für den Ernstfall: Ein griffbereiter Notfallrucksack mit Kleidung, Erste-Hilfe-Material, Medikamenten und vielem mehr kann bei einer kurzfristigen Evakuierung wertvolle Zeit sparen. Symbolbild: KI-generiert/pp/Agentur ProfiPress

Einige Dinge lassen sich verständlicherweise nicht dauerhaft im Rucksack verstauen. Personalausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte, Impfpass, Geldbörse, Haus- und Autoschlüssel sowie das Smartphone sollten deshalb im Ernstfall nicht vergessen werden. Hilfreich ist es, sich schon vorher zu überlegen, wo diese Dinge liegen und wie sie im Notfall mit einem Griff mitgenommen werden können.

Dokumente können unersetzlich sein

Besondere Bedeutung misst das BBK wichtigen Unterlagen bei. Geburtsurkunden, Versicherungsunterlagen, Kaufverträge, Vollmachten, Zeugnisse oder medizinische Dokumente können nach einem Brand oder Hochwasser nur schwer oder teilweise gar nicht wiederbeschafft werden.

Empfohlen wird deshalb eine Dokumentenmappe, die möglichst feuerfest oder wasserdicht aufbewahrt wird. Zusätzlich können digitale Kopien wichtiger Unterlagen auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte oder in einer Cloud gesichert werden.

Dabei gilt: Nicht jede Familie braucht dasselbe. Wer kleine Kinder hat, muss beispielsweise an Windeln oder spezielle Nahrung denken. Wer mit Haustieren lebt, sollte auch deren Versorgung berücksichtigen. Menschen, die regelmäßig Medikamente oder besondere Hilfsmittel benötigen, müssen ihr Notgepäck entsprechend ergänzen.

Und ein einmal gepackter Rucksack ist nicht automatisch für alle Zeiten erledigt. Medikamente können ablaufen, Kleidung passt Kindern irgendwann nicht mehr, Batterien verlieren Leistung und eine Powerbank entlädt sich. Deshalb lohnt es sich, das Gepäck in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

Auch Betriebe sollten vorbereitet sein

Was für Privathaushalte gilt, lässt sich auch auf Unternehmen und Handwerksbetriebe übertragen. Darauf weist unter anderem die Handwerkskammer Aachen hin. Denn schon ein längerer Stromausfall, ein Brand oder ein vorübergehend nicht nutzbares Betriebsgebäude können dazu führen, dass wichtige Informationen plötzlich nicht erreichbar sind.

Neben Versicherungs- und Vertragsunterlagen können für Betriebe deshalb insbesondere Kontaktdaten von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Banken oder Steuerberatern wichtig sein. Ebenso sollte geklärt sein, wo Datensicherungen liegen, wer im Krisenfall welche Aufgaben übernimmt und wie ein Betrieb zumindest eingeschränkt weiterarbeiten kann.

Der Grundgedanke ist bei Familie wie Firma derselbe: Vorsorge muss weder kompliziert noch perfekt sein. Entscheidend ist, überhaupt anzufangen, damit in dem Moment, in dem plötzlich alles schnell gehen muss, die wichtigsten Dinge bereits griffbereit sind.

Das BBK stellt dazu ausführliche Hinweise sowie eine praktische Checkliste im Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ zur Verfügung. https://www.bbk.bund.de

pp/Agentur ProfiPress