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Henri Grüger

02/02/2026

Verbesserungen im Wolfsmonitoring

Mehr Tempo, Transparenz und stärkere Strukturen im Kreis Euskirchen- Das Wolfsmonitoring im Kreis Euskirchen soll künftig deutlich effizienter ablaufen.

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Mehr Tempo, Transparenz und stärkere Strukturen im Kreis Euskirchen

Mechernich/Kreis Euskirchen – Das Wolfsmonitoring im Kreis Euskirchen soll künftig deutlich effizienter ablaufen. Darauf verständigten sich Land und Kreis nach einer öffentlichen Infoveranstaltung, bei der Bürgerinnen und Bürger, Jägerschaft, Landwirtschaft und Verwaltung kontrovers, aber sachlich über die Rückkehr des Wildtieres diskutierten.

Dabei wurde vor allem Kritik an den bisherigen Abläufen laut – insbesondere an langen Bearbeitungszeiten bei Sichtungs- und Rissmeldungen. Landrat Markus Ramers betonte die Bedeutung verlässlicher Verfahren: „Die Rückkehr des Wolfes bewegt viele Menschen im Kreis Euskirchen. Umso wichtiger sind klare Abläufe und eine verlässliche, zügige Bearbeitung der Hinweise nach einheitlichen Standards.“

Im Nachgang folgte ein Austausch zwischen Kreisverwaltung, Kreisjägerschaft, Kreisbauernschaft, dem Umweltministerium Nordrhein-Westfalen sowie dem für das Wolfsmonitoring zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUK). Dort wurden Aufgaben, Zuständigkeiten und die bundesweit geltenden Monitoringstandards erläutert – und konkrete Verbesserungen vereinbart.

Ehrenamt und Schulungen

Ein zentraler Baustein ist die engere Zusammenarbeit zwischen LANUK und der Kreisjägerschaft. Künftig sollen in jeder Kommune zwei ehrenamtliche Ansprechpersonen benannt werden, die Hinweise aus der Bevölkerung zu möglichen Wolfssichtungen oder Wildtierrissen entgegennehmen, nach einheitlichen Kriterien vorprüfen und anschließend digital an das LANUK weiterleiten. Die detaillierte Dokumentation sowie genetische Probenentnahmen bleiben weiterhin Aufgabe der vom Land ausgebildeten Luchs- und Wolfsberatenden.

Um die ehrenamtlichen Kräfte bestmöglich vorzubereiten, plant das LANUK bereits im ersten Quartal 2026 eine Online-Schulung. Dort sollen typische Merkmale von Wolfsrissen ebenso vermittelt werden wie die Einschätzung, welche Meldungen für das Monitoring relevant sind. Zusätzlich wird eine weitere ehrenamtliche Person aus dem Kreis Euskirchen speziell für die genetische Probennahme an Wolfslosungen geschult.

Das Wolfsmonitoring in Mechernich und dem ganzen Kreis Euskirchen soll mit neuen Maßnahmen verbessert werden. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Das Wolfsmonitoring in Mechernich und dem ganzen Kreis Euskirchen soll mit neuen Maßnahmen verbessert werden. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Auch bei der Begutachtung von Wildtierrissen soll künftig klar priorisiert werden: Untersuchungen erfolgen nur noch bei frischen Fällen, die nicht älter als 24 Stunden sind. Parallel dazu will das LANUK sein eigenes aktives Monitoring im Kreis intensivieren – unter anderem durch gezielten Einsatz von Fotofallen und systematisches Losungsmonitoring.

Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats, sieht darin einen wichtigen Schritt: „Entscheidend ist, dass Meldungen zu möglichen Wolfsrissen jetzt zügiger abgearbeitet werden und gleichzeitig die Strukturen vor Ort gestärkt werden. Somit kann die Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren gestärkt und das Monitoring weiterentwickelt werden.“ Landrat Ramers ergänzt: „Dass das Monitoring vor Ort nun besser aufgestellt werden soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Unverändert bleibt die Regelung für akute Fälle: Potenzielle Schäden an Haus- und Nutztieren sowie Hinweise auf tote oder verletzte Wölfe sollen weiterhin direkt telefonisch an das LANUK gemeldet werden. Die Erreichbarkeit ist auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen über die Nachrichtenbereitschaftszentrale Nordrhein-Westfalen gewährleistet.

Gleichzeitig setzt das Land Nordrhein-Westfalen verstärkt auf Prävention. Seit August vergangenen Jahres wurde die Herdenschutzförderung auf die gesamte Landesfläche ausgeweitet. Halterinnen und Halter von Schafen, Ziegen und Gehegewild können finanzielle Unterstützung für wolfsabweisende Maßnahmen beantragen – die Kosten für investive Schutzmaßnahmen übernimmt das Land zu 100 Prozent. Ergänzend bietet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eine kostenlose Beratung zu geeigneten Schutzkonzepten an. Auch Entschädigungen bei nachgewiesenen Wolfsrissen an Haus- und Nutztieren werden landesweit gezahlt.

Mit den nun vereinbarten Maßnahmen wollen Land und Kreis gleichermaßen Sicherheit, Transparenz und Akzeptanz fördern – zwischen Naturschutz, landwirtschaftlichen Interessen und dem berechtigten Informationsbedürfnis der Bevölkerung.

pp/Agentur ProfiPress

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