Mechernicher Grundschulen beim Sponsorenschwimmen der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Eifel-Therme Zikkurat – Geld kommt den Schulen und dem Förderkreis Bonn zugute – Bürgermeister Fingel: „Enorm wichtig, dass Kinder ans Schwimmen gebracht werden“
Mechernich-Firmenich – „Die Kinder sind so motiviert, hier im Schwimmbad vor ihren Mitschülern, Eltern, Großeltern und Sponsoren zu zeigen, was sie können – das ist ein klasse Event“, freut sich Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel. Er muss laut sprechen, denn die Eifel-Therme Zikkurat hallt von aufgeregten Kinderstimmen wider und ständig platscht es, wenn die Schülerinnen und Schüler auf allen vier Bahnen von den Böckchen springen. Anlass ist das Sponsorenschwimmen der Grundschulen und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Mechernich.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: 370 Schülerinnen und Schüler schwammen am Freitagnachmittag insgesamt 9.687 Bahnen à 25 Meter. Die Kinder mit Seepferdchen-Abzeichen kamen auf durchschnittlich 20 Bahnen, die Kinder mit Gold-Abzeichen schwammen im Schnitt 43 Bahnen. Der Erlös aus dem Sponsorenschwimmen kommt den Schulen im Stadtgebiet zugute.
DLRG mit 25 Personen im Einsatz
Alle vier Mechernicher Grundschulen nahmen an dem Schwimmevent in der Eifel-Therme Zikkurat teil. Seit 2010 organisiert der Mechernicher Ortsverein der DLRG alle zwei Jahre das Sponsorenschwimmen, um die Schulen zu unterstützen. Dazu wird das Schwimmbad für einen Tag geblockt. „Das machen wir jetzt schon seit vielen Jahren so“, sagt Thomas Hambach, Geschäftsführer der Eifel-Therme Zikkurat und Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich. Er betont: „Das Sponsorenschwimmen ist so eine schöne Geschichte, da sind wir froh, die passenden Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu können.

Der Ablauf ist gut durchorganisiert: Die Kinder bekommen je nach Schwimmabzeichen ein farbiges Band und werden damit einer Schwimmbahn zugeteilt. Geschwommen wird im Einbahnstraßenverkehr. Während die Lehrer per Strichliste die Bahnen zählen, übernehmen die Mitglieder der DLRG die Beckenaufsicht.
„Wir sind heute mit 25 Personen im Einsatz“, erzählt Dennis Naßheuer, der gemeinsam mit Gizella Nett die Vorbereitungen für das Sponsorenschwimmen getroffen hat. Im Vorfeld wurde an den Schulen abgefragt, auf welchem Stand die Schülerinnen und Schüler in Sachen Schwimmausbildung sind. „Die Zahl der Nichtschwimmer an den Grundschulen im Stadtgebiet ist auf einem hohen Stand“, fasst Stephan Rau, Vorsitzender der DLRG Mechernich, zusammen: 450 der 1.165 Kinder haben noch kein Schwimmabzeichen.

Laufparcours für Nichtschwimmer
Dem versucht die DLRG Mechernich entgegenzuwirken, in dem sie an mehreren Wochentagen Trainingskurse zu den unterschiedlichen Schwimmabzeichen anbietet. Im Rahmen der Schwimmausbildung, von der Wassergewöhnung bis zum Gold-Abzeichen, ist auch Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel seit gut fünf Jahren aktives Mitglied der DLRG. „Es ist enorm wichtig, dass Kinder ans Schwimmen gebracht werden“, betont er. Aus diesem Grund sei er froh, dass die Stadt Mechernich über ein Schwimmbad verfüge: „Das ist ein Privileg, denn im Kreisgebiet sind wir hier nicht besonders gut aufgestellt. Umso wichtiger ist es, langfristig ein Konzept zu erstellen, mit dem das Schwimmen für die Kommune bezahlbar bleibt.“

Gleiches gilt für das Sponsorenschwimmen: „Neben dem Betrag, den der Sponsor pro geschwommener Bahn bezahlt, kann auch ein maximaler Endpreis angegeben werden“, erklärt Stephan Rau, denn: „In der Vergangenheit wurden die Knirpse schon manches Mal unterschätzt und wir hatten sogar schon manchmal 100 Bahnen für einzelne Schüler. Da kommt dann auch bei geringen Beträgen am Ende eine hohe Summe raus.“

Das Sponsorenschwimmen fand am Nachmittag statt und war für alle Schülerinnen und Schüler freiwillig. Wer nicht schwimmen konnte oder wollte, konnte stattdessen im Parcours auf dem Zikkurat-Parkplatz seine Bahnen laufen und so ebenfalls Sponsorengelder für die Schule generieren. Im Laufparcours liefen 184 Schülerinnen und Schüler insgesamt 4.453 Bahnen.
Schulhof, Förderkeis und Zirkuswoche
Die Grundschulen können über den Verwendungszweck der Sponsorengelder selbst entscheiden. Die Katholische Grundschule Kommern möchte zum Beispiel Sitzgelegenheiten auf den Schulhöfen schaffen. „Der größere Teil soll aber an den Förderkreis Bonn gehen, um die Kinderonkologie mit ihren Projekten «Klinik-Clowns» und «Stehauf-Bärchen» zu unterstützen“, erzählt Tanja Feuser, Rektorin der KGS Kommern, und ergänzt: „Deshalb haben sich viele unserer Kinder ganz besonders angestrengt.“

An der Katholischen Grundschule Am Bleiberg in Lückerath sollen die Sponsorengelder in die Schulhofgestaltung fließen, „zum Beispiel in Spielfeld-Markierungen und Sitzgelegenheiten“, so Rektorin Sonja Daniels. Ebenfalls Spielgeräte fürs Außengelände möchte man an der Gemeinschaftsgrundschule Firmenich-Obergartzem anschaffen. „Nach unserem Umzug fehlt uns noch einiges“, sagt Rektorin Alexandra Offermann.
An der Katholischen Grundschule Mechernich soll indessen nachträglich die Zirkuswoche finanziert werden. „Die hat bereits im November mit dem Circus Casselly stattgefunden und wurde von uns mit Blick auf das Sponsorenschwimmen vorfinanziert“, erklärt Konrektorin Iris Pollender. Nach ersten Schätzungen rechnen die Schulen zum Teil mit Beträgen im fünfstelligen Bereich.
pp/Agentur ProfiPress
01/23/2026

