61-Millionen-Euro-Projekt für Glasfaserausbau im Kreis Euskirchen gestartet – 4.516 Adressen im Stadtgebiet Mechernich sollen mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen erschlossen werden – Hausanschlüsse kostenlos bis ins Gebäude
Kreis Euskirchen/Mechernich/Schleiden – Mit einem 61-Millionen-Euro-Projekt wird der Glasfaserausbau im Kreis Euskirchen gefördert. Bis Ende 2028 sollen in zehn kreisangehörigen Kommunen (darunter auch in Mechernich) insgesamt 17.680 bislang unterversorgte Adressen mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen erschlossen werden. Allein in Mechernich betrifft der Ausbau insgesamt 4.516 Adressen. Mit einem symbolischen Spatenstich in Schleiden-Wolfgarten ist das Projekt zum geförderten Glasfaserausbau nun offiziell gestartet.
Der tatsächliche Baustart erfolgte bereits am 1. Juni in Wolfgarten. Die Stadt Schleiden bildet mit 1.560 förderfähigen Adressen das erste von insgesamt zehn Ausbauclustern. In Abständen von jeweils etwa ein bis zwei Monaten sollen die Arbeiten anschließend auch in Mechernich, Bad Münstereifel, Hellenthal, Blankenheim, Kall, Zülpich, Nettersheim, Dahlem und Euskirchen beginnen. Das Stadtgebiet Mechernich verzeichnet ein Viertel der insgesamt zu versorgenden Adressen und gehört zum zweiten Ausbaucluster. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im August oder September beginnen.
Zukunftsperspektiven schaffen
„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur gehört heute genauso zur Daseinsvorsorge wie gute Straßen, Schulen oder eine verlässliche Energieversorgung“, betont Landrat Markus Ramers anlässlich des offiziellen Spatenstichs. „Mit diesem Projekt schaffen wir gerade dort Zukunftsperspektiven, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau von Netzbetreibern bislang aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war. Die neuen Glasfaseranschlüsse stärken unsere Städte und Gemeinden als Wohnorte und Wirtschaftsstandorte und sorgen dafür, dass auch ländlich geprägte Gebiete dauerhaft digital gut angebunden sind.“

Der Kreis Euskirchen setzt das Projekt gemeinsam mit den zehn beteiligten kreisangehörigen Kommunen um. Wie der Pressemitteilung des Kreises zum Spatenstich zu entnehmen ist, vertritt er die Städte und Gemeinden als gebündelter Antragsteller, koordiniert die Förderverfahren und übernimmt die Projektbegleitung und -abwicklung. „Ein Vorhaben dieser Größenordnung lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Der Kreis, die beteiligten Kommunen, die Fördermittelgeber und die ausführenden Unternehmen arbeiten hier eng zusammen“, erklärt Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats.
Laut Pressemitteilung des Kreises belaufen sich die Gesamtkosten für den geförderten Gigabitausbau auf mehr als 61 Millionen Euro. Der Bund übernimmt demnach 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Land Nordrhein-Westfalen beteilige sich im Rahmen der Kofinanzierung mit 40 Prozent bei finanzschwachen Kommunen und mit 30 Prozent bei den übrigen Kommunen. Der verbleibende kommunale Eigenanteil liege damit bei 10 beziehungsweise 20 Prozent.
Kostenlose Hausanschlüsse
Den Zuschlag für den Ausbau erhielt die GlasfaserPlus GmbH. Der Netzbetreiber aus Köln – eine eigenständige Firma, mit je 50 Prozent Anteil der Telekom und des australischen Fond IFM (Investment Fund Management) – übernimmt den Netzausbau und den Netzbetrieb.
Ausgebaut wird ausschließlich mit Glasfaser bis in die Gebäude, dem sogenannten FTTH-Verfahren – „Fiber to the Home“. Dabei endet die Glasfaserleitung nicht am Verteilerkasten im Straßenraum, sondern wird direkt bis in das jeweilige Gebäude geführt. Stefan Mysliwitz, Gebietsmanager der Deutschen Telekom und Vertreter der Glasfaser Plus, hob bereits im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss der Stadt Mechernich die Vorteile für Grundstückseigentümer hervor.
Demnach können während der Ausbauphase Hausanschlüsse kostenlos bis ins Gebäude gelegt werden – und zwar auch dann, wenn zunächst kein Glasfaser-Tarif gebucht wird. Auch der Kreis Euskirchen betont: „Alle förderfähigen Adressen erhalten die Möglichkeit eines kostenfreien Glasfaseranschlusses bis in das Gebäude. Die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer werden vom Kreis Euskirchen angeschrieben und können anschließend ihre Zustimmung zum Hausanschluss online bei der Telekom erteilen.“
pp/Agentur ProfiPress
07/20/2026
