Ruth Klinkhammer prägte den Hochwildpark Rheinland mit Ideenreichtum, Tatkraft und einem feinen Gespür für Mensch, Tier und Landschaft – Anfang des Jahres ist sie im Alter von 63 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben – Ein Nachruf
Mechernich-Kommern – Es gibt Menschen, deren Arbeit man überall sieht, obwohl sie selbst nur selten im Mittelpunkt stehen. Ruth Klinkhammer war so ein Mensch. Wer den Hochwildpark Rheinland in den vergangenen zwei Jahrzehnten besucht hat, begegnete auf Schritt und Tritt ihren Ideen: In der Gestaltung des Parks, in den Gehegen, auf den Schildern, den Parkplänen und in vielen kleinen Details, die den Park zu dem machten, was er heute ist.
Anfang des Jahres ist Ruth Klinkhammer im Alter von 63 Jahren überraschend verstorben. Mit ihr verliert der Hochwildpark Rheinland eine Frau, die den Familienbetrieb über viele Jahre mit großem Engagement, Kreativität und unermüdlichem Einsatz geprägt hat.
Die Verbindung zum Park begann schon in jungen Jahren. Als ihr Vater Johannes Klinkhammer den Hochwildpark Anfang der 1980er Jahre übernahm, war Ruth Klinkhammer gerade 18 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder half sie an den Wochenenden bei den Fütterungsrunden mit. Der Park wurde früh ein Teil ihres Lebens.

Im Jahr 2005 stieg sie schließlich fest in den Familienbetrieb ein. Damals brauchte der Park neue Impulse und genau die brachte sie mit. Die gelernte Kunstrestauratorin widmete sich zunächst den Gehegen und Stallungen, entwickelte das Erscheinungsbild des Parks weiter und sorgte dafür, dass der Hochwildpark Rheinland auch nach außen ein neues Gesicht erhielt. Neue Parkpläne, eine einheitliche Beschilderung, das bis heute prägende Bordeauxrot, eine moderne Internetseite und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gehen auf ihre Ideen zurück.
„Meine Mutter war schon immer ein Mensch, der unheimlich lebensfroh war“, erinnert sich ihre Tochter Pia Jensch. „Sie hat keine Aufgabe gescheut, immer alles direkt am Schopf gepackt und war ein sehr kreativer Mensch.“ Als Restauratorin habe sie „aus nichts etwas machen“ können, eine Fähigkeit, die sie auch im Hochwildpark täglich gelebt habe.
Landschaftspflege und Ästhetik
Dabei sei es ihr nie nur um Gebäude oder Gestaltung gegangen. „Sie hat schöne Dinge geliebt, viel Wert auf Landschaftspflege und Ästhetik gelegt, mochte Tiere sehr gerne und war einfach ein Draußen- und Naturmensch“, beschreibt Pia Jensch ihre Mutter. Auch privat zog es Ruth Klinkhammer immer wieder hinaus in die Natur. Während ihres langjährigen Wirkens im Hochwildpark arbeitete sie stets gerne und vertrauensvoll mit der Stadt Mechernich zusammen. Die Verbundenheit mit der Region war schließlich so groß, dass sie sich 2022 dazu entschied, selbst nach Mechernich zu ziehen.
Viele Jahre meisterte sie parallel zwei verantwortungsvolle Aufgaben. Neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Hochwildparks arbeitete sie bis ins vergangene Jahr als Restauratorin am Wallraf-Richartz-Museum in Köln. „Sie hatte so eine Machermentalität, die sie sicherlich von meinem Großvater gehabt hat“, sagt ihre Tochter. Gleichzeitig stellte sie ihre Familie stets an erste Stelle. Wer sie kannte, erlebte eine Frau, die mit großer Hingabe für das lebte, was ihr wichtig war.
Seit 2017 arbeitete ihre Tochter Pia Jensch immer intensiver im Hochwildpark mit. Eigentlich sei sie damals nur übergangsweise eingesprungen, erinnert sie sich, als Unterstützung in der Gastronomie, nachdem ein Pächter aufgehört hatte. Doch aus der Hilfe wurde Schritt für Schritt mehr. Pia Jensch wuchs in den Betrieb hinein, übernahm immer mehr Aufgaben und arbeitete eng mit ihrer Mutter zusammen.
Ob sie den Hochwildpark Rheinland als Familienwerk weiterführen möchte? „Auf jeden Fall“, sagt Pia Jensch ohne Zögern. Dabei kann sie auch künftig auf die Erfahrung ihres Großvaters und Parkgründers Johannes Klinkhammer zählen. Selbst mit 94 Jahren steht er seiner Enkelin noch immer zur Seite und arbeitet im Familienbetrieb mit. Der Park sei ihr ans Herz gewachsen, nicht zuletzt durch die gemeinsame Arbeit mit ihrer Mutter, sagt Pia Jensch: „Wir haben beide unheimlich gerne hier als Familie gearbeitet. Es ist ein super vielseitiger und schöner Beruf. Wir möchten den Park für Familien, Kinder und alle Besucher weiterhin schön und attraktiv gestalten.“
So bleibt Ruth Klinkhammer untrennbar mit dem Hochwildpark Rheinland verbunden. Nicht nur durch das, was sie geschaffen hat, sondern vor allem durch das, was sie ausmachte: Kreativität, Le2bensfreude, Tatkraft und eine tiefe Liebe zur Natur. Gleichzeitig lebt ihr Werk weiter in den Ideen, die sie verwirklicht hat, in den Spuren, die sie im Park hinterlassen hat, und in den Menschen, die ihn mit derselben Leidenschaft weiterführen. Ganz so, wie sie es sich wohl gewünscht hätte.
pp/Agentur ProfiPress
07/24/2026

