Tausende Jecken feierten den magischen Lichterzug in Eiserfey – Mit dabei war auch Leo (8) nach erfolgreicher Stammzellenspende – Ein Pressespiegel
Mechernich-Eiserfey. Es ist wohl eine der berührendsten Geschichten des Eifeler Karnevals, die sich da inmitten Tausender strahlender Lichter in Eiserfey abgespielt hat. Sie handelt von dem tapferen Kämpfer Leo, von Freundschaft und von einem Happy End. Denn der achtjährige Leo hatte Leukämie, war auf eine Stammzellenspende angewiesen und konnte jetzt dank erfolgreicher Behandlung mit seinem besten Kumpel Theo (11) und seiner Familie auf dem Bobbycar-Wagen im Lichterzug mitfahren.

„Für die Feytaler Jecken war die Sache klar: Wenn Leo wieder gesund ist, sind er, seine Familie und die Floisdorfer Morreköpp-Freunde eingeladen, auf dem Bobbycar-Wagen im Lichterzoch mitzufahren. Für Leo wurde ein Spender gefunden, die Transplantation gelang. Ein Jahr später konnte er sich beim Bürgermeisterempfang für die Unterstützung bedanken. Logisch: Die Einladung der Eiserfeyer stand“, schreibt Redakteurin Ramona Hammes dazu in ihrem Bericht in den im Mechernicher Stadtgebiet erscheinenden Tageszeitungen.

Es war das zehnte Jahr, in dem Eiserfey zur Bühne für einen fantastischen Stäänedanz wurde. Tausende Jecken waren mal wieder in den kleinen Ort gekommen, um das jecke Lichterspektakel zu feiern. Auch Petrus hatte bei so viel strahlender Elektrizität ein Einsehen. „Pünktlich zum Beginn des Stäänedanzes ist es trocken“, ist in der Tageszeitung zu lesen. Das bisschen Gefissels zwischendurch habe nun wirklich keinen Jeck gestört. Sie seien in Scharen in den kleinen Ort geströmt, als sich mit einsetzender Dunkelheit das magische Flirren und die Spannung ausbreitete.

Leuchtende Schmetterlingsflügel
Inzwischen ist das Spektakel zu einem über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Event geworden. Auch die Gruppen, die das nächtliche Eiserfey in ein Lichtermeer verwandeln, sind immer mehr geworden. „Mit 35 sind wir an der Obergrenze angelangt“, sagten die Organisatoren. Trotzdem behielt Zugleiter Heinz Heimersheim mit seinem Team erneut den Überblick, sortierte die Wagen und Gruppen am Start und schickte den leuchtenden Lindwurm auf seine jecke Reise.
„Die Treckerfahrer und die Wagenengel agieren umsichtig und mit großer Vorsicht, damit keinem etwas passiert“, schreibt Redakteurin Ramona Hammes, und weiter: „Auf dem Planet Fastelovend ist die Wagenengel-Dienstkleidung oft viel schöner als nur eine Warnweste. Leuchtende Schmetterlingsflügel, die sich prima zum Einweisen eignen, haben die Engel der griechischen Götter um Pierre Schruff an, die von ihrem ‚Pappnas mit Pegel‘-Olymp ins Zentrum des jecken Sternensystems gekommen sind.“

Im Zeitungsbericht ist davon zu lesen, dass gleich mehrere Gruppen mit Rennanzüge ins Stäänevergnügen gestartet sind: Die KG Äzebälleg Glehn segelte per Schiff durch die Straßen und die Breddemänn aus Nöthen waren auf einer Eisscholle unterwegs, während Firmenich-Obergartzemer als Ice-Age-Freunde verkleidet waren. Die Eiserfeyer Ladys um Beate Heimersheim, die im vergangenen Jahr aus dem Weltall kamen, wurden zu ihrem Hingucker-Kostüm mit Überbreite, dieses Mal aus Rio und Venedig inspiriert. Mit Leonie (8), Leni (11) und Lotta (8) ist auch in dieser Truppe der Nachwuchs wohl schon gesichert.
Premiere für den Landrat
Die Vorbereitung dauert dabei Wochen, oft Monate. Dabei werde gut aufgepasst auf den Planet Fastelovend, immer wieder komme der Hinweis auf die Nachhaltigkeit und was wie jeck wiederverwendet werde. „Bei den neun Regenbögen etwa: Bunt soll’s sein, nah am Körper getragen werden und – keine Frage – toll leuchten. Die Vorhang-Kleider und Tragegestelle vom letzten Jahr eignen sich, die Poolnudel-Regenbogenkonstruktion haben sie fertig ergattert und dann jede Menge Lämpchen drangebastelt“, liest man dazu im Bericht von Kölnischer Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger.

Das Fazit dort: „Das magische Funkeln des Planet Stäänedanz erlischt irgendwann in der Nacht zum Samstag, die Erinnerung hallt lange nach, und das längst nicht nur durch die unzähligen Fotos und Videos. Die Jecken haben zur Freude der Organisatoren sicher und friedlich gefeiert.“
Das freute auch Landrat Markus Ramers, für die die Lichterzug-Teilnahme eine Premiere war. Denn normalerweise ist zeitgleich doch die Sitzung in seinem Heimatort Freilingen. „Und als Tänzer im Männerballett kann er da nicht fehlen. Da die Gruppe dieses Jahr nicht zustande gekommen ist, war plötzlich Zeit für Eiserfey. Und als die Vussemer ihn gefragt hatten, ob er bei ihnen mitfahren wolle, war die Sache geritzt“, heißt es im Zeitungsbericht, wo ebenfalls festgehalten wird: „Eine Menge Spaß hatte der tanzende Landrat mit den Vussemern und Partyprinz Stefan auf jeden Fall.“ Mit von der Party war auch Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel mit Familie.

Laut Rundschau und Stadt-Anzeiger steht eines fest: „Die Mission Stäänedanz ist noch nicht erfüllt. Auch im nächsten Jahr werden sie sich alle wieder auf dem Planet Fastelovend treffen, wenn der zehnte Lichterzug durchs Feytal zieht.“
Und noch etwas steht fest: Die große Freude darüber, dass Leo nach seiner Stammzellen-Therapie wieder Fastelovend feiern kann. Wer ihm geholfen hat, ist noch nicht bekannt. „Frühestens nach zwei Jahren können wir dazu etwas erfahren“, wird Leos Vater Daniel im Zeitungsbericht zitiert. Er wisse aber, dass aus der Mechernicher Typisierung bereits ein Spender für einen anderen Erkrankten gefunden worden sei. Für ihn sei daher die große Hilfs- und Spendenbereitschaft das Besondere, so der Bericht in den Tageszeitungen: „Ich bin froh, dass so viele da sind – egal, ob für Leo oder jemand anders.“
Bei so einem gigantischen Erfolg, ist klar, dass der Termin für den nächsten Lichterzug längst feststeht …
pp/Agentur ProfiPress
02/17/2026

