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Henri Grüger

01/07/2026

„Krieg ist die Hölle“

Hauptmann Raphael Schewiola, Jugendoffizier der Bundeswehr, referierte am Gymnasium Am Turmhof zur sicherheitspolitischen Lage

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Hauptmann Raphael Schewiola, Jugendoffizier der Bundeswehr, referierte am Gymnasium Am Turmhof zur sicherheitspolitischen Lage

Mechernich – Einen ebenso informativen wie nachdenklich stimmenden Einblick in aktuelle sicherheits- und verteidigungspolitische Fragen erhielten kürzlich die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler des Mechernicher Gymnasium Am Turmhof. Zu Gast war Hauptmann Raphael Schewiola, Jugendoffizier der Bundeswehr, und sprach offen über globale Konflikte, Verantwortung und die oft verdrängte Realität von Krieg.

Hauptmann Raphael Schewiola, Jugendoffizier der Bundeswehr, referierte am GAT Mechernich über globale Konflikte, Verantwortung und die Realität von Krieg. Foto: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress
Hauptmann Raphael Schewiola, Jugendoffizier der Bundeswehr, referierte am GAT Mechernich über globale Konflikte, Verantwortung und die Realität von Krieg. Foto: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

Gleich zu Beginn machte Schewiola deutlich, wie komplex internationale Sicherheitspolitik heute ist. Anhand des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen erklärte er die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit – aber auch deren Grenzen. Das Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder sei einerseits Ausdruck globaler Machtverhältnisse, andererseits immer wieder ein Hindernis für entschlossenes gemeinsames Handeln im Sinne des Friedens.

Sicherheit hat ihren Preis

Mit Blick auf das Grundgesetz erläuterte der Jugendoffizier, dass Deutschland fest in ein System kollektiver Sicherheit eingebunden ist – getragen von Europäischer Union, NATO und den Vereinten Nationen. An einer Weltkarte zeigte er, wo die Bundeswehr international im Einsatz ist und welchen Beitrag Deutschland zur Stabilisierung leistet. Dabei wurde schnell klar: Frieden ist kein Selbstläufer.

Um die Bedeutung von Sicherheit greifbar zu machen, griff Schewiola auf die Bedürfnispyramide des Menschen zurück. Sicherheit bilde – neben den elementaren Lebensbedürfnissen – das Fundament für Freiheit, Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität. Dass diese Sicherheit erhebliche Ressourcen erfordert, belegte er mit Zahlen aus dem Bundeshaushalt 2025 und den dort ausgewiesenen Verteidigungsausgaben.

Wenn Krieg Leben zerstört

Besonders still wurde es im Klassenraum, als der Referent auf aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen einging. Nach einer Einordnung hybrider Bedrohungslagen sprach Schewiola ausführlich über den Krieg in der Ukraine – und über dessen menschliche Folgen. Er schilderte, wie Soldaten traumatisiert aus Einsätzen zurückkehren, mit psychischen Verletzungen kämpfen oder in Abhängigkeiten abrutschen. Gewalt, so machte er deutlich, ende selten mit dem letzten Schuss.

Die Schülerinnen und Schüler waren dazu eingeladen, ihre eigene Meinung zu bilden und in den Diskurs einzubringen. Foto: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress
Die Schülerinnen und Schüler waren dazu eingeladen, ihre eigene Meinung zu bilden und in den Diskurs einzubringen. Foto: Bernhard Karst/GAT/pp/Agentur ProfiPress

„Krieg ist schlichtweg die Hölle“, sagte Schewiola – ein Satz, der im Raum nachhallte. Krieg bedeute Tod, Verwundung und seelische Narben, für Einzelne wie für ganze Gesellschaften. Diese Realität dürfe niemals verharmlost oder ausgeblendet werden.

Fragen, Zweifel und Demokratie

Im Anschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler intensiv die Gelegenheit zur Diskussion. Sie fragten nach dem neuen Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, nach der aktuellen Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr und nach den persönlichen Belastungen von Soldatinnen und Soldaten. Schewiola antwortete offen und betonte dabei immer wieder: Sicherheitspolitik müsse politisch und gesellschaftlich kontrovers diskutiert werden. Genau darin liege die Stärke einer lebendigen Demokratie.

Der Besuch des Jugendoffiziers bot den Jugendlichen nicht nur fundierte Informationen, sondern auch Denkanstöße. Er machte deutlich, wie zerbrechlich Frieden ist – und wie wichtig es ist, sich eine eigene, reflektierte Meinung zu sicherheitspolitischen Fragen zu bilden und diese in den demokratischen Diskurs einzubringen.

pp/Agentur ProfiPress

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