„Frau Wollenweber und ihre Männer“ gastieren am Mittwoch, 23. September, in der Kulturkapelle von „Haus Maria“ – Eifeler Trio betrachtet das Leben mit Musik, Witz und schonungsloser Selbsterkenntnis – Karten unter Telefon (0 22 53) 92 31 0 oder per E-Mail an info@wvhaus-sonne.de
Bad Münstereifel – Schon der Name stellt die herkömmlichen Verhältnisse auf den Kopf: Wenn „Frau Wollenweber und ihre Männer“ am Mittwoch, 23. September, um 18.30 Uhr die Bühne der Kulturkapelle im Bad Münstereifeler „Haus Maria“ betreten, sind die Rollen keineswegs so verteilt, wie man es bei einer Sängerin mit zwei Begleitmusikern vermuten könnte.
Denn Nicole Wollenweber ist nicht bloß die Frau am Mikrofon. Sie singt, spielt Percussion, Kazoo und Glockenspiel und greift bei Bedarf auch zum Bass. Gerd Becker wechselt zwischen Gitarre und Bass, David Merzenich zwischen Gitarre, Schlagwerk und Gesang. Zwei Männer und eine Frau bilden so eine musikalisch explosive Mischung mit bewusst ungewöhnlicher Rollenverteilung.

Das Eifeler Trio liefert keine gefällige Hintergrundmusik für den gepflegten Prosecco-Empfang. Es nimmt sich vielmehr jene Fragen vor, die gewöhnlich erst auftauchen, wenn der letzte Gast gegangen und das Glas längst leer ist: Wer bin ich? Wo komme ich her? Und was ist eigentlich Glück?
Dass solche Fragen nicht zwangsläufig mit bedeutungsschwerer Miene gestellt werden müssen, gehört zu den Stärken der Formation. Unter ihrer oft heiteren Oberfläche arbeiten drei nachdenkliche Köpfe. Sie richten das grelle Licht der Wahrheit nicht nur auf die Welt, sondern mit Vorliebe auch auf sich selbst. Dabei darf gelacht werden – gerade weil es um Dinge geht, bei denen einem das Lachen bisweilen im Halse stecken bleibt.
Ehemaliges Klosterkirchlein
Für diese Mischung dürfte die Kulturkapelle im „Haus Maria“ den passenden Resonanzraum bieten. Das ehemalige Klosterkirchlein an der Willy-Brandt-Straße 10 hat sich seine besondere Atmosphäre bewahrt: überschaubar, beinahe familiär und nahe am Publikum und an den Künstlerinnen und Künstlern. Hier verschwindet niemand hinter Bühnennebel und Scheinwerferbatterien. Musik, Wort und Publikum kommen einander unmittelbar nahe.
Der Auftritt gehört zur Reihe „Kunst, Kultur, Vielfalt“, mit der der Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne seine Kulturkapelle für Menschen von innen und außen geöffnet hat. Was im Jubiläumsjahr 2025 begann, wird 2026 fortgesetzt: nicht als beliebige Folge von Veranstaltungen, sondern als bewusstes Bekenntnis zu Begegnung, Menschlichkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Der Wohn- und Betreuungsverbund begleitet seit rund drei Jahrzehnten erwachsene Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Abhängigkeitserkrankungen. Die Kulturkapelle gehört zu diesem Verständnis von Teilhabe: Kunst wird dort nicht nur vorgeführt, sondern gemeinsam erlebt und geteilt.
Der Eintritt zum Konzert von „Frau Wollenweber und ihren Männern“ beträgt 17 Euro und unterstützt die Teilhabeleistungen des Wohn- und Betreuungsverbundes. Einlass ist am Mittwoch, 23. September, ab 18 Uhr, das Konzert beginnt um 18.30 Uhr und endet gegen 20.30 Uhr. Es besteht freie Platzwahl.

Karten können beim Verein Haus Sonne e.V., Willy-Brandt-Straße 10, 53902 Bad Münstereifel, bestellt werden: montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr unter Telefon (0 22 53) 92 31 0 oder per E-Mail an info@wvhaus-sonne.de In der Pause bietet das hauseigene Hauswirtschaftsteam Getränke und kleine Speisen an.
Wie ein knisternder Ofen
Schon jetzt macht Mitarbeiter Thomas Hochgürtel, der beim Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne für Qualitätsmanagement, Controlling und Organisation verantwortlich ist, auf den Schlusspunkt des diesjährigen Kleinkunstprogramms am Mittwoch, 18. November, um 18.30 Uhr mit Manfred „Manni“ Lang aufmerksam.
Der Autor, Vortragskünstler und Diakon bringt seine beliebten „Eifel-Winter“-Erzählungen in die Kulturkapelle: Geschichten von Frost und Feuer, Advent und Weihnachten, von eigenwilligen Eifelern, dörflichen Begebenheiten und jener stillen Jahreszeit, in der Erinnerungen besonders laut werden. Literatur wie ein Holzofen an kalten Tagen – wärmend, leise knisternd und mit langem Nachglühen.
pp/Agentur ProfiPress
08/19/2026
