Neuer offener Rollstuhl-Treff in Euskirchen: DRK-Familienbildung schafft neuen Ort für zwanglosen Austausch, Unterstützung und mehr Selbstbestimmung – Nächstes Treffen am 25. April
Euskirchen – Miteinander sprechen, Erfahrungen teilen und sich verstanden fühlen: Mit dem neuen offenen Rollstuhl-Treff „Gemeinsam Rollen Euskirchen“ gibt es jetzt endlich ein im Umkreis einzigartiges und niedrigschwelliges Angebot für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind – ganz unabhängig von Alter, Diagnose oder Lebenssituation. Auch Begleitpersonen sind ausdrücklich willkommen.
Statt findet „Gemeinsam Rollen Euskirchen“ im Rotkreuz-Zentrum Euskirchen, Jülicher Ring 32 b. Das Ganze ist kostenlos, Termine in diesem Jahr sind samstags, am 25. April, 27. Juni, 22. August, 7. November und 12. Dezember, jeweils von 14.30 bis 16 Uhr. Zur besseren Planung wird um Anmeldung gebeten.
Barrierefreier Austausch
Ins Leben gerufen wurde das neue Format von Christine Rohrberg, die seit einer Erkrankung selbst teilweise auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Gemeinsam mit der DRK-Familienbildung im Kreis Euskirchen und deren Leiterin Heike Iven wurde aus ihrer Idee schnell ein konkretes Angebot. Im Rotkreuz-Zentrum Euskirchen entstand so ein Treffpunkt, der barrierefrei erreichbar ist und Raum für das bietet, was im Alltag oft fehlt.

„Man braucht sich hier nicht groß zu erklären“, sagt Rohrberg. Genau das sei einer der wichtigsten Gedanken hinter dem Treff. Viele Betroffene erlebten, dass sich mit eingeschränkter Mobilität auch der Freundes- und Bekanntenkreis verändere, spontane Unternehmungen schwieriger würden und soziale Kontakte seltener werden.
Schon das erste Treffen Ende Februar zeigte, wie groß der Bedarf ist. 13 Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer – beziehungsweise zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesene Menschen – kamen zusammen, dazu Begleitpersonen. Die Resonanz war so positiv, dass weitere Anmeldungen nicht lange auf sich warten ließen.
Für Heike Iven war somit schnell klar, dass die DRK-Familienbildung das Projekt unterstützen möchte. „Wir haben hier im Haus gute Voraussetzungen mit Aufzug, passenden Räumen und barrierefreier Toilette“, sagt sie. Vor allem aber habe sie die Idee überzeugt: „Es ist eine schöne Möglichkeit, um gemeinsam etwas auf den Weg zu bringen.“

Verschiedenste Themen
Der Treff versteht sich nicht als Selbsthilfegruppe, sondern als offenes Begegnungsformat. Niemand muss in einer Vorstellungsrunde seine Geschichte erzählen. Wer möchte, redet mit – wer lieber erst einmal zuhört, sei ebenso willkommen.
Inhaltlich entsteht der Treff meist aus den Themen der Teilnehmenden selbst. Schon bei den ersten Begegnungen ging es um barrierefreie Restaurants, rollstuhlgerechte Toiletten, Hausnotruf, Fördermöglichkeiten, barrierefreies Wohnen oder auch um die Frage, welche Hilfen im Alltag tatsächlich weiterhelfen. Gesammelt werden ganz praktische Infos, die Betroffenen und Angehörigen konkret nützen können.
Denn oft sind es die kleinen Hürden, die soziale Teilhabe erschweren: Stufen am Eingang, eine zu schmale Tür, fehlende Informationen über Toiletten oder Parkmöglichkeiten. „Mobilität ist unglaublich viel wert“, betont Heike Iven. Wer informiert ist und sich sicherer bewegen könne, habe wieder mehr Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, was er unternehmen will.

Begleitpersonen willkommen
Auch Begleitpersonen spielen deshalb eine wichtige Rolle. Sie tragen vieles mit, organisieren und erleben die Veränderungen im Alltag unmittelbar. Ob Restaurantbesuch, Ausflug oder Termin in der Stadt – oft müsse mehr bedacht werden, als Außenstehende vermuten. Der Treff bietet darum auch ihnen einen ruhigen Raum für Austausch.
Darüber hinaus gibt es schon viele Ideen für die Zukunft: etwa Fahrtrainings mit dem Rollstuhl, Informationen zu sinnvoller Ernährung oder eine wachsende Sammlung hilfreicher Alltagstipps. Denkbar ist später sogar eine kleine Broschüre oder App mit den gesammelten Hinweisen.
Bei frischem Kaffee, selbstgebackenem Kuchen und viel Offenheit soll hier etwas wachsen, das für viele Menschen im Alltag einen echten Unterschied machen kann: mehr Austausch, mehr Sicherheit und ein Stück mehr Selbstbestimmung. Weitere Infos gibt´s per Mail unter cmot@gmx.de. Anmelden kann man sich bei Sabine Kluge, entweder telefonisch unter (0 22 51) 79 11 95 06 oder per Mail unter skluge@drk-eu.de.
pp/Agentur ProfiPress
04/21/2026

